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TSMC-Rekordgewinn trotz Zinssorgen: Tech-Ausverkauf belastet DAX

Der Chipriese meldet das sechste Rekordquartal in Folge, doch steigende Zinsen lösen einen breiten Tech-Ausverkauf aus.

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TSMC-Rekordgewinn trotz Zinssorgen: Tech-Ausverkauf belastet DAX

Der taiwanesische Halbleiterkonzern TSMC hat erneut Rekordzahlen vorgelegt und damit unterstrichen, wie stark der KI-Boom die Chipbranche weiter antreibt. Der Umsatz des weltweit größten Auftragsherstellers von Halbleitern kletterte um 50 Prozent auf 41,66 Milliarden Euro. Der Quartalsgewinn summierte sich auf rund 21 Milliarden Euro – das sechste Rekordquartal in Folge.

Die Nachfrage übersteigt das Angebot weiterhin deutlich. TSMC baut seine Produktionskapazitäten mit aller Kraft aus, um mit dem Wachstum Schritt zu halten. Auch für die kommenden Monate zeigt sich das Unternehmen zuversichtlich: Für das laufende Quartal stellt TSMC ein Wachstum zwischen 55 und 61 Prozent in Aussicht, für das Gesamtjahr ein Umsatzplus von 44 Prozent.

Anleger zweifeln trotz starker Zahlen

Doch die guten Nachrichten verpuffen an den Börsen. Anleger fürchten nach den jüngsten US-Inflationszahlen höhere Zinsen. Tech-Unternehmen gelten als besonders finanzierungsabhängig, weil sie stark auf Kapital für Wachstum und Infrastruktur angewiesen sind. Steigende Zinsen verteuern diese Finanzierung – und drücken auf die Bewertungen.

Der Ausverkauf in Übersee schwappte auf den deutschen Markt über. Der DAX notierte am frühen Nachmittag rund 0,4 Prozent im Minus. Zu den größten Verlierern im Leitindex zählten Infineon und Siemens Energy. Dabei gilt Siemens Energy eigentlich als Profiteur beim Bau von Rechenzentren, die für den Betrieb von KI-Modellen benötigt werden.

In Asien fielen die Verluste deutlich schärfer aus. Der südkoreanische Kospi verlor rund 9 Prozent, der japanische Nikkei fast 5 Prozent. Die Börsen in Shanghai und Shenzhen gaben gut 2 Prozent nach. Auch der US-Technologieindex Nasdaq stand unter deutlichen Verlusten.

Die Frage nach dem Preis des Wachstums

"Anleger zweifeln nicht an der Nachfrage nach KI. Sie fragen sich zunehmend, welchen Preis sie für dieses Wachstum zahlen sollten, wenn die Zinsen hoch sind und möglicherweise weiter steigen", sagte Charu Chanana von der Saxo Bank.

Ein weiterer Belastungsfaktor ist die Finanzierung der Rechenzentren. Der massive Ausbau der Kapazitäten weltweit wird zunehmend über Fremdkapital gestemmt, was das Systemrisiko erhöht. "Wenn selbst gute Nachrichten nicht mehr gekauft werden, sondern zum Ausstieg genutzt werden, ist das ein deutliches Warnsignal für die Börsen", warnte Andreas Lipkow von CMC Markets.

TSMC versuchte derweil, die Anleger zu beruhigen, und bestätigte sein Investitionsziel für 2026 in Höhe von 64 Milliarden Dollar. Das Unternehmen setzt damit weiter auf einen anhaltenden Ausbau der Produktion.

Was das für Privatanleger bedeutet

Für Anleger ergibt sich ein zwiespältiges Bild. Einerseits liefert die Chipbranche weiterhin Rekordergebnisse, und die Nachfrage nach KI-Halbleitern bleibt hoch. Andererseits zeigt die aktuelle Marktreaktion, dass starke Fundamentaldaten allein nicht mehr ausreichen, um die Kurse zu stützen.

Entscheidend ist derzeit die Zinsentwicklung. Solange die Inflation die Zinserwartungen hoch hält, dürften finanzierungsintensive Tech-Werte unter Druck bleiben. Anleger sollten daher sowohl die Zinspolitik als auch die Finanzierungsstruktur der Unternehmen genau beobachten. Wer in Chip- und KI-Titel investiert ist, muss mit weiteren Schwankungen rechnen – auch dann, wenn die operativen Zahlen überzeugen.

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