TSMC-Gewinn steigt um 58 Prozent – KI-Nachfrage treibt Rekordlauf
Taiwan Semiconductor übertrifft im ersten Quartal 2026 alle Erwartungen und verzeichnet das vierte Rekordquartal in Folge.

Taiwan Semiconductor Manufacturing Company (TSMC) hat im ersten Quartal 2026 einen Gewinnanstieg von 58 Prozent verbucht und damit die Erwartungen der Analysten deutlich übertroffen. Der Nettogewinn des weltgrößten Auftragschipherstellers belief sich auf 572,48 Milliarden Taiwanesische Dollar (NT$). Es ist bereits das vierte Rekordquartal in Folge – ein eindrucksvoller Beleg für die anhaltend starke Nachfrage nach Hochleistungschips.
Auch beim Umsatz lieferte TSMC starke Zahlen: Die Erlöse kletterten auf NT$1,134 Billionen und übertrafen damit die Schätzungen der Analysten. Bereits in der Vorwoche hatte das Unternehmen einen Anstieg des Quartalsumsatzes um 35 Prozent im Jahresvergleich gemeldet. TSMC ist gemessen an der Marktkapitalisierung das größte Technologieunternehmen Asiens.
KI und Hochleistungsrechnen als Wachstumsmotor
Der entscheidende Treiber hinter dem Rekordergebnis ist die explodierende Nachfrage nach Chips für Künstliche Intelligenz und Hochleistungsrechnen. Die entsprechende Sparte – High-Performance Computing (HPC), die Anwendungen für KI und 5G umfasst – machte im ersten Quartal 61 Prozent des Gesamtumsatzes aus. TSMC produziert hochentwickelte Prozessoren für Kunden wie Nvidia, mittlerweile der größte Einzelkunde des Unternehmens, sowie für AMD.
Besonders aufschlussreich ist der Blick auf die Chip-Technologien: Fortschrittliche Chips mit einer Strukturbreite von 7 Nanometern oder weniger machten rund 74 Prozent des gesamten Wafer-Umsatzes im Quartal aus. Chips unter 3 Nanometern steuerten bereits 25 Prozent des Wafer-Umsatzes bei. In der Halbleitertechnologie gilt: Je kleiner die Nanometer-Größe, desto kompakter das Transistordesign – und desto höher Rechenleistung und Energieeffizienz.
TSMC fertigt Chips für ein breites Spektrum an Anwendungen, von Unterhaltungselektronik bis hin zu Rechenzentren. Zu den wichtigsten Kunden zählt auch Apple, das auf TSMCs fortschrittliche Fertigungsprozesse für seine eigenen Prozessoren angewiesen ist. Trotz anhaltender Bedenken hinsichtlich möglicher Lieferkettenunterbrechungen durch den Nahostkonflikt und potenzieller Auswirkungen auf die Nachfrage blieb die Geschäftsentwicklung robust.
Milliarden-Investitionen und neue Fabrik geplant
TSMC reagiert auf die starke Nachfrage mit massiven Investitionen in seine Produktionskapazitäten. Bereits im Januar hatte das Unternehmen angekündigt, die Investitionsausgaben (Capex) in diesem Jahr um bis zu 37 Prozent auf eine Spanne zwischen 52 und 56 Milliarden US-Dollar zu erhöhen. Am Donnerstag präzisierte das Management, dass die tatsächlichen Ausgaben nun am oberen Ende dieser Spanne erwartet werden.
Darüber hinaus gab TSMC bekannt, eine neue Fabrik für fortschrittliche Chips in Tainan, Taiwan, zu errichten, um der anhaltend hohen Nachfrage gerecht zu werden. Während der Telefonkonferenz zu den Quartalszahlen betonten Führungskräfte des Unternehmens, dass kurzfristig keine Auswirkungen der jüngsten globalen Energieversorgungsstörungen auf den Betrieb erwartet werden.
Für deutsche Anleger ist TSMC ein zentraler Baustein der globalen Halbleiterlieferkette – ohne TSMCs Chips funktionieren weder die Smartphones in deutschen Haushalten noch die KI-Rechenzentren, die hinter modernen Sprachmodellen stehen. Die anhaltend starken Quartalszahlen unterstreichen die Schlüsselrolle des Unternehmens in der digitalen Infrastruktur weltweit.
