TSMC baut 2-nm-Kapazität aus: 120.000 Wafer bis Ende 2026
Starke KI-Nachfrage treibt TSMC zu höheren 2-nm-Kapazitäten und größeren Bestellungen von Apple, Nvidia, AMD und Qualcomm.

Der taiwanische Chipfertiger Taiwan Semiconductor Manufacturing Co (TSMC) weitet seine Produktionskapazitäten für fortschrittliche 2-Nanometer-Chips deutlich aus. Grund dafür ist die starke Nachfrage aus den Bereichen künstliche Intelligenz (KI) und High-Performance-Computing (HPC), die zu einem Anstieg der Aufträge führt. Das berichtete die taiwanische Publikation EDN unter Berufung auf Branchenquellen.
Nach Angaben von EDN könnte die monatliche 2-nm-Kapazität von TSMC bis Ende 2026 rund 120.000 Wafer erreichen. Damit läge das Unternehmen über den früheren Erwartungen von 90.000 bis 100.000 Wafern. Die Angaben stammen aus einem Bericht vom Montag, der sich auf Informationen aus der Branche stützt. Für Anleger ist die Nachricht deshalb relevant, weil TSMC als wichtigster Auftragsfertiger der Welt gilt und seine Kapazitätsplanung ein Frühindikator für die Nachfrage nach KI- und HPC-Chips ist.
Kunden erhöhen Bestellungen deutlich
Mehrere große Kunden haben ihre Bestellungen für die Kapazitäten der 2-nm-Familie bei TSMC jüngst erhöht. Wie EDN berichtet, stiegen die Order von Unternehmen wie Apple, Nvidia, AMD, Qualcomm und MediaTek um 10% bis 20%. Diese Namen stehen exemplarisch für die Nachfrageseite, die den Ausbau der Fertigung antreibt – von Smartphone-Prozessoren über Grafikchips bis hin zu KI-Beschleunigern.
TSMC wird in diesem Jahr fünf 2-nm-Fabriken in Betrieb nehmen. Nach Angaben von Hou Yung-ching, Senior Vice President bei TSMC, entfallen zwei dieser Werke auf Hsinchu und drei auf Kaohsiung. Die geografische Verteilung zeigt, wie breit das Unternehmen seine Fertigung für die neue Technologiegeneration aufstellt.
Hou erklärte zudem, die Wafer-Produktion im ersten Jahr der 2-nm-Technologie werde um 45% höher ausfallen als die Produktion im ersten Jahr der 3-nm-Technologie im Jahr 2023. Dieser Vergleich macht deutlich, wie viel schneller TSMC die neue Fertigungsstufe hochfährt als die vorherige. Für den Konzern bedeutet das eine beschleunigte Skalierung und eine entsprechend schnellere Verfügbarkeit der fortschrittlichsten Chips.
Jährliches Wachstum von 70% geplant
Für die weitere Entwicklung rechnet der Bericht mit einem kräftigen Anstieg. So soll die 2-nm-Kapazität von TSMC im Zeitraum von 2026 bis 2028 mit einer jährlichen Wachstumsrate von 70% zulegen. Diese Zahl unterstreicht, dass der Ausbau nicht als kurzfristige Reaktion, sondern als mehrjährige Strategie angelegt ist.
Für deutsche Privatanleger ist die Entwicklung in mehrfacher Hinsicht interessant. TSMC ist ein zentraler Zulieferer für nahezu alle großen Chips-Designer und damit ein Scharnier der globalen Halbleiterkette. Kapazitätsengpässe oder -erweiterungen bei 2-nm-Wafern wirken sich mittelbar auf die Verfügbarkeit und die Kosten von Endprodukten aus – von KI-Servern bis zu Smartphones. Die jüngsten Bestellsteigerungen der genannten Kunden deuten darauf hin, dass die Nachfrage nach fortschrittlichen Chips weiterhin hoch bleibt.
Die Angaben stammen aus einem EDN-Bericht, der sich auf Branchenquellen und Aussagen von TSMC-Manager Hou Yung-ching stützt. Konkrete finanzielle Auswirkungen nannte die Quelle nicht. Beobachter der Branche dürften die weitere Entwicklung der 2-nm-Kapazitäten daher genau verfolgen, zumal die Produktionszahlen als Gradmesser für die KI-Konjunktur gelten.
