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Trump wirbt in Nebraska für steuerfreien Diesel vor Midterms

US-Präsident Trump verspricht bei Kundgebung in Grand Island Ausweitung von steuerbefreitem Diesel – inmitten schwieriger Umfragewerte für die Republikaner.

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Trump wirbt in Nebraska für steuerfreien Diesel vor Midterms

US-Präsident Donald Trump hat bei einer Wahlkampfveranstaltung in Grand Island, Nebraska, versprochen, den Zugang zu steuerfreiem Dieselkraftstoff auszuweiten. Die Kundgebung am Montagabend im Heartland Events Center war Teil seines 32-tägigen Endspurts vor den Zwischenwahlen am 3. November. Trump warnte eindringlich vor einer düsteren Zukunft für Amerika, sollten die Demokraten die Kontrolle über Repräsentantenhaus und Senat gewinnen.

Nebraska gilt als tiefrote Hochburg der Republikaner – Trump gewann den Bundesstaat 2024 mit mehr als 20 Prozentpunkten Vorsprung. Dennoch zeigen aktuelle öffentliche Umfragen ein überraschend enges Rennen zwischen dem republikanischen Senator Pete Ricketts und dem unabhängigen Kandidaten Dan Osborn. Genau das macht Trumps Auftritt in einem Staat, den er seit 2022 nicht mehr besucht hat, politisch bedeutsam.

Die Details

Die bedeutendste politische Ankündigung des Abends war ein geplantes Dekret zur Ausweitung des Zugangs zu sogenanntem „Red-Dye-Diesel" – markiertem Diesel, der von bestimmten Steuern befreit ist. Bisher war dieser Kraftstoff im Wesentlichen auf den Offroad-Bereich und die Landwirtschaft beschränkt. In Nebraska sind Landwirte und Lkw-Fahrer besonders stark von den gestiegenen Kraftstoffpreisen betroffen, die die ländliche Wirtschaft des Bundesstaates erheblich belasten.

Trump sprach vor einer vollen Arena: Die Organisatoren stellten hunderte zusätzliche Stühle auf, um die Unterstützer im hinteren Teil der Halle unterzubringen, da die Menge bereits vor Beginn seiner Rede alle verfügbaren Plätze gefüllt hatte. Viele Besucher trugen Trumps charakteristische rote Hemden, andere erschienen in den Farben der University of Nebraska. Trump hatte zuletzt gereizt auf Berichte über leere Stühle und vorzeitiges Verlassen seiner Kundgebungen reagiert.

Neben der Diesel-Ankündigung streifte Trump in seiner Rede verschiedene Themen – vom Iran über Venezuela bis hin zu seinem Versprechen, allen Erwachsenen 5.000 Dollar zu geben, sollten die Republikaner die Midterms gewinnen. Er deutete an, dass der Iran eine US-Großstadt wie Los Angeles oder San Diego „ausschalten" könnte, was umgehend Kritik von kalifornischen Politikern und sogar einigen Parteikollegen auslöste. Zudem griff er wiederholt die Medien an und kritisierte den ehemaligen Präsidenten Joe Biden.

„Mit Ihrer Unterstützung wird Nebraska in nur 29 Tagen die linksradikalen ‚Dumb-o-crats' erneut besiegen", sagte Trump zu Beginn seiner Rede. Er forderte die Republikaner auf, „so zu tun", als stünde er selbst auf dem Stimmzettel, und appellierte an die Wähler, die Midterms als Referendum über seine Regierung und seine wirtschaftliche Bilanz zu betrachten.

Hintergrund: Was bisher geschah

Die Diesel-Thematik begleitet Trumps Wahlkampf bereits seit Wochen. Bereits am 22. September 2026 berichtete aktien.news, dass führende Republikaner aus landwirtschaftlich geprägten Bundesstaaten ein sofortiges Verbot von Diesel-Exporten forderten. Hintergrund waren Rekordpreise von 6,53 Dollar pro Gallone laut der American Automobile Association (AAA) – ein Anstieg von mehr als 70 Prozent seit dem ersten Angriff der USA und Israels auf den Iran im Februar. Senator Chuck Grassley aus Iowa schrieb damals auf der Plattform X: „Hohe Dieselpreise TÖTEN DAS EINKOMMEN DER LANDWIRTE."

Am 23. September 2026 berichtete aktien.news, dass Trump ankündigte, Vorschläge zur Aussetzung amerikanischer Dieselexporte zu unterstützen. Er äußerte sich dazu am Rande der Generalversammlung der Vereinten Nationen in New York und sagte gegenüber Reportern: „Ich habe auch dazu aufgerufen. Ich sagte: ‚Lassen wir den Diesel nicht abfließen.' Wir produzieren eine große Menge Diesel." Die Ankündigung in Nebraska stellt nun den nächsten konkreten Schritt in dieser Energiepolitik dar – diesmal in Form eines Dekrets zur Ausweitung des steuerbefreiten Diesels für breitere Nutzergruppen.

Was das für Anleger bedeutet

Für deutsche Privatanleger ist die Entwicklung in mehreren Hinsichten relevant. Erstens signalisiert die geplante Ausweitung des steuerbefreiten Diesels eine weitere Intervention der US-Regierung in den Energiemarkt, was die globalen Kraftstoffpreise beeinflussen kann. Zweitens zeigen die schwachen Umfragewerte Trumps – eine Zustimmungsrate von 32 Prozent laut einer am Montag abgeschlossenen Reuters/Ipsos-Umfrage, dem niedrigsten Wert seiner politischen Karriere – politische Unsicherheit in den USA.

Bei der Frage, welche Partei sie bei den Zwischenwahlen unterstützen würden, bevorzugten registrierte Wähler die Demokraten gegenüber den Republikanern mit 44 Prozent zu 37 Prozent. Unter Unabhängigen führten die Demokraten mit 37 Prozent zu 21 Prozent, wobei 28 Prozent unentschlossen waren. Ein möglicher Machtwechsel im Kongress könnte die wirtschaftspolitische Agenda der Trump-Regierung erheblich einschränken und damit Auswirkungen auf US-Märkte haben, die auch für europäische Anleger von Bedeutung sind.

Trumps Partei versucht, die Wähler davon zu überzeugen, dass Investitionen, das verarbeitende Gewerbe und das Wirtschaftswachstum unter Trump die Belastungen durch höhere Preise überwiegen – Preise, die aus dem unpopulären US-israelischen Krieg gegen den Iran resultieren. Ob dieses Argument verfängt, werden die Wahlergebnisse zeigen.

Ausblick

Trump plant, bis zu den Zwischenwahlen am 3. November fast jeden Tag zu reisen. Er begann seine aktuelle Wahlkampftour letzte Woche mit Stopps in Texas, Oklahoma, Alabama und Ohio. Weitere geplante Stationen sind Iowa und Michigan. Sein Ziel ist es, Wähler in republikanisch geprägten Bundesstaaten zu mobilisieren und sich als zentralen Botschafter seiner Partei zu positionieren.

Besucherin Nancy Rhodes, eine 54-jährige Hausfrau, die eine Stunde gefahren war, um Trump zu sehen, brachte die Stimmung vieler Anwesender auf den Punkt: „Ich bin mir nicht sicher, ob ich ihn jemals wieder persönlich sehen werde, und wollte das nicht verpassen. Er kommt nicht oft hierher." Laut öffentlichen Aufzeichnungen hat Trump Nebraska seit 2016 nur etwa sechsmal besucht und seit 2022 kein einziges Mal mehr.

Kurz erklärt

  • Red-Dye-Diesel: Steuerlich begünstigter, farblich markierter Dieselkraftstoff, der traditionell nur für bestimmte Verwendungszwecke wie Landwirtschaft und Offroad-Betrieb zugelassen ist.
  • Midterms: Halbzeitwahlen in den USA, bei denen alle Sitze im Repräsentantenhaus und ein Drittel der Senatssitze neu vergeben werden.
  • Zustimmungsrate: Prozentualer Anteil der Bevölkerung, der die Arbeit eines Politikers oder einer Regierung positiv bewertet, gemessen durch repräsentative Umfragen.
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