Trump-Verbündete Bowman krempelt Fed-Bankenaufsicht um
Michelle Bowman, Trumps Kandidatin für die Bankenaufsicht der Federal Reserve, sorgt für Spannungen. Bei einem Treffen mit regionalen Prüfern forderte sie eine neue, bankenfreundlichere Ausrichtung – und stieß auf Widerstand.

Die von Präsident Trump ausgewählte Leiterin der Bankenaufsicht bei der Federal Reserve, Michelle Bowman, hat im September die Führungskräfte der 12 regionalen Fed-Distrikte zu einem Treffen geladen. Die Botschaft war unmissverständlich: Die Bankenaufsicht braucht eine neue Ausrichtung.
Bowman, die als Vizevorsitzende für Bankenaufsicht fungiert, machte deutlich, dass sie trotz der komplexen Befehlsstrukturen innerhalb der Fed die Verantwortung trägt. Die regionalen Prüfer sollten sich ihrer neuen Linie anschließen, die darauf abzielt, die regulatorische Belastung für Banken zu verringern.
Spannungen in der Fed-Hierarchie
Die Mitarbeiter der quasi-unabhängigen Regionalbanken der Fed führen den Großteil der Bankenprüfungen durch und spielen damit eine zentrale Rolle für die Stabilität des US-Finanzsystems. Doch nicht alle Prüfer hatten Bowmans neue Marschrichtung offenbar verinnerlicht.
Laut Personen, die mit dem Treffen vertraut sind, empfanden einige Anwesende Bowmans Worte als scharfe Zurechtweisung. Mehrere Teilnehmer verließen das Meeting unzufrieden mit der Botschaft und dem Ton der Vizevorsitzenden.
Kontroverse Figur mit klarer Agenda
Bowman, eine ehemalige Bankerin aus Kansas, wurde während Trumps erster Amtszeit in den Fed-Vorstand berufen. Seitdem hat sie sich einen Ruf als streitbare Persönlichkeit erworben, die nicht davor zurückschreckt, mit anderen Gouverneuren und Mitarbeitern aneinanderzugeraten.
Ihre Ernennung zur Vizevorsitzenden für Bankenaufsicht signalisiert eine deutliche Kursänderung in der US-Finanzregulierung. Während die Fed unter früheren Führungen die Bankenaufsicht nach der Finanzkrise 2008 verschärft hatte, deutet Bowmans Agenda auf eine Lockerung der Regulierung hin.
Bedeutung für das Finanzsystem
Die Entwicklung ist auch für deutsche Anleger relevant, da Veränderungen in der US-Bankenaufsicht globale Auswirkungen haben können. Eine weniger strenge Regulierung könnte einerseits die Profitabilität amerikanischer Banken steigern, andererseits aber auch Risiken für die Finanzstabilität bergen.
Die Fed-Regionalbanken sind traditionell für ihre Unabhängigkeit bekannt. Bowmans Vorstoß, diese Strukturen stärker zu zentralisieren und auf eine einheitliche, bankenfreundlichere Linie zu bringen, markiert einen bedeutenden Wandel in der institutionellen Kultur der US-Notenbank.
