Bessent verteidigt Anleihemarkt-Intervention gegen Druckenmiller-Kritik
US-Finanzminister weist Vorwürfe des Star-Investors zurück und betont Marktstabilität.

US-Finanzminister Scott Bessent hat die jüngsten Interventionen der Trump-Administration am Anleihemarkt gegen scharfe Kritik seines Mentors, des Star-Investors Stanley Druckenmiller, verteidigt. In einem Interview mit CNBC am Montag wies Bessent die Vorwürfe zurück und betonte die Stabilität des US-Marktes.
Der Konflikt entzündete sich an einem Gastbeitrag Druckenmillers im „Wall Street Journal“ vom 24. August. Darin bezeichnete der Hedgefonds-Manager die Entscheidung des Finanzministeriums, das Volumen der Rückkäufe von Staatsanleihen mehr als zu verdoppeln, als „Fehler“. Die Maßnahme war in einer Phase erfolgt, in der die Renditen auf ein mehrjähriges Hoch gestiegen waren.
Zwar führten die Interventionen kurzzeitig zu einem deutlichen Rückgang der Renditen, doch erholten sich diese bereits einen Tag später wieder. Dies nährte die Kritik, dass staatliche Eingriffe in den Markt nur kurzfristige Effekte erzielen und langfristig sogar kontraproduktiv sein könnten.
Bessent kontert mit deutlicher Spitze
Bessent betonte im Gespräch mit CNBC, dass er nach der Veröffentlichung des Artikels mit Druckenmiller gesprochen habe und das Gespräch „gut“ verlaufen sei. Dennoch ließ der Finanzminister eine deutliche Spitze gegen seinen Mentor nicht aus: „Stan ist ein großartiger Investor, aber er ändert oft seine Meinung und verliert nicht gerne Geld. Ich glaube, er hat an dem Tag Geld verloren, als er den Leitartikel einreichte“, so Bessent.
Er unterstrich zudem, dass es seine Aufgabe sei, sicherzustellen, dass sich der Markt an den Fundamentaldaten orientiere und nicht die Politik diktiere. Diese Aussage unterstreicht das Spannungsfeld zwischen politischen Eingriffen und marktwirtschaftlichen Prinzipien, das in der aktuellen Debatte um die US-Schuldenpolitik besonders relevant ist.
Stabilität trotz globaler Renditeanstiege
Bezüglich der Marktentwicklung wies Bessent die Sorge zurück, dass die US-Renditen im globalen Vergleich steigen würden. Während die Renditen weltweit zulegen, seien sie in den USA seit Amtsantritt des Präsidenten stabil geblieben, so der Minister. Dies steht im Kontrast zu Beobachtungen, wonach die Renditen aufgrund von Inflationsdruck und den Auswirkungen von Zöllen leicht gestiegen sind.
Bessent verteidigte die Performance des US-Anleihemarktes als die beste seit Beginn der Amtszeit des Präsidenten. Für deutsche Anleger ist diese Entwicklung von besonderem Interesse, da die US-Renditen als globaler Benchmark für Anleihemärkte weltweit dienen und damit auch die Kapitalmarktkonditionen in Europa beeinflussen.
Rückkaufprogramm könnte ausgeweitet werden
Zuvor hatte Bessent bereits im August angedeutet, dass das Programm zum Rückkauf von Staatsschulden das angekündigte Volumen von 4 Milliarden US-Dollar sogar übersteigen könnte. Dies würde bedeuten, dass die US-Regierung noch aktiver in den Anleihemarkt eingreift, um die Finanzierungskosten zu kontrollieren.
Der Disput zwischen Bessent und Druckenmiller zeigt die grundsätzliche Kontroverse auf: Während die Regierung mit Interventionen die Stabilität des Marktes sichern will, warnen Kritiker vor Verzerrungen und langfristigen Risiken. Für Anleger bleibt die Entwicklung der US-Anleiherenditen ein zentraler Indikator, der die Richtung der globalen Kapitalmärkte maßgeblich mitbestimmt.
