ANZEIGE

Trump kontert EU-Indien-Deal: USA senken Zölle auf 18 Prozent

Washington reagiert auf europäisches Freihandelsabkommen mit eigenem Handelspakt. Indien verspricht Energiekäufe über 500 Milliarden Dollar.

•• 2 Min
Trump kontert EU-Indien-Deal: USA senken Zölle auf 18 Prozent

US-Präsident Donald Trump hat am Montag überraschend ein Handelsabkommen mit Indien verkündet und damit auf das erst eine Woche zuvor geschlossene Freihandelsabkommen zwischen der EU und Neu-Delhi reagiert. Die USA senken ihre Hauptzölle auf indische Waren von 25 auf 18 Prozent. Zusätzlich hebt Washington einen Strafzoll von 25 Prozent auf, der im vergangenen Sommer als Reaktion auf indische Ölkäufe aus Russland verhängt worden war.

Die Ankündigung erfolgte über Trumps Social-Media-Plattform Truth Social. Dort erklärte der Präsident, Indien werde künftig keine russischen Ölimporte mehr tätigen. Stattdessen verpflichte sich Neu-Delhi zum Kauf von US-Energie, Technologie, Agrarprodukten und Kohle im Gesamtwert von über 500 Milliarden Dollar. Zudem wolle Indien bestehende Handelshemmnisse abbauen.

Der indische Premierminister Narendra Modi bestätigte die Einigung umgehend. Auf der Plattform X dankte er Trump für dessen Führung und zeigte sich erfreut über die reduzierten Zölle für indische Produkte. Eine offizielle Mitteilung mit detaillierten Vertragsinhalten steht allerdings noch aus.

Reaktion auf europäische Konkurrenz

Analysten werten das US-Abkommen als direkte Antwort auf die wachsende Handelsdynamik zwischen Europa und Asien. Terry Haines, Gründer des Analyseunternehmens Pangaea Policy, bezeichnete den Deal als "nachdrückliche Antwort an jene, die glauben, die EU würde die USA im Handel umgehen oder überholen". Die schnelle Reaktion Washingtons überraschte viele Beobachter.

Das EU-Indien-Freihandelsabkommen war erst vergangene Woche nach jahrzehntelangen Verhandlungen unterzeichnet worden. Beide Seiten hatten es als "Mutter aller Abkommen" gefeiert. Die Vereinbarung sieht vor, Zölle auf zahlreiche Importgüter nahezu auf null zu senken, allerdings über einen mehrjährigen Zeitraum gestreckt.

Farwa Aamer vom Asia Society Policy Institute betonte die zeitliche Nähe beider Abkommen. Die US-Einigung komme "interessanterweise unmittelbar nach dem EU-FTA". Arpit Chaturvedi von Teneo stimmte zu, dass der US-Deal "im Zusammenhang mit" dem europäischen Abkommen gesehen werden müsse.

Kritik an fehlenden Details

Trotz der positiven Aufnahme an den asiatischen Märkten äußern einige Experten Skepsis. Paul Donovan, Chefvolkswirt bei UBS Global Wealth Management, warnte, dass das Abkommen in seiner aktuellen Form kaum Auswirkungen auf US-Verbraucher haben werde. Diese leiden unter gestiegenen Inlandspreisen infolge von Trumps globaler Zollpolitik, bei der Importeure die Mehrkosten an Endkunden weitergeben.

Analysten fordern detaillierte Vertragsinformationen, um die längerfristigen Auswirkungen bewerten zu können. Unklar bleibt etwa, über welchen Zeitraum die indischen Käufe erfolgen sollen und wie die Umsetzung kontrolliert wird. Auch die genaue Ausgestaltung des Abbaus von Handelshemmnissen ist bislang nicht bekannt.

Das Abkommen wird dennoch als Win-Win-Situation für beide Seiten betrachtet. Indien erhält besseren Zugang zum US-Markt, während Washington seine Position im Wettbewerb mit Europa stärkt und gleichzeitig Indiens Abhängigkeit von russischem Öl reduziert.

TrumpIndienHandelsabkommenZölleEu-Indien-DealUSAHandelspolitikNarendra Modi

Meistgelesene News

  1. Volvo Cars kämpft mit EX60-Produktionsziel und Batterieplänen
  2. Mercedes-Benz: Neue Regeln für mobiles Arbeiten stehen kurz bevor
  3. Iran-Kriegsende droht: Insider kaufen trotz Ölpreis-Risiko Energieaktien
  4. SpaceX-Aktie: Kann eine 5.000-Dollar-Investition zum Millionär machen?
  5. Ölpreise fallen: Asien importiert Höchstmenge Rohöl seit Iran-Krieg

Disclaimer