Äthiopien hebt Wachstumsprognose auf 10,2 Prozent an
Premierminister Abiy Ahmed korrigiert Schätzung nach oben – IWF-Reformen zeigen Wirkung.

Äthiopiens Wirtschaft soll im Haushaltsjahr 2025/26 um 10,2 Prozent wachsen. Das gab Premierminister Abiy Ahmed am Dienstag vor dem Parlament in Addis Ababa bekannt. Die neue Prognose liegt deutlich über der bisherigen Schätzung des Finanzministeriums von 8,9 Prozent aus dem Juni.
"Basierend auf einer Überprüfung der Wachstumsentwicklung in den letzten sechs Monaten des laufenden Haushaltsjahres wurde der Plan revidiert", erklärte Abiy. Die positive Entwicklung in der ersten Jahreshälfte rechtfertige die Aufwärtskorrektur. Das äthiopische Haushaltsjahr läuft vom 8. Juli 2025 bis zum 7. Juli 2026.
Die optimistische Prognose kommt zu einem kritischen Zeitpunkt für das ostafrikanische Land. Äthiopien befindet sich derzeit mitten in der Restrukturierung seiner Auslandsschulden und setzt umfassende Wirtschaftsreformen um. Diese werden durch ein Kreditprogramm des Internationalen Währungsfonds (IWF) unterstützt.
Reformen als Wachstumstreiber
Die angehobene Wachstumsprognose deutet darauf hin, dass die unter IWF-Aufsicht durchgeführten Strukturreformen erste Früchte tragen. Zu den Maßnahmen gehören die Liberalisierung des Finanzsektors, Währungsreformen und die Verbesserung des Geschäftsklimas. Für internationale Investoren könnte die positive Entwicklung ein Signal sein, dass sich das Reformprogramm auszahlt.
Mit über 120 Millionen Einwohnern ist Äthiopien nach Nigeria der bevölkerungsreichste Staat Afrikas. Das Land gilt als wichtiger Wirtschaftsstandort am Horn von Afrika, kämpft aber seit Jahren mit hoher Verschuldung und makroökonomischen Ungleichgewichten. Die erfolgreiche Umsetzung der Reformen und die Schuldenrestrukturierung sind entscheidend für die langfristige wirtschaftliche Stabilität des Landes.
