Trump in Davos: Attacken gegen Macron und Kritik an Europa
US-Präsident Donald Trump sorgte beim Weltwirtschaftsforum in Davos mit scharfer Kritik für Aufsehen. Besonders Frankreichs Präsident Macron und europäische Windkraft gerieten ins Visier.

US-Präsident Donald Trump hat während seiner Teilnahme am Weltwirtschaftsforum (WEF) in Davos für kontroverse Momente gesorgt. In seiner über einstündigen Rede attackierte er mehrere europäische Staats- und Regierungschefs und übte scharfe Kritik an der Energiepolitik Europas.
Streit um französische Arzneimittelpreise
Besonders ins Visier geriet der französische Präsident Emmanuel Macron. Trump behauptete, er habe Macron zu einer Erhöhung der Arzneimittelpreise in Frankreich überredet. "Sie haben uns 30 Jahre lang übervorteilt", so Trump vor dem Forum. Die französische Präsidentschaft wies diese Darstellung umgehend als "Fake News" zurück und veröffentlichte ein GIF, das Trump beim Aussprechen dieser Worte zeigt.
Zuvor hatte Trump sich über Macrons Auftritt in Davos lustig gemacht. Der französische Präsident war mit einer verspiegelten Pilotenbrille aufgetreten, was Trump zu der Frage veranlasste: "What the hell happened?" Macrons Büro erklärte später, die Sonnenbrille diene dem Schutz der Augen aufgrund eines geplatzten Blutgefäßes.
Macron warnt vor "Welt ohne Regeln"
Macron hatte in seiner Rede, ohne Trump namentlich zu nennen, vor einem Wandel hin zu "einer Welt ohne Regeln" gewarnt und "Rüpel" angeprangert. Diese indirekten Angriffe blieben von Trump nicht unbeantwortet, der in seiner Ansprache mehrfach auf den französischen Präsidenten Bezug nahm.
Kritik an europäischer Windenergie
Neben der Auseinandersetzung mit Macron äußerte sich Trump auch kritisch zur Windenergie in Europa. Er bezeichnete Windkraftanlagen als "Verlierer" und stellte die europäische Energiepolitik grundsätzlich infrage. Details zu seinen konkreten Vorwürfen blieben jedoch vage.
Carney fordert Zusammenarbeit gegen Wirtschaftsmacht
Der kanadische Premierminister Mark Carney hielt eine der schärfsten Gegenreden in Davos. Er warf "Großmächten" vor, ihre Wirtschaftsmacht als Waffe einzusetzen, und forderte "mittlere Mächte" zur Zusammenarbeit auf. Auch wenn er keine Namen nannte, war die Anspielung auf die USA deutlich.
Versöhnliche Töne bei Zöllen und Grönland
Trotz der verbalen Attacken zeigte sich Trump in einigen Punkten versöhnlich. Er nahm Abstand von Zöllen auf europäische Länder und schloss die Anwendung von Gewalt zur Übernahme Grönlands aus. Seine anhaltenden Bemühungen, die dänische Insel zu erwerben, bekräftigte er jedoch erneut.
Die kontroversen Auftritte in Davos zeigen, dass Trumps direkter und oft konfrontativer Kommunikationsstil auch in seiner aktuellen Amtszeit ein Markenzeichen bleibt. Die Reaktionen aus Europa fielen entsprechend deutlich aus und dürften die transatlantischen Beziehungen weiter belasten.
