EU verlängert Handelssanktionen gegen USA um sechs Monate
Die Europäische Kommission setzt Vergeltungsmaßnahmen im Wert von 93 Milliarden Euro gegen die USA bis August 2026 aus. Die Entscheidung folgt auf eine Entspannung im transatlantischen Handelskonflikt.

Die Europäische Union verlängert die Aussetzung von Vergeltungsmaßnahmen gegen die Vereinigten Staaten um weitere sechs Monate. Das ursprünglich für den 7. Februar 2026 geplante Auslaufen der Aussetzung wird nun bis voraussichtlich August 2026 verschoben. Das Handelspaket umfasst Gegenmaßnahmen im Gesamtwert von 93 Milliarden Euro (109,19 Milliarden US-Dollar).
Hintergrund des Handelskonflikts
Die Vergeltungsmaßnahmen wurden in der ersten Jahreshälfte 2025 während laufender Handelsgespräche zwischen Brüssel und Washington vorbereitet. Nachdem beide Seiten im August 2025 eine gemeinsame Erklärung zum Handel verabschiedet hatten, setzte die EU das Paket erstmals für sechs Monate aus. Diese Ruhephase diente dazu, den Dialog zwischen den Handelspartnern zu fördern und eine Eskalation zu vermeiden.
Neue Zolldrohungen durch Trump
In der vergangenen Woche rückte das Thema erneut in den Fokus der Öffentlichkeit. US-Präsident Donald Trump hatte damit gedroht, neue Zölle gegen acht europäische Länder zu verhängen. Diese Drohung stand im Zusammenhang mit dem Bestreben Washingtons, Grönland zu erwerben. Für die EU hätte das vorbereitete Vergeltungspaket als unmittelbares Reaktionsinstrument gedient, falls die USA ihre Zolldrohungen umgesetzt hätten.
Fokus auf gemeinsame Handelserklärung
Nachdem die unmittelbare Zollbedrohung durch die USA entfallen ist, will sich die Europäische Union wieder auf die Umsetzung der gemeinsamen EU-US-Erklärung konzentrieren. Olof Gill, Sprecher der Europäischen Kommission, bestätigte, dass die Kommission in Kürze einen Vorschlag zur Verlängerung der ausgesetzten Gegenmaßnahmen einbringen werde. "Um es absolut klarzustellen – die Maßnahmen bleiben ausgesetzt, aber wenn wir sie zu irgendeinem Zeitpunkt in der Zukunft benötigen, können sie wieder aktiviert werden", betonte Gill.
Bedeutung für deutsche Unternehmen
Die Verlängerung der Aussetzung schafft Planungssicherheit für deutsche Exporteure und Unternehmen mit transatlantischen Geschäftsbeziehungen. Ein Handelskonflikt in diesem Umfang hätte erhebliche Auswirkungen auf die deutsche Wirtschaft gehabt, da die USA einer der wichtigsten Handelspartner Deutschlands sind. Die fortgesetzte Aussetzung signalisiert die Bereitschaft beider Seiten, den Dialog fortzuführen und eine Eskalation zu vermeiden, auch wenn die EU ihre Handlungsfähigkeit durch die Option einer jederzeitigen Reaktivierung der Maßnahmen demonstriert.
