Trump droht EU mit Zöllen wegen Grönland – Dimon-Dementi
US-Präsident Donald Trump eskaliert den Grönland-Streit und droht acht europäischen NATO-Partnern mit gestaffelten Importzöllen. Gleichzeitig dementiert er Berichte über ein Fed-Jobangebot an JPMorgan-Chef Jamie Dimon.

US-Präsident Donald Trump hat am Wochenende eine diplomatische Krise ausgelöst, indem er acht europäischen Nationen mit massiven Handelszöllen drohte. Der Grund: Die Länder sollen einem vollständigen Verkauf Grönlands an die USA zustimmen. Parallel dementierte Trump Medienberichte über ein angebliches Jobangebot an JPMorgan-CEO Jamie Dimon für den Fed-Vorsitz.
Zoll-Eskalation ab Februar
In einem Beitrag auf Truth Social kündigte Trump an, dass Waren aus Dänemark, Norwegen, Schweden, Frankreich, Deutschland, Großbritannien, den Niederlanden und Finnland ab 1. Februar mit 10 Prozent Zöllen belegt würden. Diese Strafzölle sollen bis zum 1. Juni schrittweise auf 25 Prozent ansteigen – zusätzlich zu den bereits bestehenden durchschnittlichen EU-Zöllen von 15 Prozent.
Die Drohung gefährdet das im August 2025 geschlossene EU-US-Handelsabkommen sowie ähnliche Vereinbarungen mit Großbritannien. Ein US-Regierungsvertreter begründete die Maßnahme mit "Feststellungen zur nationalen Sicherheit", räumte jedoch ein, dass die EU bislang keine Zölle im Rahmen des Deals gesenkt habe.
Trump rechtfertigte die drastischen Schritte damit, dass die betroffenen Länder "aus unbekannten Gründen nach Grönland gereist" seien. Dies stelle eine "sehr gefährliche Situation für die Sicherheit und das Überleben unseres Planeten" dar. Beobachter vermuten hinter Trumps Interesse strategische Verteidigungsaspekte, Zugang zu Rohstoffvorkommen oder die Kontrolle über die westliche Hemisphäre.
Europäische Empörung und Gegenwehr
Die europäischen Staats- und Regierungschefs reagierten mit scharfer Kritik. Der Europäische Rat berief für Sonntag eine Krisensitzung der Botschafter ein und kündigte eine koordinierte Antwort an. Frankreichs Präsident Emmanuel Macron stellte klar: "Keine Einschüchterung oder Drohung wird uns beeinflussen."
Die dänische Premierministerin Mette Frederiksen wies Trumps Vorwürfe über verdächtige Truppenbewegungen zurück. Die verstärkte Präsenz diene lediglich der "Erhöhung der Sicherheit" in der Arktis. EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen und Ratspräsident Antonio Costa bekundeten "volle Solidarität" mit Dänemark und Grönland.
EU-Außenpolitikchefin Kaja Kallas warnte, dass Spaltungen unter den Verbündeten Russland und China in die Hände spielen würden. Auch eine parteiübergreifende US-Delegation in Kopenhagen distanzierte sich von Trumps Vorgehen und lobte die verstärkte NATO-Präsenz in der Arktis als notwendige Antwort auf russische Aggression.
Grönland nicht zum Verkauf
Sowohl Dänemark als auch Grönland haben wiederholt betont, dass das autonom verwaltete Territorium nicht zum Verkauf steht. Die USA unterhalten bereits die strategisch wichtige Pituffik Space Base auf Grönland. Ein Abkommen aus dem Jahr 1951 erlaubt den USA, dort Truppen zu stationieren.
Trump hatte in der Vergangenheit nicht ausgeschlossen, notfalls Gewalt anzuwenden, um das arktische Gebiet zu erwerben. Diese Äußerungen sorgten international für Bestürzung.
Dementi bei Fed-Vorsitz und Klageankündigung
Am selben Tag widersprach Trump einem Bericht des Wall Street Journal, wonach er Jamie Dimon den Vorsitz der Federal Reserve angeboten habe. "Es gab kein Jobangebot", bestätigte Dimon in einer Erklärung. Eine Sprecherin von JPMorgan Chase räumte ein, man hätte "wachsamer sein sollen", um die Geschichte vor der Veröffentlichung zu korrigieren.
Zusätzlich kündigte Trump an, JPMorgan Chase innerhalb der nächsten zwei Wochen wegen "Debanking" zu verklagen. Die Bank soll nach dem Sturm auf das US-Kapitol am 6. Januar 2021 Konten aus politischen Gründen geschlossen haben. JPMorgan bekräftigte, dass Konten "nicht aufgrund politischer oder religiöser Überzeugungen geschlossen werden sollten".
Dimon, eine der einflussreichsten Persönlichkeiten der Wall Street, hatte sich zuvor für die Unabhängigkeit der Fed ausgesprochen und Trumps Vorschlag einer Obergrenze von 10 Prozent für Kreditkartenzinsen kritisiert.
