Trump droht China und erhöht Chip-Zölle
Neue Handelsmaßnahmen auch gegen Indien wegen russischer Ölimporte angekündigt

US-Präsident Donald Trump hat erneut mit Strafzöllen gegen China gedroht und zugleich angekündigt, dass alle Halbleiterimporte in die Vereinigten Staaten künftig mit einem Zuschlag von 100 Prozent belegt werden könnten. Hintergrund der Ankündigung ist laut Trump der anhaltende Import von russischem Öl durch China. Konkrete Details nannte der Präsident dabei nicht, ließ aber offen, wann und in welcher Form die Maßnahme umgesetzt werden könnte.
Bereits wenige Tage zuvor hatte Trump einen zusätzlichen Zoll von 25 Prozent auf Waren aus Indien verhängt. Auch hier wurde der Handel mit russischen fossilen Brennstoffen als Begründung genannt. Indien war im Juni nach China der zweitgrößte Käufer russischer Energieträger, mit einem Importvolumen im Wert von rund 4,5 Milliarden Euro. Die neuen Zölle gegen Indien machen das Land nun gemeinsam mit Brasilien zu einem der am stärksten betroffenen Handelspartner der USA.
Indien reagierte mit deutlicher Kritik auf die Entscheidung und bezeichnete die Strafzölle als unfair, ungerechtfertigt und unvernünftig. Die indische Regierung kündigte an, alle notwendigen Schritte zu ergreifen, um die nationalen Interessen zu wahren. Auch Brasilien hatte sich bereits zuvor gegen die US-Zölle gewehrt und die Welthandelsorganisation eingeschaltet.
Mit dem geplanten Importzoll von 100 Prozent auf Chips und Halbleiter richtet sich Trump gegen die globale Elektronikproduktion. Der US-Präsident hatte bereits im Frühjahr angedeutet, entsprechende Maßnahmen zu prüfen. Sollten die Zölle wie angekündigt ohne Ausnahmen greifen, könnte dies breite Auswirkungen auf die Preise elektronischer Produkte in den USA haben, da ein Großteil der weltweit genutzten Chips in Asien gefertigt wird. Besonders betroffen wären Komponenten für Smartphones wie das iPhone, die überwiegend vom taiwanesischen Hersteller TSMC stammen.
Trump äußerte sich zu den geplanten Zöllen bei einem gemeinsamen Auftritt mit Apple-Chef Tim Cook im Weißen Haus. Dabei betonte er, dass Unternehmen, die ihre Produktion in die USA verlagerten, von den neuen Abgaben verschont bleiben könnten. Cook kündigte in diesem Zusammenhang zusätzliche Investitionen von 100 Milliarden Dollar in den Vereinigten Staaten an. Damit erhöht sich das Gesamtvolumen der Apple-Investitionen in den kommenden vier Jahren auf 600 Milliarden Dollar. Ziel sei es, die Lieferketten innerhalb der USA zu stärken und unter anderem mit Partnern wie Texas Instruments in Texas und Amcor in Arizona zusammenzuarbeiten.
