Trump befürwortet KI-Schutzmaßnahmen im Bankensystem und räumt Risiken ein
US-Präsident Trump sieht KI als Chance und Risiko für Banken – und fordert staatliche Sicherheitsvorkehrungen inklusive eines „Kill Switch".

US-Präsident Donald Trump hat sich in einem Interview mit dem Sender Fox Business Network sowohl zu den Risiken als auch zu den Chancen von Künstlicher Intelligenz (KI) im Bankensystem geäußert. Das am Mittwoch ausgestrahlte Gespräch, das bereits am Dienstag aufgezeichnet wurde, zeigt einen Präsidenten, der die Technologie differenziert betrachtet – und staatliche Eingriffsmöglichkeiten ausdrücklich befürwortet.
Auf die Frage, ob KI das Vertrauen in das Bankensystem untergraben könne, antwortete Trump gegenüber „Mornings with Maria": „Ja, wahrscheinlich. Aber es könnte auch die Art von Technologie sein, die dem Bankensystem zu wahrer Größe verhilft und es besser, sicherer und geschützter macht." Die Aussage verdeutlicht die ambivalente Haltung des Präsidenten gegenüber der Technologie.
Besonders bemerkenswert ist Trumps klare Positionierung zur staatlichen Regulierung: Auf die Frage, ob die Regierung über Sicherheitsvorkehrungen für KI-Technologie verfügen sollte – etwa einen sogenannten „Kill Switch", also einen Notaus-Schalter –, antwortete Trump schlicht: „Das sollte sie." Damit spricht sich der US-Präsident für konkrete staatliche Kontrollmechanismen im Umgang mit KI im Finanzsektor aus.
Anthropics KI-Modell im Fokus der Cybersicherheitsexperten
Trumps Äußerungen fallen in eine Zeit erhöhter Wachsamkeit gegenüber KI-Risiken im Finanzbereich. Cybersicherheitsexperten warnten in dieser Woche, dass das neue KI-Modell des US-amerikanischen Unternehmens Anthropic namens „Mythos" komplexe Cyberangriffe massiv verstärken könnte. Besonders die Bankenbranche mit ihren vielfach veralteten IT-Systemen stehe dabei vor erheblichen Herausforderungen.
Anthropic selbst lehnte eine Stellungnahme zu diesen Warnungen ab. Das Unternehmen teilte lediglich mit, dass die „Claude Mythos Preview" nicht allgemein verfügbar gemacht werde. Damit bleibt offen, wie das Unternehmen mit den geäußerten Sicherheitsbedenken umzugehen gedenkt.
Wachsende Debatte um KI-Sicherheit im Finanzsektor
Die Diskussion um KI im Bankwesen ist keine rein amerikanische Angelegenheit – auch in Deutschland und Europa beschäftigen sich Regulierungsbehörden wie die BaFin und die Europäische Zentralbank zunehmend mit den Risiken, die der Einsatz von KI in systemrelevanten Finanzinstituten mit sich bringt. Der EU AI Act setzt bereits einen regulatorischen Rahmen, der Hochrisiko-KI-Anwendungen im Finanzbereich strengen Anforderungen unterwirft.
Trumps Vorstoß in Richtung staatlicher Schutzmaßnahmen könnte die internationale Debatte weiter befeuern. Für deutsche Privatanleger und Bankkunden ist die Frage relevant, wie gut ihre Finanzinstitute gegen KI-gestützte Cyberangriffe gewappnet sind – und welche regulatorischen Sicherheitsnetze künftig greifen sollen.
Die Kombination aus wachsender KI-Leistungsfähigkeit, veralteter Banken-IT und noch unvollständiger Regulierung bleibt eine der zentralen Herausforderungen für die globale Finanzstabilität in den kommenden Jahren.
