Tödlicher Unfall in Codelcos Kupfermine Radomiro Tomic in Chile
Ein Arbeiter stirbt bei Wartungsarbeiten in der Kupfermine Radomiro Tomic von Codelco – die Behörden ermitteln.

Ein Arbeiter ist bei einem Unfall in der Kupfermine Radomiro Tomic des chilenischen Staatskonzerns Codelco im Norden Chiles ums Leben gekommen. Das Unternehmen bestätigte den Todesfall am Donnerstag. Der Vorfall ereignete sich nach Angaben des chilenischen Nationalen Dienstes für Katastrophenvorsorge und -reaktion (Senapred) gegen 08:50 Uhr Ortszeit, während ein Auftragnehmer Wartungsarbeiten durchführte.
Ersten Informationen zufolge ereignete sich der Unfall in einem Bereich, der mit einem Förderband in der Mine nahe der Stadt Calama verbunden ist. Senapred erklärte, es seien keine weiteren Notfälle im Zusammenhang mit dem Vorfall gemeldet worden. Die genauen Umstände sind bislang unklar.
Der chilenische Nationale Dienst für Geologie und Bergbau (Sernageomin) wurde über den Vorfall informiert und entsandte Personal zur Anlage, um die Unfallstelle zu inspizieren und die entsprechenden administrativen Maßnahmen einzuleiten. Die Behörden haben bisher nicht klären können, was zu dem tödlichen Unfall führte, und auch die Rolle des in ersten Berichten genannten Förderbands nicht erläutert.
Sicherheitsüberprüfung
Der Tod des Arbeiters reiht sich in eine Serie tödlicher Unfälle bei großen chilenischen Kupferbetrieben in den vergangenen Monaten ein. Damit rückt die Sicherheitslage im weltweit größten Kupfer produzierenden Land erneut in den Fokus. Erst am 26. September kam ein Arbeiter bei Wartungsarbeiten in der Escondida-Mine von BHP (ASX, LON: BHP) ums Leben.
Bei Codelco ereignete sich am 31. Juli 2025 ein noch schwerwiegenderer Unfall: Sechs Arbeiter starben bei der Operation El Teniente, der größten unterirdischen Kupfermine der Welt. Der Unfall zwang den staatlichen Bergbaukonzern dazu, die Produktion in mehreren Bereichen vorübergehend einzustellen, während die Behörden die Ermittlungen führten.
Die Häufung der Vorfälle wirft Fragen nach den Sicherheitsstandards in der chilenischen Kupferindustrie auf. Nach dem Unglück von El Teniente hatte Codelco bereits mit Produktionsunterbrechungen und behördlichen Untersuchungen zu kämpfen. Ob der jüngste Todesfall ähnliche Konsequenzen für den Betrieb in Radomiro Tomic haben wird, ist derzeit nicht absehbar.
Radomiro Tomic ist einer der Standorte, die die Kupferproduktion von Codelco im Norden Chiles stützen. Für deutsche Anleger ist die Entwicklung relevant, weil Codelco zu den größten Kupferproduzenten der Welt zählt und die chilenische Kupferversorgung den globalen Markt und damit auch die Preise für Industriemetalle beeinflusst. Sicherheitsvorfälle können Produktionsausfälle und zusätzliche regulatorische Auflagen nach sich ziehen.
Es wird erwartet, dass Codelco und die zuständigen Behörden weitere Informationen bereitstellen, sobald die Ermittlungen Fortschritte machen. Bis dahin bleiben die genaue Unfallursache und mögliche Konsequenzen für den Betrieb offen.
