Tiger Global und Adage Capital reduzieren Beteiligungen an KI-Giganten
Große Hedgefonds verkaufen Anteile an Microsoft, Nvidia und Amazon im vierten Quartal

Mehrere prominente Hedgefonds haben im vierten Quartal 2025 ihre Beteiligungen an den sogenannten "Magnificent 7" reduziert – jener Gruppe von KI-Schwergewichten, die in den vergangenen Jahren die Börsenrallye angeführt haben. Die jüngsten 13-F-Berichte zeigen, dass selbst überzeugte Tech-Investoren wie Tiger Global ihre Positionen zurückfahren.
Tiger Global verringerte seine <a class="tvreplink" target="_blank" href="https://de.tradingview.com/symbols/Nasdaq%3AMSFT">Microsoft-Beteiligung von 6,5 Millionen auf 5,47 Millionen Aktien. Trotz der Reduzierung bleibt der Hedgefonds mit einem Investment von 2,6 Milliarden Dollar einer der größten Microsoft-Investoren. Auch bei Amazon (minus 9,35 Prozent auf 10 Millionen Aktien) und Nvidia schnitt Tiger seine Positionen zurück.
Die Verkäufe spiegeln wachsende Sorgen wider, dass die Bewertungen der Tech-Giganten überzogen sein könnten. Zudem mehren sich Zweifel, ob die massiven KI-Investitionen der Unternehmen die erwarteten Renditen abwerfen werden. Dennoch bleiben die "Magnificent 7" für die meisten Fonds weiterhin die größten Positionen.
Berkshire Hathaway reduziert Apple-Anteil
Auch Warren Buffetts Berkshire Hathaway trennte sich im vierten Quartal von 4 Prozent seiner Apple-Aktien und verkaufte 77 Prozent seiner Amazon-Beteiligung. Apple bleibt mit einer Bewertung von 62 Milliarden Dollar dennoch die größte Position der Holdinggesellschaft.
Adage Capital meldete Kürzungen zwischen 1 und 3 Prozent bei Microsoft, Alphabet, Amazon und Nvidia. Gleichzeitig stockte der Fonds seine Oracle-Beteiligung um 19 Prozent auf 1,87 Millionen Aktien im Wert von 365 Millionen Dollar auf.
SoftBank löst Nvidia-Position auf
Die japanische SoftBank Group gab bekannt, ihre gesamte Nvidia-Beteiligung aufgelöst zu haben. Die im Oktober durchgeführte Transaktion diente der Finanzierung weiterer Investitionen in OpenAI, den Entwickler von ChatGPT. Seit Bekanntgabe des Verkaufs am 11. November ist die Nvidia-Aktie um etwa 7 Prozent gefallen.
Nvidia wird am 25. Februar seine Quartalsergebnisse vorlegen. Analysten erwarten laut LSEG-Daten im Durchschnitt einen Umsatzsprung von 67 Prozent. Der Chiphersteller hat mittlerweile selbst eine Investorenrolle übernommen und hält Beteiligungen an anderen börsennotierten Unternehmen, darunter 214,8 Millionen Intel-Aktien.
Selektives Vorgehen bei KI-Investments
D.E. Shaw, ein quantitativ arbeitender Hedgefonds, reduzierte ebenfalls seine Nvidia-, Micron- und Meta-Positionen, stockte aber Amazon und AMD auf. Das selektive Vorgehen zeigt, dass Anleger bei KI-bezogenen Aktien zunehmend differenzieren.
Einige Investoren zogen sich auch aus kleineren Tech-Werten zurück. Apis Capital kürzte seine Beteiligungen an Seagate Technology, Western Digital und SanDisk – allesamt Profiteure der KI-bedingten Nachfrage nach Datenspeichertechnologie. SanDisk legte 2026 bislang um 153 Prozent zu, Western Digital und Seagate um jeweils über 50 Prozent.
Dies ist nicht das erste Mal, dass die sogenannten Hyperscaler für Unruhe sorgen. Bereits vor einem Jahr verlor Nvidia 593 Milliarden Dollar Marktkapitalisierung an einem einzigen Handelstag, nachdem das chinesische Unternehmen DeepSeek ein kostengünstiges KI-Modell vorgestellt hatte. Die Aktie erholte sich zwar wieder, doch Spekulationen über eine mögliche KI-Blase halten an.
Die 13-F-Berichte vergleichen die Bestände zum 31. Dezember mit denen zum 30. September. Sie müssen innerhalb von 45 Tagen nach Quartalsende von institutionellen Anlegern eingereicht werden, erfassen jedoch keine Änderungen, die im laufenden ersten Quartal stattgefunden haben könnten.
