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Texas eröffnet Handelsbüro in London und visiert Dual-Listings an

Der US-Bundesstaat Texas stärkt seine Wirtschaftsbeziehungen zu Großbritannien mit einem neuen Büro in London und plant Börsendoppelnotierungen.

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Texas eröffnet Handelsbüro in London und visiert Dual-Listings an

Texas hat in London ein neues Handelsbüro eröffnet, um den internationalen Handel und Tourismus auszubauen. Das Handelsvolumen zwischen Texas und dem Vereinigten Königreich beläuft sich bereits auf rund 17 Milliarden US-Dollar pro Jahr. Der Schritt markiert eine neue Ära der wirtschaftlichen Zusammenarbeit zwischen dem US-Bundesstaat und der britischen Hauptstadt.

Historisch betrachtet ist die Verbindung zwischen Texas und London älter als man vermuten würde. In der St. James's Street, beim ältesten Weinhändler Londons, Berry Bros & Rudd, befand sich einst die Botschaft der Republik Texas – noch heute erinnert eine Plakette mit der Aufschrift „Texan Legation" daran. Nach dem Beitritt von Texas zu den USA im Jahr 1845 wurde die Botschaft geschlossen, wobei die texanischen Diplomaten offenbar eine unbezahlte Mietrechnung hinterließen. Knapp zwei Jahrhunderte später knüpft Texas nun nur wenige Schritte entfernt wieder an diese Geschichte an.

Dual-Listings zwischen London und Texas im Fokus

Senator Tan Parker aus Nord-Texas, republikanischer Mehrheitsführer im Senat von Texas, sieht in der neuen Präsenz großes Potenzial. „Einer der Aspekte, die ich als sehr überzeugend empfand, ist die Möglichkeit, Dual-Listings zwischen der London Stock Exchange und der Texas Stock Exchange zu prüfen", sagt er. Er hofft, dass dies Arbeitsplätze und Chancen für kleine und große Unternehmen schaffe – sowohl für texanische Firmen, die den britischen Markt erschließen wollen, als auch für britische Unternehmen, die in Texas Fuß fassen möchten.

Dies geschieht zu einem Zeitpunkt, an dem die texanische Hauptstadt Austin ihre eigene Börse als ernsthaften Herausforderer für New York positioniert. Die Texas Stock Exchange, die bereits unter dem Spitznamen „Y'all Street" bekannt ist, soll künftig auch internationalen Unternehmen eine Plattform bieten. Austins Bürgermeister Kirk Watson betont gegenüber BBC London: „Vor 25 Jahren begann Austin, eine große internationale Stadt zu werden, und wir tun viel dafür, in diese internationale Rolle hineinzuwachsen."

Watson hebt zudem die Bedeutung subnationaler Diplomatie hervor – also der direkten Zusammenarbeit zwischen Städten und Regionen, abseits der nationalen Ebene. Angesichts von „Verwirrung und Chaos auf der Weltbühne" seien solche Beziehungen zwischen Städten besonders wertvoll. Themen wie erneuerbare Energien, künstliche Intelligenz und der Umgang mit Rechenzentren in städtischen Gebieten sollen dabei im Mittelpunkt stehen.

London begrüßt den Schritt trotz eigener Herausforderungen

Die City of London Corporation reagierte enthusiastisch auf die Eröffnung des texanischen Handelsbüros. Die Lord Mayor der City, Dame Susan Langley, reiste im Februar eigens nach Dallas und schrieb auf X: „Mit dem Start der Texas Stock Exchange könnten neue Möglichkeiten für Dual-Listings britische und texanische Unternehmen mit frischem Kapital verbinden." Policy Chairman Chris Hayward bezeichnete die Eröffnung als einen „enormen Vertrauensbeweis" und unterstrich Londons Rolle als Tor zu den weltweiten Kapitalmärkten.

Hayward ergänzte: „London und Texas sollten nicht als Konkurrenten betrachtet werden; vielmehr können sich unsere Kapitalmärkte zum gegenseitigen Nutzen ergänzen." Texas gilt als die achtgrößte Volkswirtschaft der Welt – ein Gewicht, das auch in London ernst genommen wird.

Dabei steht London selbst vor wirtschaftlichen Herausforderungen. Der Ökonom Alexander Harvey von Oxford Economics ordnet den Schritt in eine „Phase gemischter wirtschaftlicher Erfolge für London" ein. Zwar sei das Beschäftigungswachstum in der Hauptstadt stärker gewesen als im Rest des Vereinigten Königreichs, doch die Produktivität stagniere seit der globalen Finanzkrise weitgehend. Harvey betont: „Investitionen in produktivitätssteigernde Technologien wie künstliche Intelligenz anzuziehen, wird entscheidend sein, wenn London seine Trendwachstumsrate erhöhen und seine Position als weltweit führende Stadt stärken will."

Hinzu kommt, dass die London Stock Exchange zuletzt mit einem Exodus namhafter britischer Unternehmen zu kämpfen hatte, die ihre Aktien zunehmend an ausländischen Märkten handeln. Vor diesem Hintergrund könnte die Annäherung an Texas und die Perspektive von Dual-Listings neue Impulse für den Londoner Kapitalmarkt liefern.

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