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Mondelez-Chef verteidigt Russland-Verbleib trotz Kriegsfinanzierung

CEO Dirk Van de Put räumt ein, nicht erfreut zu sein, dass Steuern den Krieg mitfinanzieren – hält Rückzug aber für falsch.

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Mondelez-Chef verteidigt Russland-Verbleib trotz Kriegsfinanzierung

Der Chef des Cadbury- und Milka-Herstellers Mondelez, Dirk Van de Put, hat die Entscheidung seines Unternehmens verteidigt, trotz des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine weiterhin in Russland tätig zu bleiben. Im Rahmen der BBC-Interviewreihe „Big Boss" räumte er jedoch offen ein: „Wir zahlen Steuern in Russland, die den Krieg unterstützen. Darüber bin ich nicht erfreut." Dennoch bezeichnete er den Verbleib als „die richtige Entscheidung".

Van de Put begründete die Entscheidung vor allem mit dem Schutz der Mitarbeiter und dem Risiko einer staatlichen Übernahme. Ein Rückzug hätte tausende Arbeitsplätze gefährdet und den Kreml möglicherweise dazu veranlasst, die lokalen Aktivitäten von Mondelez zu beschlagnahmen. „Sie hätten unser Werk beschlagnahmt. Das hätte ihnen wahrscheinlich eine viel größere Einnahmequelle verschafft, indem sie unsere Produkte weiterverkaufen, um den Krieg zu finanzieren", sagte Van de Put der BBC.

Seit dem Beginn der großangelegten russischen Invasion im Februar 2022 hat Russland für Mondelez einen Jahresumsatz zwischen 1 Milliarde und 1,4 Milliarden US-Dollar generiert. Das Unternehmen betonte, Neuinvestitionen in das Russlandgeschäft eingestellt und Werbeausgaben ausgesetzt zu haben. Viele westliche Konzerne wie McDonald's hatten sich nach dem Einmarsch vollständig aus Russland zurückgezogen.

Politischer Druck aus dem britischen Parlament

Mondelez steht wegen seiner Russland-Präsenz erheblich unter Druck. Mehr als 70 britische Abgeordnete unterzeichneten einen Brief der parteiübergreifenden parlamentarischen Gruppe für die Ukraine, in dem sie das Unternehmen zum Rückzug aufforderten. Alex Sobel, Vorsitzender der Gruppe, schrieb: „Die Fortsetzung der Geschäftstätigkeit in einer Nation, die für den Tod unzähliger ukrainischer Zivilisten und die Entführung tausender Kinder verantwortlich ist, lässt sich unter keiner Definition von ‚Business as usual' rechtfertigen."

Van de Put zeigte Verständnis für die Kritik, blieb aber bei seiner Position: „Ich denke, mit der Zeit versucht man, in dem gesamten Konflikt neutral zu bleiben. Wir versuchen nicht, Partei zu ergreifen. Können wir dafür kritisiert werden? Ja, natürlich." Der Konzernchef bezeichnete den Verbleib als „nicht die populärste Entscheidung", aber als die richtige.

Mondelez bleibt auch in der Ukraine aktiv

Parallel dazu ist Mondelez weiterhin in der Ukraine tätig – trotz der unmittelbaren Kriegsgefahr. Das Unternehmen betreibt zwei Produktionsstätten im Land: eine in Trostjanez nahe der russischen Grenze und eine in Wyschhorod nahe der Hauptstadt Kiew. Am Morgen des BBC-Interviews wurde nach Angaben von Van de Put ein Bürogebäude in der Ukraine getroffen. „Alle sind in Sicherheit", sagte er. „Aber ja, das ist die Realität der Situation."

Eines der Werke wurde bereits zweimal durch Kriegseinwirkung beschädigt und jeweils wieder aufgebaut – zu Kosten im zweistelligen Millionenbereich. Van de Put betonte das Engagement des Konzerns für seine ukrainischen Mitarbeiter: „Wir haben die Gehälter aller Mitarbeiter verdoppelt, als der Konflikt begann, und wir haben niemanden entlassen." Mondelez stellt neben Cadbury und Milka auch Philadelphia-Frischkäse, Ritz-Cracker und Toblerone her.

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