Teuerung und hohe Lebensmittelpreise belasten Verbraucher im Mai
Inflationsrate sinkt leicht, während Verbraucher mit hohen Lebensmittelpreisen zu kämpfen haben

Verbraucherpreise steigen im Mai um 6,1 Prozent, während die Teuerungsrate im Vergleich zum April abgeschwächt ist. Dies geht aus den Berechnungen des Statistischen Bundesamtes hervor. Die Präsidentin des Bundesamtes, Ruth Brand, betont, dass die Inflation weiterhin auf einem hohen Niveau bleibt, auch wenn sich die Rate abgeschwächt hat. Die Preise sind minimal um 0,1 Prozent gesunken.
Ein Grund für den Rückgang der Teuerung ist eine sinkende Inflation bei den Energiepreisen. Diese stiegen unterdurchschnittlich um 2,6 Prozent. Jedoch ist zu beachten, dass es sich um einen "Basiseffekt" handelt, da im Vergleichszeitraum des Vorjahres drastische Preisanstiege aufgrund des russischen Angriffs auf die Ukraine zu verzeichnen waren. Die Preisbremsen für Strom, Erdgas und Fernwärme haben den Preisanstieg im Energiesektor ebenfalls gedämpft.
Obwohl die Energiepreise langsamer steigen, sind die Lebensmittelpreise nach wie vor hoch. Im Mai lag die Inflationsrate bei Nahrungsmitteln bei 14,9 Prozent, was eine leichte Abschwächung gegenüber dem Vormonat bedeutet. Insbesondere Molkereiprodukte, Brot und Getreideerzeugnisse sowie Fisch und Meeresfrüchte sind teurer geworden. Bei Zucker, Marmelade, Honig und anderen Süßwaren sowie bei Gemüse wurden ebenfalls Preisanstiege verzeichnet. Hingegen sind Speisefette und Speiseöle günstiger geworden.
Auch außerhalb von Energie und Lebensmitteln bleibt die Teuerungsrate hoch. Ohne diese Bereiche liegt sie im Mai bei 5,4 Prozent. Dies zeigt, dass auch in anderen Produktbereichen weiterhin ein Preisanstieg zu verzeichnen ist. Dienstleistungen haben sich ebenfalls verteuert, im Durchschnitt um 4,5 Prozent. Die Einführung des Deutschlandtickets für 49 Euro hat sich dämpfend auf die Preise für kombinierte Tickets für Bahn, Bus und Ähnliches ausgewirkt.
Für viele Verbraucherinnen und Verbraucher sind die hohen Preise eine große Belastung, insbesondere für Menschen mit niedrigem Einkommen. Die Verbraucherzentralen warnen vor anhaltenden finanziellen Schwierigkeiten. Laut einer Umfrage im Auftrag des Verbands schränken sich 44 Prozent der Bundesbürger beim Kauf von Lebensmitteln ein, während 76 Prozent beim Energieverbrauch sparen. Besuche in Bars und Restaurants sowie Urlaube und Reisen werden ebenfalls eingeschränkt. Die Bundesregierung wird aufgefordert, Maßnahmen zur finanziellen Sicherheit zu ergreifen.
