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Tesla vs. Rivian: Welche Elektroauto-Aktie überzeugt jetzt mehr?

Beide EV-Aktien verloren 2026 deutlich an Wert – doch nur eine zeigt echte Stärke nach den Q1-Ergebnissen.

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Tesla vs. Rivian: Welche Elektroauto-Aktie überzeugt jetzt mehr?

Zwei der bekanntesten Elektroauto-Aktien haben einen schwachen Start ins Jahr 2026 hingelegt. Tesla (TSLA) verlor seit Jahresbeginn rund 13%, während Rivian Automotive (RIVN) sogar etwa 24% einbüßte – inklusive eines deutlichen Kurseinbruchs nach dem Quartalsbericht. Beide Unternehmen haben nun ihre Ergebnisse für das erste Quartal 2026 vorgelegt, was einen direkten Vergleich ermöglicht.

Die zentrale Frage für Anleger lautet: Welche der beiden Wachstumsaktien bietet trotz der jüngsten Kursverluste das bessere Chance-Risiko-Verhältnis? Ein genauer Blick auf die Zahlen liefert aufschlussreiche Antworten.

Tesla: Starke Margen, aber massiv steigende Ausgaben

Teslas erstes Quartal fiel auf den ersten Blick ermutigend aus. Der Umsatz stieg im Jahresvergleich um 16% auf 22,4 Milliarden US-Dollar – eine willkommene Erholung nach dem ersten jährlichen Umsatzrückgang in der Unternehmensgeschichte im Vorjahr. Der bereinigte Gewinn je Aktie (Non-GAAP) sprang um 52% auf 0,41 US-Dollar, und die Bruttomarge verbesserte sich von 16,3% auf 21,1% – die beste Quartalsmarge seit geraumer Zeit.

Dennoch gibt es Wermutstropfen. Die Auslieferungen stiegen zwar um 6% im Jahresvergleich, doch produzierte Tesla rund 50.000 Fahrzeuge mehr als es verkaufte – ein mögliches Indiz für ein Nachfrageproblem. Zudem sank der Umsatz im Segment Energieerzeugung und -speicherung um 12%, während die Installationen von einem Rekordwert von 14,2 Gigawattstunden im vierten Quartal 2025 auf 8,8 Gigawattstunden zurückgingen.

Die größte Überraschung lieferte der Ausblick auf die Investitionsausgaben. Das Management erwartet für 2026 Kapitalausgaben (Capex) von mehr als 25 Milliarden US-Dollar – deutlich mehr als die zuvor prognostizierten 20 Milliarden und fast das Dreifache der 8,6 Milliarden, die 2025 ausgegeben wurden. Finanzvorstand Vaibhav Taneja sprach von einer „sehr großen Phase der Kapitalinvestitionen". Diese Mittel fließen in KI-Rechenleistung, das Cybercab, Megapack 3, den humanoiden Roboter Optimus sowie den Robotaxi-Dienst, der bereits in Austin, Dallas und Houston betrieben wird. CEO Elon Musk räumte allerdings ein, dass Robotaxi-Umsätze in diesem Jahr noch nicht wesentlich ins Gewicht fallen werden.

Trotz der positiven Margenentwicklung wird die Tesla-Aktie derzeit zum rund 190-fachen der Konsensschätzungen für den Gewinn je Aktie der nächsten zwölf Monate gehandelt – eine anspruchsvolle Bewertung, die bereits große Erfolge bei Autonomie und Robotik einpreist.

Rivian: R2-Start mit deutlich höherem Preis als erwartet

Rivians Quartalsbericht fiel weniger optimistisch aus. Der Umsatz stieg im Jahresvergleich um 11% auf 1,38 Milliarden US-Dollar, gestützt durch 10.365 Auslieferungen – ein Plus von 20%. Die Umsätze mit Software und Dienstleistungen legten um 49% zu, wobei ein Großteil auf das Joint Venture mit der Volkswagen Group entfällt. Der Verlust je Aktie verringerte sich von 0,48 auf 0,33 US-Dollar.

Dennoch bleibt Rivian tief in der Verlustzone. Das bereinigte EBITDA lag bei minus 472 Millionen US-Dollar, und das Management erwartet für das Gesamtjahr 2026 einen bereinigten EBITDA-Verlust von 1,8 bis 2,1 Milliarden US-Dollar.

Das meistdiskutierte Thema war der Produktionsstart des R2 – Rivians lang erwarteter Mittelklasse-SUV. CEO RJ Scaringe zeigte sich zuversichtlich: „Ich glaube, dass der R2 für unsere Kunden wegweisend sein wird und ein wichtiger Treiber für das langfristige Wachstum und die Rentabilität unseres Unternehmens sein wird." Doch der Einstiegspreis von 57.990 US-Dollar liegt deutlich über den rund 45.000 US-Dollar, mit denen Rivian jahrelang geworben hatte. Eine günstigere Version wird erst Ende 2026 erwartet – und selbst diese wird preislich nicht in der Nähe von 45.000 US-Dollar liegen. Eine Version zu diesem Preis ist laut Unternehmensangaben nicht vor „Ende 2027" geplant.

Fazit: Tesla vorne, aber beide Aktien bleiben riskant

Im direkten Vergleich erscheint Tesla derzeit als die solidere Wahl. Der Konzern generiert Barmittel und verfügt über eine erhebliche Liquidität von 44,7 Milliarden US-Dollar an liquiden Mitteln und kurzfristigen Investitionen. Rivian hingegen hat noch nicht bewiesen, dass es Fahrzeuge in großem Maßstab profitabel produzieren kann – und die jüngsten Quartalszahlen deuten nicht auf eine baldige Trendwende hin.

Für deutsche Privatanleger gilt dennoch: Beide Aktien bergen erhebliche Risiken. Teslas Bewertung setzt bereits auf den großen Durchbruch bei autonomem Fahren und Robotik, während Rivians Weg zur Profitabilität fast vollständig vom erfolgreichen Hochlauf des R2 abhängt. Anleger sollten beide Titel mit entsprechender Vorsicht und einem langen Anlagehorizont betrachten.

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