ANZEIGE

Tesla startet Serienproduktion des Elektro-Lkw Semi in Nevada

Tesla hat die Serienfertigung seines Elektro-Lkw Semi im US-Bundesstaat Nevada aufgenommen – mit ehrgeizigen Zielen.

•• 2 Min
Tesla startet Serienproduktion des Elektro-Lkw Semi in Nevada

Tesla hat offiziell die Serienproduktion seines Elektro-Lkw „Semi" aufgenommen. Wie das Unternehmen bei einer Veranstaltung in Sparks im US-Bundesstaat Nevada bekannt gab, läuft die Fertigung in einer eigens dafür errichteten Fabrik bereits seit Ende April. Das erklärte Produktionsziel liegt bei 50.000 Einheiten pro Jahr.

Mit dem Semi vollzieht Tesla den Schritt vom reinen Pkw-Hersteller zum Anbieter für den kommerziellen Güterverkehr. Der Lkw wurde ursprünglich bereits 2017 vorgestellt. In einer Phase, in der die Dieselpreise in den USA Rekordhöhen erreichten, positioniert Tesla das Fahrzeug als wirtschaftlich attraktive Alternative für Flottenbetreiber.

Reichweite und autonomes Fahren

Dan Priestley, Teslas Direktor für Semi-Engineering, bestätigte bei der Veranstaltung die technischen Eckdaten: Die Langstreckenvariante erzielt voll beladen eine Reichweite von 500 Meilen, umgerechnet rund 800 Kilometer. Eine Standardversion kommt auf 325 Meilen. CEO Elon Musk, der per Video zugeschaltet war, betonte zudem, dass der Lkw künftig über Teslas autonomes Fahrsystem verfügen soll.

Der Weg bis zur Serienreife war allerdings lang. Bereits Ende 2022 hatte Tesla erste limitierte Auslieferungen an Kunden wie PepsiCo vorgenommen. Ursprünglich war der Produktionsstart jedoch für 2019 geplant gewesen – eine erhebliche Verzögerung, die das Projekt über Jahre begleitete.

Widersprüchliche Signale aus dem Juli

Erst im Juli hatte das Unternehmen für Verunsicherung gesorgt. In einem Aktionärsbrief strich Tesla die Prognose für eine großvolumige Produktion im laufenden Jahr und verschob sie auf 2026. In Branchenkreisen schürte dies Sorgen hinsichtlich der Nachfrage und des Wettbewerbs im Segment der schweren Elektro-Lkw.

Trotz dieser Signale zeigt sich das Unternehmen optimistisch. Musk verwies auf eine „signifikante" Warteliste und riet Interessenten dazu, frühzeitig weitere Bestellungen aufzugeben. Zu den ersten Kunden zählen neben PepsiCo auch DHL und US Foods.

Großauftrag aus der Frachtbranche

Besonders bemerkenswert ist ein aktueller Großauftrag. Wie die Non-Profit-Organisation Catalyst Mobility berichtete, hat ein Konsortium aus weltweit führenden Frachtunternehmen, darunter <a class="tvreplink" target="_blank" href="https://de.tradingview.com/symbols/Nasdaq%3AMSFT">Microsoft und PepsiCo, 2.500 Einheiten bestellt. Dies entspricht nahezu der doppelten Anzahl der bisherigen US-Flotte an elektrischen Lkw der Klasse 8. Zudem sicherte sich das schwedische Frachttechnologie-Unternehmen Einride AB bereits im Vormonat einen Auftrag über 500 Fahrzeuge.

Für deutsche Anleger ist die Entwicklung in mehrfacher Hinsicht relevant. Der Semi adressiert das Segment der schweren Nutzfahrzeuge, das bislang stark von Dieselantrieben geprägt ist. Gelingt Tesla der Hochlauf der Produktion, könnte das Unternehmen von einem strukturellen Wandel im Güterverkehr profitieren. Zugleich bleibt die Diskrepanz zwischen dem ambitionierten Ziel von 50.000 Einheiten jährlich und der im Juli kommunizierten Verschiebung der Großserienfertigung auf 2026 ein Risikofaktor, den der Markt genau beobachten dürfte.

Die kommenden Quartale werden zeigen, ob Tesla die angekündigten Stückzahlen tatsächlich erreicht und ob die Warteliste in verbindliche Bestellungen mündet. Die Aufträge von PepsiCo, DHL, US Foods, Microsoft und Einride liefern dafür zumindest eine erste belastbare Grundlage.

Tesla SemiElektro-LkwSerienproduktionNevadaElon MuskPepsicoElektromobilitätAutonomes Fahren

Meistgelesene News

  1. Volvo Cars kämpft mit EX60-Produktionsziel und Batterieplänen
  2. Jugendarbeitslosigkeit in China steigt im August auf 18,9 Prozent
  3. Iran-Kriegsende droht: Insider kaufen trotz Ölpreis-Risiko Energieaktien
  4. SpaceX-Aktie: Kann eine 5.000-Dollar-Investition zum Millionär machen?
  5. Ölpreise fallen: Asien importiert Höchstmenge Rohöl seit Iran-Krieg

Disclaimer