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Tauron plant 919-Millionen-Dollar-Umbau des Kohlekraftwerks Siersza

Polnischer Energieversorger stellt Kohlekraftwerk auf Gas, Speicher und Solarenergie um.

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Tauron plant 919-Millionen-Dollar-Umbau des Kohlekraftwerks Siersza

Der polnische Energieversorger Tauron hat am Mittwoch ehrgeizige Pläne für den Umbau seines Kohlekraftwerks Siersza vorgestellt. Mit Investitionen von bis zu 3,5 Milliarden Zloty (rund 919 Millionen US-Dollar) soll der Standort grundlegend transformiert werden. Die Umstrukturierung umfasst den Zubau von Gas-, Speicher- und Solarkapazitäten.

Die Pläne sind Teil einer umfassenden Strategie von Tauron, seine Kohlekraftwerke auf emissionsärmere, flexible Quellen umzustellen. Diese sollen künftig durch erneuerbare Energien und Batteriespeicher ergänzt werden. Das gesamte Projektportfolio am Standort Siersza umfasst eine neue Kapazität von bis zu 800 Megawatt (MW).

Bestehende Kohleeinheiten bleiben vorerst am Netz

Die bestehenden Kohleeinheiten am Standort Siersza sollen mindestens bis Ende 2027 weiterbetrieben werden. Tauron beabsichtigt, an der nächsten Auktion des polnischen Kapazitätsmarktes teilzunehmen, um den Betrieb der Kohleeinheiten bis 2028 aufrechtzuerhalten. Ein möglicher Betrieb über diesen Zeitpunkt hinaus bis 2030 ist jedoch abhängig von den nationalen und EU-weiten Vorschriften.

Damit schafft Tauron einen geordneten Übergang, der die Versorgungssicherheit während der Transformationsphase gewährleisten soll. Die Kohleverstromung bleibt in Polen weiterhin ein wichtiger Pfeiler der Energieversorgung, auch wenn der Druck aus Brüssel zur Dekarbonisierung zunimmt.

Gasturbine als künftiges Herzstück

Ein zentrales Element der Umstrukturierung ist der Bau einer Open-Cycle-Gasturbine mit einer Leistung von rund 630 MW. Diese könnte nach 2030 zur Hauptstromerzeugungsquelle am Standort Siersza werden. Gasturbinen dieser Bauart zeichnen sich durch eine hohe Flexibilität aus und können schnell hoch- und heruntergefahren werden, was sie ideal als Ergänzung zu fluktuierenden erneuerbaren Energien macht.

Neben der Gasturbine plant Tauron zudem ein großflächiges Energiespeichersystem sowie den Bau von Solaranlagen am Standort. Auch ein Projekt zur thermischen Abfallbehandlung ist Teil des Investitionspakets. Damit verfolgt Tauron einen integrierten Ansatz, der verschiedene Technologien kombiniert.

Hintergrund: Polens Energiewende

Polen steht als eines der kohleabhängigsten Länder Europas vor einer gewaltigen Transformationsaufgabe. Der staatlich kontrollierte Energiesektor muss einerseits die Klimaziele der Europäischen Union erfüllen, andererseits die Energieversorgungssicherheit und bezahlbare Preise gewährleisten. Tauron als einer der größten polnischen Energieversorger spielt dabei eine Schlüsselrolle.

Die Umstellung des Kraftwerks Siersza ist ein Paradebeispiel für diesen Spagat: Während die Kohleverstromung schrittweise zurückgefahren wird, investiert das Unternehmen parallel in moderne Gaskraftwerke, Speicher und erneuerbare Energien. Mit einem Investitionsvolumen von knapp einer Milliarde US-Dollar gehört das Projekt zu den größeren Einzelinvestitionen im polnischen Energiesektor.

Ob die ambitionierten Pläne wie vorgesehen umgesetzt werden können, hängt maßgeblich von der weiteren Entwicklung der regulatorischen Rahmenbedingungen auf nationaler und EU-Ebene ab. Der Ausgang der nächsten Kapazitätsmarkt-Auktion wird ein erster wichtiger Indikator für den weiteren Zeitplan sein.

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