Taiwan und USA vertiefen Tech-Kooperation bei KI und Halbleitern
Die USA und Taiwan intensivieren ihre wirtschaftliche Zusammenarbeit. Bei einem hochrangigen Dialog in Washington standen Künstliche Intelligenz, Halbleiter-Lieferketten und Drohnen-Technologie im Fokus.

Hochrangige Vertreter der USA und Taiwans haben ihre strategische Partnerschaft im Technologiebereich bekräftigt. Der sechste "U.S.-Taiwan Economic Prosperity Partnership Dialogue" fand unter Leitung von US-Unterstaatssekretär Jacob Helberg und Taiwans Wirtschaftsminister Kung Ming-hsin statt. Das US-Außenministerium bezeichnete Taiwan dabei als "entscheidenden Partner".
Pax Silica Declaration unterzeichnet
Ein zentrales Ergebnis des Treffens war die Unterzeichnung der "Pax Silica Declaration". Diese von den USA initiierte Vereinbarung zielt darauf ab, die Lieferketten für Künstliche Intelligenz und Halbleiter abzusichern. Zusätzlich vereinbarten beide Seiten eine verstärkte Kooperation im Bereich der wirtschaftlichen Sicherheit.
"Taiwan ist ein entscheidender Partner bei diesen und anderen wichtigen Wirtschaftsinitiativen, und sein fortschrittlicher Fertigungssektor spielt eine Schlüsselrolle bei der Förderung der KI-Revolution", erklärte das US-Außenministerium. Die Inselrepublik gilt als weltweit führender Produzent fortschrittlicher Halbleiter, die für KI-Anwendungen unverzichtbar sind.
Breites Themenspektrum
Die Gespräche umfassten ein breites Spektrum strategisch wichtiger Bereiche. Neben der Sicherheit von Lieferketten für KI-Komponenten diskutierten die Delegationen auch die Zertifizierung von Drohnenkomponenten und die Zusammenarbeit bei kritischen Mineralien. Ein weiterer Schwerpunkt lag auf der Abwehr wirtschaftlichen Zwangs und der Förderung gemeinsamer Projekte in Drittländern.
Investitionsbarrieren im Fokus
Besondere Aufmerksamkeit galt steuerlichen Hindernissen, die Investitionen zwischen beiden Ländern erschweren. Taiwan drängt seit langem auf ein Abkommen zur Vermeidung der Doppelbesteuerung, um bilaterale Investitionen anzukurbeln. Anfang Januar hatten die USA und Taiwan bereits ein Abkommen zur Senkung von Zöllen auf taiwanesische Exporte geschlossen, das taiwanesische Investitionen in US-Halbleiter-Projekte fördern soll.
Geopolitische Dimension
Der Dialog findet vor dem Hintergrund angespannter Beziehungen zu China statt. Peking lehnt jegliche offiziellen Kontakte zwischen Taiwan und den USA kategorisch ab und betrachtet Taiwan als Teil seines Territoriums. Die taiwanesische Regierung weist diese Souveränitätsansprüche zurück und betont das Selbstbestimmungsrecht der 23 Millionen Einwohner.
Die USA sind trotz fehlender formeller diplomatischer Beziehungen Taiwans wichtigster internationaler Unterstützer und größter Waffenlieferant. Der Economic Prosperity Partnership Dialogue wurde 2020 während der ersten Trump-Administration ins Leben gerufen und hat sich als wichtiges Format für die wirtschaftliche Zusammenarbeit etabliert.
