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Südkoreas Kospi springt 18% nach KI-Chip-Ausverkauf

SK Hynix und Samsung führen die Erholung an – Amazon und Microsoft beflügeln den KI-Optimismus der Anleger weltweit.

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Südkoreas Kospi springt 18% nach KI-Chip-Ausverkauf

Die südkoreanischen Aktienmärkte haben am Freitag eine beeindruckende Erholung hingelegt. Der Leitindex Kospi schloss fast 18% höher und machte damit einen erheblichen Teil der dreitägigen Talfahrt wett, die zuvor Hunderte Milliarden US-Dollar an Marktwert vernichtet hatte. Treibende Kraft hinter dem Kurssprung waren die Chiphersteller SK Hynix und Samsung Electronics.

Ausgelöst wurde die Erholungsbewegung durch starke Quartalsergebnisse der US-Technologiegiganten Amazon und Microsoft. Beide Unternehmen übertrafen die Gewinnerwartungen der Analysten deutlich und stärkten damit den Optimismus der Anleger hinsichtlich der massiven Investitionen in künstliche Intelligenz (KI). Amazon legte im nachbörslichen Handel in New York am Donnerstag um mehr als 9% zu, Microsoft sogar um mehr als 15%.

Chip-Aktien mit spektakulären Kursgewinnen

SK Hynix, ein wichtiger Zulieferer des führenden KI-Chip-Unternehmens Nvidia, verzeichnete einen Kursanstieg von fast 30%. Samsung Electronics folgte mit einem Plus von 28%. Beide Konzerne hatten in der Vorwoche massive Kursverluste erlitten, als sich der Ausverkauf bei KI-bezogenen Aktien verschärfte. Anleger hatten zuvor Bedenken geäußert, ob die Hunderte Milliarden US-Dollar, die große Technologiekonzerne in KI investieren, tatsächlich die erhofften Renditen bringen würden.

Die positive Stimmung strahlte auch auf die Nachbarmärkte aus. Stark steigende Chip-Aktien verhalfen den Märkten in Japan und Taiwan ebenfalls zu deutlichen Kursgewinnen. Dies unterstreicht, wie eng die asiatischen Technologiemärkte mit dem globalen KI-Investitionszyklus verknüpft sind.

Regulatoren greifen ein, um Panikverkäufe zu bremsen

Zusätzlich zur positiven Nachrichtenlage aus den USA griffen auch die südkoreanischen Regulierungsbehörden ein. Sie kündigten Maßnahmen an, um den Ausverkauf dieser Woche einzudämmen und die Stabilität des Marktes zu sichern. Solche Eingriffe sind in Südkorea kein Novum: Der technologielastige Kospi wurde in diesem Jahr bereits mehrfach durch einen sogenannten „Circuit Breaker" gestoppt – ein Börsenmechanismus, der bei extremen Kursverlusten automatisch den Handel unterbricht, um Panikverkäufe zu beruhigen.

Der südkoreanische Markt hat in den vergangenen Monaten eine besonders hohe Volatilität erlebt. Ein wesentlicher Grund dafür ist die große Zahl an Privatanlegern, die in den Markt eingestiegen sind und mit ihren Kauf- und Verkaufsentscheidungen die Kursschwankungen verstärken.

Kospi trotz Rückgängen weit über Vorjahresniveau

Trotz der jüngsten Turbulenzen bleibt die Jahresbilanz des Kospi bemerkenswert positiv. Der Index hatte seinen Wert in diesem Jahr mehr als verdoppelt. Auch nach einer Reihe starker Rückgänge seit dem Erreichen eines Rekordhochs Mitte Juni liegt er immer noch mehr als 50% über dem Stand von Ende 2025. Dies zeigt, wie stark der KI-Boom die südkoreanischen Technologiewerte in die Höhe getrieben hat – und wie empfindlich der Markt auf Stimmungsschwankungen rund um das Thema künstliche Intelligenz reagiert.

Für deutsche Privatanleger verdeutlicht die Episode die enge Verflechtung globaler Technologiemärkte: Quartalsergebnisse amerikanischer Tech-Konzerne können innerhalb von Stunden die Kurse asiatischer Chip-Hersteller um Dutzende Prozentpunkte bewegen.

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