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Südkoreas Exporte wachsen so stark wie seit 1978 nicht

Rekordwachstum von 70,9 Prozent im Jahresvergleich: Halbleiter und KI-Nachfrage treiben Südkoreas Ausfuhren auf historische Höchststände.

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Südkoreas Exporte wachsen so stark wie seit 1978 nicht

Südkoreas Exporte haben im Juni das schnellste Wachstum seit fast 50 Jahren verzeichnet. Im Vergleich zum Vorjahr stiegen die Ausfuhren um 70,9 Prozent und erreichten mit 102,25 Milliarden US-Dollar einen neuen monatlichen Rekordwert. Laut vorläufigen Daten des südkoreanischen Ministeriums für Handel, Industrie und Ressourcen ist dies die stärkste Exportexpansion seit Oktober 1978.

Der Anstieg folgt auf einen bereits beeindruckenden revidierten Zuwachs von 53,4 Prozent im Mai. Auch die Importe legten deutlich zu: Sie stiegen im Juni um 30,1 Prozent auf 66,10 Milliarden US-Dollar. Daraus ergibt sich ein Handelsbilanzüberschuss von 36,15 Milliarden US-Dollar – der erste Monat, in dem die Marke von 30 Milliarden US-Dollar überschritten wurde. Im Mai hatte der Überschuss noch bei revidierten 27,04 Milliarden US-Dollar gelegen.

Halbleiter als zentraler Wachstumstreiber

Der wichtigste Motor hinter dem Exportboom sind Halbleiter. Die Chip-Exporte erreichten im Juni mit 44,82 Milliarden US-Dollar ebenfalls einen neuen monatlichen Rekordstand und verdreifachten sich damit gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Als Hauptgrund nennt das Handelsministerium den weltweiten Ausbau der KI-Infrastruktur, der die Nachfrage nach Speicherchips massiv antreibt.

Südkorea ist einer der weltweit führenden Produzenten von Halbleitern. Die beiden Branchenriesen Samsung Electronics und SK Hynix dominieren den globalen Markt für Speicherchips, insbesondere für sogenannte HBM-Chips (High Bandwidth Memory), die in KI-Beschleunigern wie denen von Nvidia zum Einsatz kommen. Die steigende Nachfrage nach KI-Rechenkapazitäten weltweit schlägt sich damit direkt in den südkoreanischen Exportzahlen nieder.

Milliarden-Investitionen in neue Chipfabriken geplant

Die starken Handelsdaten fallen zeitlich zusammen mit einer bedeutenden Ankündigung der südkoreanischen Regierung. Gemeinsam mit Samsung Electronics und SK Hynix hat die Regierung Pläne bekanntgegeben, mehr als 800 Billionen Won – umgerechnet rund 520 Milliarden US-Dollar – in neue Chip-Produktionsstätten im Südwesten Koreas zu investieren.

Die Investitionsinitiative geht auf Präsident Lee Jae Myung zurück, der die Ausgaben für die Halbleiterindustrie und die KI-Infrastruktur des Landes gezielt erhöhen will. Südkorea positioniert sich damit als einer der zentralen globalen Standorte für die Chipproduktion der Zukunft – in direkter Konkurrenz zu Initiativen in den USA, Europa und Taiwan.

Für deutsche Anleger und Beobachter sind diese Entwicklungen besonders relevant: Südkoreanische Chipexporte beeinflussen die globalen Lieferketten und damit auch die Kostenstruktur europäischer Technologie- und Automobilunternehmen, die auf Halbleiter angewiesen sind. Der anhaltende KI-Boom dürfte die Nachfrage nach Speicherchips auch in den kommenden Quartalen auf hohem Niveau halten.

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