Asiens Börsen brechen ein: Technologiewerte auf breiter Talfahrt
Ausverkauf bei Tech-Aktien erschüttert Asiens Märkte – Südkoreas Kospi löst Circuit Breaker aus, Nikkei verliert über 4 Prozent.

Die asiatischen Aktienmärkte haben am Freitag deutliche Kursverluste verzeichnet. Angeführt wurde der Ausverkauf von Technologieunternehmen, da Anleger zunehmend befürchten, dass die jüngsten Kursanstiege zu weit gegangen sein könnten. Besonders hart traf es den südkoreanischen Leitindex Kospi, der zeitweise um 8 Prozent einbrach und am Ende des Handelstages 5,8 Prozent tiefer schloss.
Der starke Rückgang des Kospi löste einen sogenannten Circuit Breaker aus – einen automatischen Mechanismus zur Eindämmung von Panikverkäufen, der den Handel für 20 Minuten aussetzte. Es war das dritte Mal in dieser Woche und bereits das fünfte Mal in diesem Jahr, dass dieser Schutzmechanismus in Südkorea aktiviert wurde. Der Aktienhandel in dem Land war in den vergangenen Monaten bereits besonders volatil.
Auslöser für die breite Marktkorrektur waren unter anderem schwache Signale aus den USA: Apple-Aktien verloren am Donnerstag rund 6 Prozent – der stärkste Tagesverlust seit mehr als einem Jahr. Hintergrund ist die Ankündigung des Konzerns, die Preise für iPads und MacBooks aufgrund stark gestiegener Kosten für Computerchips anzuheben. Auch <a class="tvreplink" target="_blank" href="https://de.tradingview.com/symbols/Nasdaq%3AMSFT">Microsoft-Aktien gaben nach, nachdem das Unternehmen höhere Preise für seine Xbox-Spielekonsolen mit gestiegenen Komponentenkosten begründet hatte.
KI-Investitionen und Bewertungsfragen belasten die Stimmung
Neben den steigenden Komponentenkosten belasten auch Sorgen rund um die massiven Ausgaben großer Technologiekonzerne für Künstliche Intelligenz (KI) die Anlegerstimmung. Hunderte Milliarden US-Dollar fließen in diesem Jahr in den Aufbau von KI-Infrastruktur – und Investoren fragen sich zunehmend, ob die aktuellen Bewertungen von Technologieaktien diese Ausgaben rechtfertigen.
David Makaryan, Senior Partner der Investmentfirma Alpha Pacific Group, erklärte: „Das langfristige Investitionsszenario für KI bleibt überzeugend, aber die Anleger werden weitaus selektiver bei der Frage, welche Unternehmen die vom Markt zugewiesenen Bewertungen rechtfertigen können." Händler würden die Bewertungen von Technologieaktien neu bewerten, während einige nach der Rallye der vergangenen Monate Gewinne mitnähmen.
Raymond Woo, Analyst bei Kyoto University Innovation Capital, ergänzte, dass die hohen Kosten für die Kommerzialisierung von KI-Tools schrittweise an die Verbraucher weitergegeben würden. Dies werfe „naturgemäß Fragen" auf, wie schnell die Nachfrage nach solchen Tools mit den Investitionen in KI übereinstimmen werde – und ob die heutigen Bewertungen von Technologieaktien realistisch seien.
Nikkei und SoftBank unter starkem Druck
Auch in Japan war die Lage angespannt: Der Nikkei 225 schloss mehr als 4 Prozent im Minus. Besonders hart traf es den Technologie-Investmentriesen SoftBank, dessen Aktien um 12,5 Prozent einbrachen. Weitere wichtige Indizes in der Region – darunter in Taiwan und auf dem chinesischen Festland – notierten ebenfalls deutlich schwächer.
Die Entwicklungen schüren die Sorge, dass steigende Komponentenkosten den Geräteabsatz beeinträchtigen könnten, was wiederum die Nachfrage nach Computerchips dämpfen würde. Für deutsche Anleger mit Engagements in asiatischen Technologiewerten oder entsprechenden ETFs ist die aktuelle Marktlage ein deutliches Signal, die eigenen Positionen kritisch zu überprüfen.
