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Südkorea will Samsung-Streik mit allen Mitteln verhindern

Premierminister warnt vor Verlusten von bis zu 100 Billionen Won und droht mit Notfall-Schlichtungsanordnung.

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Südkorea will Samsung-Streik mit allen Mitteln verhindern

Südkoreas Regierung will einen Streik beim Technologieriesen Samsung Electronics mit allen verfügbaren Mitteln abwenden. Premierminister Kim Min-seok erklärte am Sonntag nach einer Dringlichkeitssitzung mit Ministern, dass auch ein Notfall-Schiedsverfahren in Betracht gezogen werde. Hintergrund sind laufende Lohnstreitigkeiten zwischen dem Konzern und seiner Gewerkschaft.

Samsung Electronics ist für fast ein Viertel der gesamten südkoreanischen Exporte verantwortlich und beschäftigt mehr als 120.000 Mitarbeiter. Der Konzern arbeitet zudem mit rund 1.700 Zulieferern zusammen und macht 26 Prozent des heimischen Aktienmarktes aus. Ein Arbeitskampf bei dem weltgrößten Hersteller von Speicherchips hätte damit weitreichende Folgen für die gesamte südkoreanische Volkswirtschaft.

Milliardenverluste schon nach einem einzigen Streiktag

„Bereits ein einziger Tag Produktionsstopp in der Halbleiterfabrik von Samsung Electronics wird voraussichtlich direkte Verluste von bis zu 1 Billion Won nach sich ziehen", sagte Premierminister Kim. Das entspricht rund 667,68 Millionen US-Dollar. Besonders besorgniserregend sei jedoch, dass eine vorübergehende Unterbrechung der Halbleiter-Fertigungslinien zu monatelangem Stillstand führen könne.

Kim warnte zudem, dass der wirtschaftliche Schaden auf bis zu 100 Billionen Won anwachsen könnte, falls Materialien aufgrund eines Streiks entsorgt werden müssten. Diese Zahl verdeutlicht, wie empfindlich die hochkomplexen Halbleiter-Produktionsprozesse auf Unterbrechungen reagieren. Einmal gestoppte Fertigungslinien lassen sich nicht einfach von einem Tag auf den anderen wieder hochfahren.

Am Montag sollten die Lohnverhandlungen zwischen Samsung und der Gewerkschaft unter Einbeziehung eines staatlichen Schlichters wiederaufgenommen werden. Dieser Schritt gilt als wichtiges Signal, das die Sorgen über einen unmittelbar bevorstehenden Streik zumindest vorübergehend dämpfen könnte.

Notfall-Schlichtung als letztes Mittel

Als äußerstes Mittel steht der Regierung eine Notfall-Schlichtungsanordnung zur Verfügung, die vom Arbeitsminister erlassen werden kann. Voraussetzung ist, dass der Staat eine Gefährdung der Wirtschaft oder des täglichen Lebens durch einen Arbeitskampf erkennt. Eine solche Anordnung verbietet Arbeitskampfmaßnahmen unmittelbar für 30 Tage, während die Nationale Kommission für Arbeitsbeziehungen Vermittlungs- und Schiedsverfahren durchführt.

Dieses Instrument wurde bisher nur äußerst selten eingesetzt. Für die als gewerkschaftsfreundlich geltende südkoreanische Regierung wäre ein solcher Schritt politisch besonders heikel und würde einen außergewöhnlichen Eingriff darstellen. Die Gewerkschaft signalisierte ihrerseits Gesprächsbereitschaft und erklärte, sie werde in gutem Glauben verhandeln, um eine Einigung mit der Geschäftsführung zu erzielen.

Der Fall Samsung zeigt exemplarisch, wie eng Arbeitskonflikte in stark exportabhängigen Volkswirtschaften mit nationalen Wirtschaftsinteressen verknüpft sein können. Für internationale Investoren und Beobachter bleibt der Ausgang der Verhandlungen ein wichtiger Indikator für die Stabilität der globalen Halbleiterversorgung.

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