Trump schweigt gegenüber Xi zur Verteidigung Taiwans durch USA
US-Präsident Trump verweigerte Xi Jinping eine klare Antwort auf die Frage nach einer möglichen US-Verteidigung Taiwans.

US-Präsident Donald Trump hat erklärt, er habe dem chinesischen Präsidenten Xi Jinping keine direkte Antwort gegeben, als dieser fragte, ob die Vereinigten Staaten Taiwan im Falle eines chinesischen Angriffs verteidigen würden. Trump äußerte sich dazu am Freitag als Reaktion auf eine Reporterfrage. Die strategische Mehrdeutigkeit in der Taiwan-Frage bleibt damit ein zentrales Element der US-amerikanischen Außenpolitik.
Die Aussage Trumps fällt in den Kontext eines Gipfeltreffens zwischen den beiden Staatschefs, bei dem Taiwan als eines der brisantesten Themen auf der Agenda stand. Bereits zu Beginn des Treffens hatte Xi Trump eindringlich gewarnt, dass es zwischen den USA und China zu „Zusammenstößen und sogar Konflikten" kommen könnte, falls die langjährige Frage der Unabhängigkeit Taiwans falsch gehandhabt werde.
Xis deutliche Warnung an Washington
Xi machte gegenüber Trump unmissverständlich klar, dass „die gesamte Beziehung" zwischen beiden Nationen „in große Gefahr" geraten könnte, wenn dieses Thema nicht „ordnungsgemäß" behandelt werde. Dies berichtete die staatliche chinesische Nachrichtenagentur Xinhua am Donnerstag. Die Worte des chinesischen Präsidenten unterstreichen, welch enormes Gewicht Peking dem Taiwan-Konflikt beimisst.
Xi bezeichnete die „Taiwan-Frage" laut Xinhua als das „wichtigste Thema in den Beziehungen zwischen China und den USA". Diese Einschätzung verdeutlicht, dass Peking Taiwan nicht als regionales Problem, sondern als den entscheidenden Prüfstein für das gesamte bilaterale Verhältnis betrachtet. Für Investoren und Märkte weltweit ist die Stabilität in der Taiwanstraße von erheblicher wirtschaftlicher Bedeutung.
Hintergrund: Taiwan als geopolitischer Dauerbrenner
Taiwan ist seit Jahrzehnten einer der gefährlichsten Konfliktherde in der Welt. China betrachtet die demokratisch regierte Insel als Teil seines Territoriums und schließt eine militärische Wiedervereinigung nicht aus. Die USA unterhalten seit dem Taiwan Relations Act von 1979 enge inoffizielle Beziehungen zu Taipeh und liefern der Insel Rüstungsgüter – ohne jedoch eine formelle Verteidigungsgarantie abzugeben.
Die sogenannte „strategische Ambiguität" – also die bewusste Offenheit der USA darüber, ob sie Taiwan militärisch beistehen würden – ist seit Jahrzehnten ein Eckpfeiler der amerikanischen Taiwan-Politik. Trumps Weigerung, Xi gegenüber klar Stellung zu beziehen, reiht sich in diese Tradition ein, sendet aber zugleich ein Signal der Unberechenbarkeit, das sowohl Peking als auch Taipeh beschäftigen dürfte.
Für deutsche und europäische Anleger ist die Entwicklung rund um Taiwan von unmittelbarer wirtschaftlicher Relevanz. Taiwan ist der weltgrößte Produzent hochentwickelter Halbleiter – eine Eskalation des Konflikts hätte weitreichende Folgen für globale Lieferketten, Technologiemärkte und die Weltwirtschaft insgesamt.
