Asiens Börsen fallen trotz Trump-Xi-Gipfel ins Minus
Fehlende Details zu Handelsabkommen enttäuschen Anleger – Kospi, Nikkei und ASX 200 schließen deutlich schwächer.

Die asiatischen Aktienmärkte haben am Freitag trotz positiver Vorgaben der Wall Street und eines konstruktiven Tons beim Gipfeltreffen zwischen US-Präsident Donald Trump und Chinas Staatschef Xi Jinping nachgegeben. Die meisten Indizes der Region schlossen im Minus und beendeten die Woche in gedrückter Stimmung.
Trump erklärte gegenüber Reportern, beide Seiten hätten „fantastische Handelsabkommen" geschlossen. Die chinesische Regierung teilte ihrerseits mit, man habe mit den USA „eine Reihe neuer gemeinsamer Verständigungen" erzielt. Konkrete Details nannten jedoch weder Washington noch Peking – ein Umstand, der die Hoffnungen der Märkte auf greifbare Fortschritte bei Zöllen und wirtschaftlicher Zusammenarbeit enttäuschte.
Der Gipfel endete mit Trumps Abreise am Freitagnachmittag. Das Fehlen substanzieller Ankündigungen ließ Anleger in der Region vorsichtig agieren, zumal die jüngste Rallye bei Technologie- und Halbleiteraktien zeitgleich verpuffte.
Kospi bricht nach kurzem Rekordhoch ein
Besonders deutlich zeigte sich die Enttäuschung am südkoreanischen Aktienmarkt. Der Kospi stieg am Morgen erstmals kurzzeitig über die Marke von 8.000 Punkten – ein historischer Moment für den Index. Doch der Kursanstieg hielt nicht an: Der Index drehte ins Minus und schloss am Ende des Handelstages 6,1 Prozent tiefer. Hauptbelastungsfaktor waren Werte aus dem Chipsektor, der besonders sensibel auf Nachrichten rund um den US-chinesischen Handelskonflikt reagiert.
Auch Japans Leitindex Nikkei 225 konnte sich der negativen Stimmung nicht entziehen. Er schloss 2,0 Prozent tiefer, ebenfalls unter dem Druck von Halbleiterwerten. Der australische S&P/ASX 200 gab moderater nach und verlor 0,1 Prozent.
Technologie- und Halbleitersektor unter Druck
Die Schwäche im Technologie- und Halbleiterbereich zog sich wie ein roter Faden durch die asiatischen Märkte. Chipwerte hatten in den Wochen zuvor von Hoffnungen auf eine Entspannung im Handelsstreit zwischen den USA und China profitiert. Das Ausbleiben konkreter Vereinbarungen beim Gipfeltreffen ließ diese Hoffnungen vorerst unerfüllt.
Für deutsche Anleger mit Engagements in asiatischen Märkten oder in global aufgestellten Halbleiterunternehmen ist die Entwicklung ein Hinweis darauf, wie stark die Stimmung an den Börsen Asiens von den diplomatischen Signalen zwischen Washington und Peking abhängt. Solange keine verbindlichen Abkommen vorliegen, bleibt die Unsicherheit ein bestimmender Faktor für die Kursentwicklung in der Region.
Die Woche schloss damit für die asiatischen Aktienmärkte insgesamt schwächer, trotz der positiven Ausgangslage durch die Wall-Street-Vorgaben. Anleger warten nun auf konkretere Ergebnisse aus den Handelsgesprächen zwischen den beiden größten Volkswirtschaften der Welt.
