Stephen Miran verlässt Weißes Haus nach Fed-Nominierung durch Trump
Der umstrittene Fed-Gouverneur tritt vom Council of Economic Advisers zurück. Nachfolger Kevin Warsh soll Fed-Chef werden.

Stephen Miran ist von seiner Position als Vorsitzender des Council of Economic Advisers (CEA) im Weißen Haus zurückgetreten. Dies bestätigte der US-Nachrichtensender CNBC am Montag. Der Schritt erfolgt, nachdem Präsident Donald Trump angekündigt hatte, den ehemaligen Fed-Gouverneur Kevin Warsh als künftigen Notenbankchef zu nominieren.
Miran war im Januar 2025 dem Rat der Wirtschaftsberater der Trump-Administration beigetreten. Bereits im September 2025 wechselte er jedoch als Mitglied in den Gouverneursrat der Federal Reserve und ließ sich von seinem CEA-Posten beurlauben. Er übernahm die Restlaufzeit der Amtszeit von Adriana Kugler, einer von Präsident Biden ernannten Fed-Gouverneurin, die im August 2025 überraschend zurückgetreten war.
Ursprünglich hatte Miran angekündigt, nach Ablauf von Kuglers Amtszeit am 31. Januar zu seinem Posten im Weißen Haus zurückzukehren. Gleichzeitig machte er jedoch deutlich, dass er vom CEA zurücktreten würde, falls seine Zeit bei der Fed verlängert werden sollte. Mit der Nominierung von Kevin Warsh für seinen Sitz ist dieser Fall nun eingetreten.
Aggressive Zinspolitik sorgte für Kontroversen
Seit seinem Amtsantritt bei der Federal Reserve fiel Miran durch seine außergewöhnlich lockere Geldpolitik auf. Bei allen vier Sitzungen des Offenmarktausschusses (FOMC), an denen er teilnahm, stimmte er gegen die Mehrheit. Während die Zentralbank bei drei dieser Sitzungen die Zinsen um jeweils 0,25 Prozentpunkte senkte, plädierte Miran für deutlich aggressivere Senkungen um einen halben Prozentpunkt.
Bei der jüngsten Sitzung im Januar stimmte er erneut gegen die Entscheidung seiner Kollegen, die Leitzinsen in der Spanne von 3,5 bis 3,75 Prozent konstant zu halten. Miran hatte auch hier eine weitere Senkung um einen Viertelpunkt gefordert. Diese Position brachte ihm scharfe Kritik ein, insbesondere von demokratischen Politikern.
Politische Reaktionen und Nachfolge
Senatorin Elizabeth Warren aus Massachusetts kommentierte Mirans Rücktritt auf der Plattform X mit den Worten, dieser sei "141 Tage zu spät" erfolgt. Die Kritik richtete sich gegen Mirans als zu politisch empfundene Haltung in der unabhängigen Notenbank.
In einem Interview mit CNBC am Freitag hatte Miran selbst angemerkt, dass sein Sitz die einzige freie Position im Gouverneursrat für Kevin Warsh sei. Trump hat Warsh bereits als künftigen Fed-Vorsitzenden ins Gespräch gebracht, eine offizielle Nominierung steht jedoch noch aus. Die Personalie gilt als bedeutsam für die künftige Ausrichtung der US-Geldpolitik.
