Starboard Value erhöht Druck auf Tripadvisor mit Board-Umbau
Der aktivistische Investor hält nun mehr als 9% und will eine Mehrheitsliste für das Board nominieren.

Der aktivistische Investor Starboard Value macht ernst: Die von Jeff Smith geführte Investmentfirma plant, eine Mehrheitsliste für das achtköpfige Board von Tripadvisor zu nominieren. Das geht aus einem am Dienstag veröffentlichten Schreiben des Unternehmens hervor. Das Wall Street Journal hatte zuvor über die Pläne berichtet.
Starboard hatte im vergangenen Jahr eine Beteiligung an dem Betreiber des bekannten Reiseportals erworben. Seitdem hat die Firma ihre Position deutlich ausgebaut – der Anteil repräsentiert nun mehr als 9% des Unternehmens. Mit der Nominierung einer Mehrheitsliste für das Board übt Starboard erheblichen Druck auf das Management aus.
Aktivistische Investoren wie Starboard kaufen sich typischerweise in Unternehmen ein, die sie für unterbewertet oder schlecht geführt halten, und drängen dann auf strategische oder personelle Veränderungen. Eine Mehrheitsliste bedeutet, dass Starboard genug Kandidaten nominiert, um potenziell die Kontrolle über das Board zu übernehmen.
Tripadvisors Geschäftsmodell im Fokus
Tripadvisor betreibt nicht nur das gleichnamige Bewertungs- und Suchportal für Hotels und Reiseerlebnisse. Das Unternehmen besitzt auch Viator, eine Plattform zur Buchung von Touren und Aktivitäten, sowie TheFork, ein Tool für Restaurantreservierungen. Das diversifizierte Portfolio macht den Konzern zu einem bedeutenden Akteur im digitalen Reisemarkt.
Für Anleger ist die Entwicklung bedeutsam: Aktivistische Kampagnen führen häufig zu Restrukturierungen, Verkäufen von Unternehmensteilen oder Veränderungen in der Führungsebene. Wie Tripadvisor auf die Forderungen von Starboard reagiert, bleibt abzuwarten.
