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SpaceX: Analysten sehen KI-Rechenleistung als nächsten großen Wachstumsmotor

Der Verkauf von Zugang zu eigenen Rechenzentren könnte für SpaceX lukrativer werden als das Raketengeschäft, so Analysten.

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SpaceX: Analysten sehen KI-Rechenleistung als nächsten großen Wachstumsmotor

SpaceX ist vor allem für Raketenstarts und sein Starlink-Satellitennetz bekannt. Nach Einschätzung eines neuen Teams optimistischer Analysten liegt der nächste große Wachstumsmotor des Unternehmens jedoch nicht im Raketengeschäft, sondern in der KI-Rechenleistung. Das berichtet MarketWatch.

Im Zentrum dieser Einschätzung steht der Verkauf von Zugängen zu den eigenen Rechenzentren. Dieses Geschäft eröffnet SpaceX eine lukrative Chance, weil Wettbewerber Zugang zu Rechenleistung suchen – einer Schlüsselressource, die KI-Unternehmen zur Entwicklung ihrer Modelle benötigen. SpaceX hat sich damit zu einem bedeutenden Anbieter in einem Markt entwickelt, der als einer der gefragtesten der Gegenwart gilt.

Bereits heute zahlen große Konzerne für diese Kapazitäten. Laut Regulierungsdokumenten haben Unternehmen wie <a class="tvreplink" target="_blank" href="https://de.tradingview.com/symbols/Nasdaq%3AGOOG">Alphabet und Anthropic Verträge mit SpaceX abgeschlossen und werden Milliardenbeträge an das Raumfahrtunternehmen zahlen. Der Konzern tritt damit in eine Rolle, die bislang vor allem Cloud-Anbieter besetzen.

Der Bericht reiht sich in eine Serie von Meldungen ein, die SpaceX zunehmend als Infrastrukturkonzern beschreiben. Seit Monaten mehren sich Hinweise, dass das Unternehmen sein Geschäftsfeld deutlich über die klassische Raumfahrt hinaus ausweitet – hin zu einem Anbieter von Rechenkapazität für die KI-Branche.

Die Details

Die Analysten stützen ihre These auf die wachsende Nachfrage nach Rechenkapazität. SpaceX vermietet dem Bericht zufolge Zugänge zu seinen Rechenzentren, statt diese ausschließlich selbst zu nutzen. Zu den namentlich genannten Vertragspartnern gehören der Google-Mutterkonzern Alphabet mit den Aktienklassen GOOG und GOOGL sowie das KI-Unternehmen Anthropic.

Die Zahlungen fallen erheblich aus: Laut den Regulierungsdokumenten fließen Milliardenbeträge von diesen Konzernen an SpaceX. Für die beteiligten Unternehmen geht es dabei um mehr als eine reine Infrastrukturausgabe. Rechenleistung ist die Grundlage für das Training und den Betrieb großer KI-Modelle, weshalb sich der Zugang zu entsprechenden Kapazitäten zu einem knappen Gut entwickelt hat.

Bemerkenswert ist die Konstellation: SpaceX verkauft Zugang zu Rechenleistung an Wettbewerber und große Technologiekonzerne, die selbst über erhebliche Ressourcen verfügen. Genau in diesem Geschäft sieht das Analystenteam den nächsten großen Wachstumsmotor des Unternehmens – noch vor dem klassischen Raketengeschäft. Für die Bewertung des Konzerns verschiebt sich damit der Fokus: Nicht die Anzahl der Starts, sondern die Auslastung der Rechenzentren könnte künftig den Ausschlag geben.

Hinzu kommt, dass die Nachfrage nach Rechenleistung nach Einschätzung der Analysten weiter steigen dürfte. Wer über eigene Kapazitäten verfügt, kann diese Nachfrage direkt bedienen, ohne selbst ein KI-Modell entwickeln zu müssen. SpaceX agiert in diesem Modell als Vermieter der Infrastruktur, nicht als Anbieter eigener KI-Produkte.

Hintergrund: Was bisher geschah

Die Deals sind kein neues Phänomen. Bereits am 06.06.2026 berichtete aktien.news, dass Google dem Konzern monatlich 920 Millionen Dollar für gemietete Rechenkapazitäten zahlt. Die Vereinbarung läuft von Oktober dieses Jahres bis Ende Juni 2029 und dient Google dazu, seine KI-Dienste mit ausreichend Rechenleistung zu versorgen. Schon zuvor hatte SpaceX einen ähnlichen Vertrag mit dem KI-Unternehmen Anthropic abgeschlossen, bei dem monatlich 1,25 Milliarden Dollar in einem mehrjährigen Abkommen an SpaceX fließen.

Am 26.06.2026 berichtete aktien.news, dass SpaceX seine größte Wachstumschance im Bereich der künstlichen Intelligenz sieht. Von einem geschätzten adressierbaren Gesamtmarkt von 28,5 Billionen US-Dollar entfallen laut SpaceX 26,5 Billionen Dollar auf KI-Möglichkeiten – ein Verhältnis, das die strategische Ausrichtung des Unternehmens unterstreicht.

Am 18.07.2026 meldete aktien.news, dass SpaceX Gespräche mit dem US-Verteidigungsministerium führt. Laut einem Bericht des Wall Street Journal geht es um die Bereitstellung von Rechenzentrumskapazitäten im Wert von mehreren Milliarden US-Dollar, mit denen das Pentagon KI-Modelle betreiben könnte. Eine solche Partnerschaft würde die bereits bestehende Zusammenarbeit zwischen SpaceX, die Raketenstarts sowie satellitengestützte Kommunikation und Raketenverfolgung umfasst, deutlich ausweiten.

Am 15.09.2026 berichtete aktien.news über die Kapitalausgaben des Unternehmens. Im zweiten Quartal beliefen sich die gesamten Capex von SpaceX auf rund 18,4 Milliarden Dollar. Davon entfielen 15,8 Milliarden Dollar auf das KI-Geschäft, während für Starlink 1,4 Milliarden Dollar aufgewendet wurden. Im Zentrum der KI-Ambitionen stehen orbitale Rechenzentren, die als potenziell revolutionärer Leistungstreiber gelten.

Was das für Anleger bedeutet

Für deutsche Privatanleger ist die Entwicklung vor allem deshalb relevant, weil sie das Bild von SpaceX verändert. Das Unternehmen, das viele Anleger mit Raketenstarts und Starlink verbinden, positioniert sich zunehmend als Anbieter von KI-Infrastruktur. Die Kombination aus wiederkehrenden, milliardenschweren Zahlungen und einem wachsenden Markt für Rechenleistung dürfte für Bewertungsfragen eine zentrale Rolle spielen.

Gleichzeitig zeigt der Blick auf die Kapitalausgaben die Kehrseite. SpaceX investiert einen erheblichen Teil seiner Mittel in das KI-Geschäft, was bedeutet, dass die Erträge erst über die Laufzeit der Verträge anfallen. Anleger sollten daher sowohl die Auftragslage als auch die Investitionslast im Auge behalten. Eine Kauf- oder Verkaufsempfehlung lässt sich daraus nicht ableiten.

Hinzu kommt die Abhängigkeit von wenigen Großkunden. Alphabet und Anthropic gehören zu den wichtigsten Partnern; die Gespräche mit dem Pentagon könnten den Kundenkreis erweitern, sind aber bislang nicht abgeschlossen. Wer SpaceX als Investment bewertet, muss daher sowohl das Wachstumspotenzial im KI-Geschäft als auch die Konzentration auf wenige Auftraggeber gegeneinander abwägen.

Ausblick

Konkrete Termine nennt der Bericht kaum. Die Vereinbarung mit Google läuft von Oktober dieses Jahres bis Ende Juni 2029, der Vertrag mit Anthropic ist mehrjährig angelegt. Die Gespräche mit dem US-Verteidigungsministerium über Rechenzentrumskapazitäten dauern an; ein Abschluss ist bislang nicht bestätigt.

Im Fokus der weiteren Entwicklung dürften orbitale Rechenzentren stehen, die SpaceX als zentralen Pfeiler seiner KI-Strategie beschreibt. Ob und wann sich diese Pläne in zusätzliche Verträge übersetzen, ist offen. Der Markt für KI-Rechenleistung bleibt damit der zentrale Faktor, an dem sich die künftige Entwicklung des Konzerns messen lassen dürfte.

Kurz erklärt

  • Rechenleistung: die Verarbeitungskapazität von Servern, die KI-Modelle für das Training und den Betrieb benötigen.
  • Rechenzentrum: eine Einrichtung, in der viele Server gebündelt Rechenkapazität bereitstellen.
  • Kapitalausgaben (Capex): Investitionen eines Unternehmens in langfristige Sachanlagen und Ausrüstung.
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