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SpaceX-Aktie nach IPO-Kurssprung: Was die Geschichte sagt

SpaceX debütierte mit einem Kurssprung von 19% – doch historische Daten mahnen Anleger zur Vorsicht.

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SpaceX-Aktie nach IPO-Kurssprung: Was die Geschichte sagt

Space Exploration Technologies, besser bekannt als SpaceX, hat seinen Börsengang (IPO) erfolgreich absolviert. Die Aktie legte am ersten Handelstag um 19% zu und notiert seither noch deutlich höher. Mit einer Bewertung von 1,77 Billionen US-Dollar und einem Emissionserlös von rund 85,7 Milliarden US-Dollar – nach Ausübung der Mehrzuteilungsoption durch die Konsortialbanken – stellte SpaceX gleich zwei Rekorde auf.

Das Unternehmen sieht sich selbst als Anbieter des größten adressierbaren Marktes der Geschichte. Als Treiber gilt vor allem die wachsende Nachfrage nach Infrastruktur für künstliche Intelligenz (KI). CEO Elon Musk deutete in einem inzwischen gelöschten Beitrag auf X sogar an, dass der Umsatz von SpaceX bis 2030 die Marke von einer Billion US-Dollar erreichen könnte.

Was die IPO-Geschichte lehrt

Professor Jay Ritter von der Universität Florida hat Daten zu US-Börsengängen seit 1960 gesammelt. Die durchschnittliche Rendite am ersten Handelstag liegt demnach bis 2025 bei 17,7%. SpaceX liegt mit seinen 19% Kursgewinn am Debüttag leicht über diesem langjährigen Schnitt – und knapp unter dem Durchschnitt der Börsengänge seit 2010, der bei 22% liegt.

Das eigentliche Problem zeigt sich jedoch im weiteren Verlauf. Seit 1980 betrug die durchschnittliche Einjahresrendite für IPO-Aktien lediglich 5,6% – weit unter der durchschnittlichen Rendite des S&P 500. In den Jahren 2021 bis 2024 rutschten die durchschnittlichen Einjahresrenditen für Börsengänge sogar in den negativen Bereich: zwischen -11,6% und -49,1%. Der Durchschnitt seit 2011 liegt bei -1,7%.

Auch auf Drei-Jahres-Sicht ist das Bild ernüchternd. Börsengänge seit 1980 lagen in den ersten drei Handelsjahren im Schnitt 20,5 Prozentpunkte hinter dem Gesamtmarkt. Technologieunternehmen schneiden dabei etwas besser ab: Ihre durchschnittliche Drei-Jahres-Buy-and-Hold-Rendite ab dem ersten Schlusskurs liegt nur 12,7 Prozentpunkte hinter dem Markt.

Es gibt jedoch eine ermutigende Ausnahme: Technologie-Börsengänge mit einem Umsatz von mehr als 100 Millionen US-Dollar, die nicht auf dem Höhepunkt der Dotcom-Blase stattfanden, erzielten ab ihrem ersten Schlusskurs durchschnittliche Drei-Jahres-Renditen von 53,1% und übertrafen damit den Marktdurchschnitt um 13,7 Prozentpunkte. Allerdings ist die SpaceX-Aktie zum Zeitpunkt der Berichterstattung bereits um fast 30% gegenüber ihrem ersten Schlusskurs gestiegen – womit dieses historische Aufwärtspotenzial weitgehend ausgeschöpft erscheint.

Hohe Bewertung und geringer Streubesitz als Risikofaktoren

Zwei konkrete Faktoren sprechen gegen eine weitere starke Kursentwicklung. Erstens die Bewertung: SpaceX debütierte mit einem Kurs-Umsatz-Verhältnis (KUV) von rund 92 und wird inzwischen zum mehr als 140-fachen des Umsatzes gehandelt. Historische Daten zeigen, dass Börsengänge mit einem KUV von über 40 ab ihrem ersten Schlusskurs im Drei-Jahres-Zeitraum im Schnitt nur eine Rendite von 3,1% erzielten.

Zweitens der geringe Streubesitz: SpaceX hat lediglich rund 4% des Unternehmens an die Öffentlichkeit ausgegeben. Der Großteil der Aktien verbleibt bei frühen Investoren und Insidern, die durch Haltefristen (sogenannte Lockup-Perioden) gebunden sind. Läuft diese Frist ab, droht erheblicher Verkaufsdruck. Historisch gesehen schnitten Börsengänge mit einem Umsatz von mehr als 100 Millionen US-Dollar und einer Emission von weniger als 10% der Aktien auf Drei-Jahres-Sicht deutlich schlechter ab als jene, die mehr als 10% der Aktien platzierten.

SpaceX ist zweifellos ein außergewöhnliches Unternehmen, das viele Erwartungen bereits übertroffen hat. Doch die Kombination aus extremer Bewertung und begrenztem Streubesitz macht es schwer, den historischen Negativtrends zu entkommen. Für Anleger, die jetzt einsteigen möchten, liefert die Geschichte eine klare, wenn auch unbequeme Botschaft: Die Chancen stehen statistisch gesehen nicht auf ihrer Seite.

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