Solitario Resources: Bohrergebnisse Cat Creek zeigen Kupfer-Molybdän-Porphyrsystem in Colorado
Die ersten zwei Bohrungen auf dem Cat Creek Projekt in Colorado durchteufen porphyrische Kupfer-Molybdän-Mineralisierung – Analyseergebnisse stehen noch aus.

Solitario Resources Corp. (NYSE American: XPL) (TSX: SLR) hat vorläufige visuelle Ergebnisse seiner ersten beiden Bohrungen auf dem Cat Creek Projekt in Colorado veröffentlicht. In beiden Bohrlöchern wurden über signifikante Kernlängen porphyrische Kupfer-Molybdän-Mineralisierungen beobachtet – visuell als Chalkopyrit und Molybdänit, gestützt durch Hand-pXRF-Analysen. Bohrloch CC-002 war dabei sowohl im Molybdän- als auch im Kupfergehalt stärker mineralisiert als CC-001. Vorläufige Querschnitte der beiden Bohrungen hat das Unternehmen veröffentlicht.
Wichtig für die Einordnung: Es handelt sich ausschließlich um visuelle Befunde. Analysenergebnisse liegen noch nicht vor, belastbare Gehalte lassen sich daraus nicht ableiten. Die Aktie notierte zuletzt bei 0,80; als Veränderung wurden +0,02 beziehungsweise −2,44 Prozent angegeben. Cat Creek ist ein Gemeinschaftsprojekt, an dem Solitario nicht allein beteiligt ist.
„Dies ist ein hervorragender Start für Solitario am Cat Creek", sagte Chris Herald, Präsident und CEO von Solitario. „Obwohl wir den Gehalt der mineralisierten Abschnitte erst kennen werden, wenn wir die Analysenergebnisse erhalten, betrachten wir CC-001 und CC-002 als potenzielle Entdeckungsbohrungen eines neuen kupfer-molybdän-haltigen Porphyrisystems."
Die Details
Bohrloch CC-001 erreichte eine Gesamttiefe von 415,5 Metern bei einer Azimutrichtung von 340 Grad und einem Einfallen von 45 Grad. Nach der vorläufigen Dokumentation des Bohrkerns wies CC-001 an zwei Abschnitten sichtbaren Molybdänit (MoS2) auf. Der erste Abschnitt begann bei 250,5 Metern und erstreckte sich bis 280,5 Meter, was einer Kernlänge von 30 Metern entspricht. Molybdänit trat in diesem Intervall nur in Spuren auf. Das zweite Intervall reichte von 309,1 Meter bis 372,0 Meter und enthielt in der oberen Hälfte nur Spuren von Molybdänit, während die Häufigkeit in der unteren Hälfte – von 314 bis 372 Meter – zunahm, wo sichtbarer Molybdänit mit einer erhöhten Dichte an Quarzgängen verbunden war. Innerhalb dieses 58 Meter langen Kernintervalls enthielten vier Abschnitte mit Längen zwischen 2 und 12 Metern bis zu 10 Quarzadern pro Meter mit erhöhten Konzentrationen an sichtbarem Molybdänit. Das Bohrloch wurde bei 415,5 Metern in einer post-mineralischen Gesteinsader beendet. Chalkopyrit wurde visuell nicht identifiziert, doch notierte die pXRF-Analyse Kupferkonzentrationen von bis zu 500 ppm in den unteren 100 Metern des Bohrlochs.
Bohrloch CC-002 erreichte 641,0 Meter bei einer Azimutrichtung von 293 Grad und einem Einfallen von 65 Grad. Es wurde 286,5 Meter vertikal tiefer gebohrt als CC-001 und schnitt stärkere sichtbare Molybdänit- und Chalkopyrit-Vorkommen an. Molybdänit wurde über eine Kernlänge von 382,9 Metern festgestellt, beginnend bei 258,1 Metern Teufe und fortgesetzt bis zum Ende des Bohrlochs bei 641 Metern. Der Molybdänitgehalt wurde im Großteil dieses Intervalls als Spur beschrieben, eine reichlichere Molybdänit-Mineralisierung wurde jedoch im Bereich von 371,8 bis 584,5 Metern angetroffen. Sichtbarer Chalkopyrit (CuFeS2) ist lokal über ein 110,5 Meter langes Kernintervall im untersten Teil von CC-002 vorhanden, von 530,5 Metern bis zum Ende des Bohrlochs bei 641,0 Metern. In den unteren 37,2 Metern des Bohrlochs wurde reichlicher, gut entwickelter, matrixgestützter Chalkopyrit intermittierend in intrusiver Brekzie beobachtet.
Herald ordnete die Bedeutung der Kupferfunde ein: „Wir waren überrascht, signifikanten Chalkopyrit im unteren Teil des Bohrlochs CC-002 zu sehen, da wir ein reines Molybdän-Porphyrisystem erwartet hatten. Das Kupfer-Molybdän-Porphyriemodell wird zudem durch erhöhte Rheniumwerte an der Oberfläche gestützt." Und weiter: „CC-002 wurde 286,5 Meter tiefer gebohrt als CC-001; folglich glauben wir nicht, dass CC-001 tief genug gebohrt wurde, um die Kupferzone dieses komplexen Porphyrisystems zu erreichen. Auch die Alteration am Boden von CC-002 deutet darauf hin, dass sie nur die Spitze der kupferporphyrischen Mineralisierung durchdrungen hat, da die Alteration scheinbar von phyllitischer zu potassischer Alteration übergeht. In anderen kupferporphyrischen Systemen treten die besten Kupferwerte innerhalb und unterhalb der Zone der potassischen Alteration auf."
Das Cat Creek Project wurde ursprünglich von Anaconda Copper – einst eines der größten Bergbauunternehmen der Welt – als ein Molybdän-Ziel vom Colorado-Stil (Climax/Henderson) entwickelt. Anaconda führte umfangreiche Oberflächenexplorationen durch, darunter detaillierte geologische Kartierung, geochemische Probenahmen und eine begrenzte induktionspolare („IP") geophysikalische Untersuchung. Das Projekt war für Mitte 1983 zur Bohrung vorgesehen, doch aufgrund des Verkaufs von Anaconda durch die Muttergesellschaft Atlantic Richfield (ARCO) wurden alle unternehmensweiten Explorationsaktivitäten Anfang 1983 eingestellt. Die Liegenschaft wurde nie gebohrt, anschließend fanden keine weiteren Explorationsaktivitäten auf dem Grundstück statt.
Hintergrund: Was bisher geschah
Die Nachricht reiht sich in eine Serie von Explorationsmeldungen aus dem Kupfersektor ein, über die aktien.news zuletzt berichtet hat. Bereits am 28.07.2026 berichtete aktien.news, dass Algo Grande Copper bei seinem Projekt Adelita bedeutende Kupfermineralisierungen im Bereich Cerro Grande gemeldet und das Phase-II-Bohrprogramm durch den Einsatz eines zweiten, auf Ketten montierten Bohrgeräts beschleunigt hatte. Am 10.07.2026 meldete aktien.news, dass Mogotes Metals im Projekt Filo Sur eine Bohrstrecke von 180 Metern mit einem Kupferäquivalent von 0,98 Prozent veröffentlichte und damit die Entdeckung Albor weiter in die Tiefe und Breite erweiterte.
Am 15.08.2026 berichtete aktien.news, dass SLAM Exploration aus dem Kupfer-Nickel-Kobalt-Projekt Goodwin in New Brunswick einen Bohrkernabschnitt von 24,60 Metern mit 1,19 Prozent Kupferäquivalent aus einer Massivsulfidzone gemeldet hatte. Und bereits am 15.06.2026 meldete aktien.news, dass Spanish Mountain Gold neue Analyseergebnisse aus acht Diamantbohrlöchern seines laufenden Bohrprogramms 2025–2026 im Cariboo Gold Corridor in British Columbia veröffentlichte; bis dahin waren in dem Programm rund 28.500 Meter an Bohrungen abgeschlossen.
Diese Meldungen zeigen: Bei Porphyr- und Massivsulfidprojekten in Nordamerika sind derzeit zahlreiche Juniorunternehmen mit Bohrprogrammen aktiv. Solitario gehört zu diesem Segment, unterscheidet sich aber in einem Punkt – Cat Creek war jahrzehntelang unberührt, weil die Exploration dort 1983 abgebrochen wurde.
Was das für Anleger bedeutet
Für deutsche Privatanleger ist die zentrale Einschränkung dieser Meldung eindeutig: Es liegen keine Gehaltsangaben vor. Sichtbarer Molybdänit und Chalkopyrit im Bohrkern belegen lediglich, dass mineralisierte Zonen angetroffen wurden. Ob sich daraus wirtschaftlich abbauwürdige Gehalte ergeben, klären erst die Laboranalysen. Solitario weist in seinem Ausblick auf zukunftsorientierte Aussagen ausdrücklich darauf hin, dass das Vorhandensein historischer Minen und Ressourcen neben den Grundstücken oder die Ähnlichkeit der Geologie mit bekannten Lagerstätten nicht zwangsläufig das Vorhandensein wirtschaftlich abbauwürdiger Mineralablagerungen belegt.
Zur Unternehmenssubstanz: Neben Cat Creek hält Solitario Beteiligungen am Golden Crest Goldprojekt und am Bright Angel Kupfer-Gold-Projekt in Colorado. Die Golden-Crest-Eigentümer in South Dakota stellen strategische Landbesitzungen (25.117 Acres) entlang der westlichen und südwestlichen Erweiterungen des Homestake-Wharf-Bergbaugebiets dar, das etwa 52 Millionen Unzen Gold produziert hat. Hinzu kommen Joint-Venture-Interessen am hochgradigen Lik-Zinklager in Alaska (mit Teck Resources) und am hochgradigen Florida-Canyon-Zinkprojekt in Peru (mit Nexa Resources). Beide Projekte repräsentieren fortschrittliche Explorationsvorhaben, in die insgesamt über 110 Millionen US-Dollar investiert wurden. Im Florida-Canyon-Projekt wird Solitario durch die Joint-Venture-Vereinbarung mit Nexa bis zur Produktion getragen; Nexa befindet sich derzeit im Prozess der Übernahme durch Boliden, was Boliden zum zweitgrößten Zinkproduzenten der Welt machen würde, sofern die Transaktion wie geplant abgeschlossen wird.
Zur Bilanz: Die Liquiditätsposition von Solitario liegt bei ungefähr 7,0 Millionen US-Dollar. Newmont Corporation hält Anteile an den 92,4 Millionen ausgegebenen Aktien von Solitario; auch Management und Verwaltungsrat sind – ohne Optionen gerechnet – am Unternehmen beteiligt. Die Aktie wird an der NYSE American unter dem Kürzel XPL und an der Toronto Stock Exchange unter SLR gehandelt. Der Kurs notierte zuletzt bei 0,80.
Ausblick
Die Kernproben von Cat Creek für CC-001 wurden geteilt und kürzlich zur Analyse ins Labor geschickt. Die Kernproben von CC-002 beginnen gerade verarbeitet zu werden. Die Analysenergebnisse werden innerhalb von zwei bis drei Monaten erwartet. Sie sind der nächste wesentliche Informationspunkt für das Projekt.
Darüber hinaus plant Solitario nach den Worten von CEO Herald, später im Herbst oder früh im nächsten Sommer eine umfangreichere und detailliertere induktionspolare geophysikalische Untersuchung durchzuführen, um die nächste Bohrkampagne zu steuern. Als Begründung verweist Herald darauf, dass viele größere Kupfersysteme erhebliche Mengen an Molybdän beherbergen – sowohl innerhalb des Kupferlagers als auch flankierend die stärksten Teile eines Kupferporphyrs. Kupfer-Molybdän-Porphyrisysteme sind zudem dafür bekannt, Rhenium und Edelmetalle zu beherbergen; Rhenium gilt als eines der seltensten Metalle der Erde und als wichtiges kritisches Metall für die Verteidigungs- und Energieindustrie.
Die Explorationskernproben von Cat Creek werden bei ALS Global in Reno, Nevada, vorbereitet und analysiert, was unabhängig von Solitario ist. Am Projekt werden gründliche QA/QC-Protokolle eingehalten, einschließlich der Einfügung von Duplikaten, Leer- und Standardproben in den Analysekanal für alle Bohrungen. Die Proben werden direkt vom Bohrgerät gesammelt, dokumentiert, fotografiert, in zwei Proben geteilt, und jeweils die Hälfte wird direkt über sichere Chain-of-Custody-Protokolle an American Assay Labs eingereicht. Alle Aktivitäten vor dem Versand werden direkt von Geologen von Solitario überwacht. Die Proben werden von einer 250-Gramm-Probe aufbereitet; ungefähr 225 Gramm der Pulverprobe werden für die Feuerassay-Analyse vorbereitet. Die Assays basieren auf einem 30-Gramm-Feuerassay-Aliquot für Gold mit atomarer Absorption als Abschluss. Übersteigt der Goldwert aus der Atomaren Absorption 10 g/t, wird eine zusätzliche 30-Gramm-Pulverprobe für Gold mittels gravimetrischem Abschluss gefeuert. Die wissenschaftlichen und technischen Informationen wurden von Sandor Ringhoffer, CPG, SME RM, einem geologischen Berater von Solitario, geprüft und genehmigt, der eine qualifizierte Person gemäß NI 43-101, Standards of Disclosure for Mineral Projects, ist.
Kurz erklärt
- Porphyrisches System: Großflächige Mineralisierung, die typischerweise an erkaltete magmatische Gesteinskörper gebunden ist und häufig Kupfer, Molybdän sowie begleitende Metalle enthält.
- Molybdänit: Das wichtigste Molybdänerz, das im Bohrkern als silbrig-graues, oft blättriges Mineral sichtbar wird.
- Chalkopyrit: Das mengenmäßig bedeutendste Kupfererz, ein messinggelbes Sulfid aus Kupfer, Eisen und Schwefel.
- pXRF: Ein tragbares Röntgenfluoreszenz-Gerät, das Metallkonzentrationen direkt am Bohrkern grob abschätzt, aber Laboranalysen nicht ersetzt.
- Kernlänge: Die im Bohrkern gemessene Länge eines mineralisierten Abschnitts, die nicht zwangsläufig der tatsächlichen Mächtigkeit im Gestein entspricht.
- induzierte Polarisation (IP): Ein geophysikalisches Messverfahren, das Bereiche mit erhöhten Sulfidanteilen im Untergrund sichtbar macht.
