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Software-Fehler verzögert FAA-Zulassung der Boeing 737 MAX 10

Ein neuer Software-Fehler bremst die ohnehin jahrelang verzögerte Zulassung der Boeing 737 MAX 10 weiter aus.

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Software-Fehler verzögert FAA-Zulassung der Boeing 737 MAX 10

Ein neuer Software-Fehler verzögert die Zulassung der Boeing 737 MAX 10 durch die US-Luftfahrtbehörde FAA erneut. Wie aus Berichten hervorgeht, will die Behörde erst nach einer vollständigen Bewertung des Problems über die Freigabe entscheiden. Für Boeing ist das ein weiterer Rückschlag bei einem Flugzeugtyp, auf den das Unternehmen große Hoffnungen setzt.

Konkret geht es um die vertikale Navigation nach einem abgebrochenen Landeversuch. Diese Funktion steht den Piloten in bestimmten Situationen zunächst nicht zur Verfügung. Betroffene Crews haben in diesem Fall nur Zugriff auf eine niedrigere Automatisierungsstufe des Systems. Boeing betont, dass die Piloten für eine Landung ohne Automatisierung ausgebildet seien und das System über eine festgelegte Schrittfolge reaktiviert werden könne.

Boeing arbeitet an dauerhafter Lösung

An einer dauerhaften Lösung arbeitet der Konzern nach eigenen Angaben bereits: Ein Software-Update soll den Fehler beheben. Wie viele 737-MAX-Maschinen tatsächlich betroffen sind, ist bislang unklar. Nach Informationen des Wall Street Journal wurde Boeing bereits seit November 2024 auf das Problem hingewiesen. Der Fehler geht demnach auf ein früheres Software-Update zurück.

Für Anleger ist die Nachricht ein Dämpfer. Die Boeing-Aktie gab im US-Handel am Montag rund fünf Prozent nach. Viele Investoren hatten damit gerechnet, dass die Zulassung der 737 MAX 10 zeitnah erfolgt. Frühere Medienberichte hatten eine Freigabe in den kommenden Wochen in Aussicht gestellt. Diese Erwartung ist nun wieder infrage gestellt.

Die Zulassung der 737 MAX 10 ist bereits seit Jahren überfällig. Der Flugzeugtyp ist für Boeing im Wettbewerb mit dem europäischen Rivalen Airbus von zentraler Bedeutung. Mit bis zu 230 Sitzen und mehr als 1.500 Bestellungen gehört die MAX 10 zu den wichtigsten Modellen der Zukunft. Erst kürzlich hatte Boeing die Zulassung der kleineren 737 MAX 7 erhalten, was die Hoffnung auf eine schnellere Freigabe der größeren Variante genährt hatte.

Eine Geschichte voller Rückschläge

Die 737 MAX hat Boeing in die schwerste Krise der jüngeren Unternehmensgeschichte gestürzt. Zwei tödliche Abstürze im Oktober 2018 und im März 2019 forderten fast 350 Todesopfer. Als zentraler Auslöser gilt eine Assistenzsoftware, die zu stark in die Steuerung der Maschinen eingriff. Boeing setzte die Produktion der 737 MAX zeitweise aus. Mitarbeiter hatten Schulungen für diese Software im Zertifizierungsprozess als unnötig erklärt.

Auch nach der Wiederzulassung kam der Konzern nicht zur Ruhe. Im Januar 2024 brach bei einer Maschine im Steigflug ein Rumpfteil heraus, was neue Zweifel am Qualitätsmanagement aufwarf. Insgesamt wurden bislang mehr als 2.000 Maschinen der 737-MAX-Familie ausgeliefert.

Für Privatanleger bedeutet die aktuelle Entwicklung, dass die Unsicherheit rund um Boeing vorerst bestehen bleibt. Der Zeitpunkt der Zulassung der 737 MAX 10 hängt nun maßgeblich davon ab, wie schnell die FAA das Software-Problem bewertet und wie zügig Boeing ein Update vorlegt. Anleger sollten die weitere Berichterstattung sowie offizielle Statements von Boeing und der FAA aufmerksam verfolgen, da jede Verzögerung die Auslieferungs- und Umsatzplanung des Konzerns beeinflussen kann.

Die Aktie reagiert traditionell empfindlich auf Nachrichten aus dem Zulassungsprozess. Angesichts der bereits mehrfach verschobenen Termine dürfte das Vertrauen der Anleger in eine baldige Freigabe weiter auf die Probe gestellt werden. Ob der Software-Fehler nur eine kurzfristige Hürde darstellt oder die Zulassung erneut um Monate verschiebt, ist derzeit offen.

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