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Lufthansa rechnet mit höheren Kerosin-Kosten wegen Iran-Krieg

Konzernchef Spohr erwartet Mehrkosten über 1,5 Milliarden Euro – Ticketpreise sollen weiter steigen.

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Lufthansa rechnet mit höheren Kerosin-Kosten wegen Iran-Krieg

Die Lufthansa muss sich auf deutlich höhere Treibstoffkosten einstellen. Konzernchef Carsten Spohr rechnet damit, dass die Kerosin-Mehrkosten über die zuletzt genannten 1,5 Milliarden Euro hinausgehen werden. Als Grund nennt er den Iran-Krieg und die dadurch ausgelösten neuen Sorgen um die globale Ölversorgung. Spohr äußerte sich am Montagabend vor Journalisten in Frankfurt.

Hintergrund ist die angespannte Lage am Ölmarkt. Der Preis für die Nordseesorte Brent liegt wieder deutlich über 100 Dollar je Barrel, also je 159 Liter. Zusätzlichen Druck erzeugt das Vorrücken der Huthi-Miliz im Jemen an der Meerenge Bab al-Mandab, einer wichtigen Route für den globalen Öltransport. Steigende Spritpreise treffen die Luftfahrt damit unmittelbar ins operative Geschäft.

Treibstoffkosten steigen auf 8,7 Milliarden Euro

Für das Gesamtjahr hatte die Lufthansa laut August-Angaben bereits Treibstoffkosten von 8,7 Milliarden Euro in Aussicht gestellt. Diese Größenordnung dürfte nun nicht mehr ausreichen. Spohr machte deutlich, dass die Belastung am Jahresende höher ausfallen werde: "Die Zahl wird höher sein, die wir am Jahresende wahrscheinlich (…) auszuweisen haben."

Die Reaktion des Konzerns auf die gestiegenen Kosten ist wenig überraschend: Passagiere müssen mit höheren Ticketpreisen rechnen. Die Lufthansa gibt einen Teil der gestiegenen Treibstoffkosten an ihre Kunden weiter. Für Reisende bedeutet das, dass Flüge tendenziell teurer werden, solange der Ölpreis auf dem aktuellen Niveau bleibt.

Nachfrage bleibt robust, Premiumklassen tragen Umsatz

Bemerkenswert ist, dass die Nachfrage nach Tickets bislang erstaunlich robust bleibt. Das gilt insbesondere für die Premiumklassen. Auf der Langstrecke entfallen mehr als die Hälfte des Umsatzes auf diese höherpreisigen Sitzklassen. Diese Entwicklung stützt die Erlösseite und federt einen Teil der Kostensteigerungen ab. Spohr beschrieb die Nachfrage in diesem Bereich als "praktisch unberührt von geopolitischen Risiken".

Für den bereinigten operativen Gewinn 2026 stellt die Lufthansa dennoch ein Ergebnis etwa auf Vorjahresniveau in Aussicht. Die Prognose liegt in einer Bandbreite von 1,7 bis 2,2 Milliarden Euro. Der Vorjahreswert von 1,96 Milliarden Euro könnte damit auch unterschritten werden. Als Begründung nennt das Unternehmen Kürzungen bei der Hauptmarke Lufthansa sowie die gestiegenen Ticketpreise.

Flottenerneuerung stockt wegen Lieferverzögerungen

Zusätzlich bremsen Lieferverzögerungen bei Airbus und Boeing die Modernisierung der Flotte. Weil die Hersteller nicht so schnell liefern wie gewünscht, bleiben ältere und spritdurstige Airbus A340 länger in Betrieb als ursprünglich geplant. Das verschärft das Kostenproblem, denn diese Maschinen verbrauchen mehr Kerosin als moderne Modelle.

Erst im November wird der erste Airbus A350-1000 bei der Lufthansa erwartet. Der erste Boeing 777X soll sogar erst im ersten Quartal 2027 kommen – rund sieben Jahre nach dem ursprünglich geplanten Termin. Die Lufthansa bereitet sich daher auf das Jahr 2027 als Transformationsjahr mit hohen Ölpreisen vor.

Der Druck auf die Branche ist bereits sichtbar. Air Baltic aus Estland und Volotea aus Spanien beantragten Gläubigerschutz. Spohr erwartet, dass weitere Airlines wegen der Treibstoffkosten in Schwierigkeiten geraten könnten.

Was das für Anleger bedeutet

Für Privatanleger ist die Botschaft zweigeteilt. Einerseits zeigt die robuste Nachfrage, besonders in den Premiumklassen, dass die Lufthansa ihre Preise durchsetzen kann. Andererseits belasten hohe Kerosinkosten und verzögerte Flottenlieferungen die Margen. Die Gewinnprognose von 1,7 bis 2,2 Milliarden Euro lässt Spielraum nach unten, was die Unsicherheit für die Aktie erhöht.

Entscheidend dürfte die Entwicklung des Ölpreises bleiben. Solange Brent über 100 Dollar je Barrel notiert, bleibt der Kostendruck hoch. Anleger sollten daher sowohl die Ölpreisentwicklung als auch die Liefertermine von Airbus und Boeing im Blick behalten. Beide Faktoren bestimmen maßgeblich, wie schnell die Lufthansa ihre Kosten wieder in den Griff bekommt.

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