So starten Anleger mit PepsiCo und McCormick in den Vermögensaufbau
Der US-Finanzdienst Motley Fool erklärt, wie Anleger mit dem Investieren beginnen – und nennt PepsiCo und McCormick als konkrete Beispiele.

Investieren ist der Endpunkt eines finanziellen Prozesses. Der US-Finanzdienst The Motley Fool beschreibt in einem aktuellen Beitrag, wie Anleger diesen Weg Schritt für Schritt aufbauen – und nennt zwei konkrete Aktien, die der Autor derzeit besonders schätzt: PepsiCo (PEP) und McCormick (MKC). Beide Unternehmen gehören zum Sektor der Konsumgüter des täglichen Bedarfs und sind im Lebensmittelsektor tätig.
Der Grundgedanke des Beitrags ist einfach: Zunächst muss ein Anleger Geld sparen, was im Grunde bedeutet, weniger auszugeben, als man verdient. Erst wenn etwas Geld gespart ist, kann man beginnen, es durch Investitionen arbeiten zu lassen. Der Autor warnt dabei ausdrücklich vor der „Schnell-reich-werden"-Mentalität, die an der Wall Street weit verbreitet sei.
Stattdessen rät er, sich auf den Kauf und den langfristigen Haltebestand von gut geführten Unternehmen zu konzentrieren. Bevor jedoch der erste Euro oder Dollar investiert wird, sollte eine Notreserve stehen. Drei bis sechs Monate Lebensunterhalt gelten dabei als normale Richtlinie, damit bei unvorhergesehenen Ereignissen finanzieller Spielraum bleibt.
Die Details
Der Autor nutzt ein Bild, um den Zusammenhang zu erklären: Stellen Sie sich Geld wie Wasser vor, das aus einer Quelle einen Fluss speist. Wer das gesamte Wasser sofort verbraucht, lässt das Flussbett trocken zurück. Wer dagegen unter seinen Verhältnissen lebt, hat Wasser übrig, um den Fluss zu speisen. Genau das sei der erste Schritt zum Investieren, denn man könne nicht in Geld investieren, das bereits für andere Dinge ausgegeben wurde.
In dieser Phase dreht sich das finanzielle Leben im Wesentlichen um ein Girokonto und ein Sparkonto – sowie möglicherweise eine Lebensversicherung. Wer nicht erwerbstätige Angehörige versorgen muss, sollte laut dem Beitrag zudem eine Risikolebensversicherung in Betracht ziehen.
Der nächste große Schritt ist der „Wasserfall des Investierens". Dieser beginnt meist als Rinnsal, weshalb sich Anleger keine Sorgen machen sollten, wenn sie zunächst nur einen kleinen Betrag investieren können. Ein Wertpapierdepot lässt sich ohne initiales Kapital eröffnen, und Einzahlungen können nach und nach erfolgen, sobald Mittel verfügbar sind. Wer dranbleibt und sowohl spart als auch investiert, kann den Zinseszins-Effekt nutzen, der aus einem Rinnsal einen überraschend großen Wasserfall werden lässt.
Für den Einstieg eignen sich zunächst Investmentfonds und börsengehandelte Fonds (ETFs). Sie ermöglichen es, Geld mit anderen Anlegern zu poolen und professionelle Manager mit der Verwaltung zu beauftragen. Der große Vorteil: Mit einem einzigen Kauf erhält man ein diversifiziertes Portfolio, also im Wesentlichen eine große Sammlung verschiedener Aktien. Mit der Zeit werden Anleger laut dem Autor jedoch wahrscheinlich einzelne Aktien kaufen und ihre Investments selbst auswählen wollen.
An diesem Punkt empfiehlt der Beitrag die Lektüre von „The Intelligent Investor" von Benjamin Graham. Das Buch gilt als Klassiker der Wall Street und inspirierte Warren Buffett, einen der berühmtesten Investoren der Welt. Buffett fasste seinen Ansatz so zusammen: den Kauf gut geführter Unternehmen, wenn sie zu attraktiven Bewertungen stehen, und deren langfristiger Haltebestand. So konnte er vom Wachstum der Unternehmen im Laufe der Zeit profitieren.
Als konkrete Beispiele nennt der Autor PepsiCo und McCormick. Beide verkaufen relativ günstige Produkte, die Menschen aus Notwendigkeit regelmäßig erwerben. Beide sind über 100 Jahre alt und haben damit ihre Fähigkeit bewiesen, langfristig zu überleben. Zudem weisen beide historisch hohe Dividendenrenditen auf, was darauf hindeutet, dass die Aktien derzeit attraktiv bewertet sind.
Fairerweise kämpfen PepsiCo und McCormick gegen branchenbedingte Gegenwinde wie steigende Kosten und sparsamere Verbraucher. Solche Bedingungen haben sie im vergangenen Jahrhundert jedoch bereits erfolgreich gemeistert. Der Autor besitzt beide Aktien und hat seine Position in McCormick kürzlich verdoppelt. Seine Dividenden lässt er gerne wiederanlegen, wodurch er bei jeder Ausschüttung effektiv weitere Anteile erwirbt.
Hintergrund: Was bisher geschah
Bereits am 08.10.2026 berichtete aktien.news, dass viele Anleger den eigentlichen Zweck des Aktienmarktes falsch verstehen. Sie betrachteten eine Aktie lediglich als Symbol auf ihrer Broker-Abrechnung und übersähen, dass sie in Wahrheit einen kleinen Anteil an einem realen Unternehmen erwerben. Genau diese Fehlwahrnehmung eröffne langfristig orientierten Investoren Chancen – und aus diesem Grund kaufe der Autor Konsumgüter-Aktien wie die von McCormick (MKC-0.33%), während andere Anleger sie verkaufen. Der Autor investiert dem Bericht zufolge bereits seit seiner Jugend, inspiriert durch seinen Vater.
Am 17.05.2026 berichtete aktien.news über PepsiCo und Procter & Gamble als Top-Basiskonsumgüter-Aktien für 2026. Damals galten die wirtschaftlichen Aussichten als so ungewiss wie seit Langem nicht mehr: Zölle und der Iran-Krieg hielten die Preise hoch, die US-Notenbank Federal Reserve verzichtete auf Zinssenkungen, und der Arbeitsmarkt zeigte Schwäche. In diesem Umfeld rückten Basiskonsumgüter-Aktien in den Fokus, deren Produkte unabhängig von der Konjunktur nachgefragt werden.
Ebenfalls am 08.10.2026 stellte aktien.news drei Dividendenaktien für einen Anlagehorizont von 20 Jahren vor: Kimberly-Clark, PepsiCo und Sysco. Allen drei Unternehmen sei gemeinsam, dass sie derzeit kühne, teils kostspielige Züge unternähmen. Kimberly-Clark, bekannt für Marken wie Kleenex und Huggies, finanziert dem Bericht zufolge den 48,7 Milliarden US-Dollar teuren Kauf von Kenvue.
Am 27.09.2026 berichtete aktien.news, dass PepsiCo die bevorzugte Dividendenwachstumsaktie des US-Analysehauses The Motley Fool sei. Der Autor argumentierte damals, dass 10.000 US-Dollar in dem Getränke- und Lebensmittelkonzern gut angelegt wären – begründet mit einer Kombination aus hoher Ausschüttungsrendite, jahrzehntelangem Dividendenwachstum und Anzeichen für eine operative Trendwende.
Was das für Anleger bedeutet
Für deutsche Privatanleger ist der Beitrag vor allem als methodische Anleitung interessant. Die Reihenfolge – erst sparen, dann eine Notreserve aufbauen, dann schrittweise investieren – lässt sich unabhängig vom Wohnsitz übertragen. Wer in den USA notierte Einzelaktien wie PepsiCo oder McCormick kauft, sollte sich allerdings der zusätzlichen Faktoren bewusst sein, die der Beitrag nicht im Detail behandelt.
Der Hinweis auf ETFs als Einstieg ist auch für hiesige Anleger relevant, da sie mit einem einzigen Kauf breite Diversifikation bieten. Der Autor betont zudem ausdrücklich, dass er selbst zu schnell eingestiegen sei und viele Fehler gemacht habe, die er hätte vermeiden können, wenn er früher Grahams Buch gelesen hätte. Diese Selbstkritik unterstreicht den Gedanken, zunächst mit einer einzigen, gut verstandenen Aktie zu beginnen und das Spektrum erst mit wachsender Sicherheit zu erweitern.
Wichtig ist die Einordnung: Der Beitrag nennt PepsiCo und McCormick als persönliche Positionen des Autors und als Beispiele – er ist keine Kauf- oder Verkaufsempfehlung. Anleger sollten eigene Recherche betreiben und ihre individuelle Situation berücksichtigen.
Ausblick
Konkrete Termine oder Unternehmenspläne nennt der Quelltext nicht. Der Autor erwartet, dass PepsiCo und McCormick auch künftig in der Lage sein sollten, branchenbedingte Gegenwinde zu bewältigen, wie sie es im vergangenen Jahrhundert bereits getan haben. Er will seine Dividenden weiterhin wiederanlegen und damit seine Anteile schrittweise erhöhen. Zudem empfiehlt er Anlegern, zunächst eine einzige Aktie als Geschäftsentwicklung kennenzulernen und das Portfolio erst mit wachsender Sicherheit zu erweitern.
Kurz erklärt
- Notreserve: Rücklage für unvorhergesehene Ausgaben, die vor dem Investieren aufgebaut werden sollte.
- ETF: Börsengehandelter Fonds, der einen Korb verschiedener Wertpapiere bündelt und breite Streuung ermöglicht.
- Dividendenrendite: Verhältnis der ausgeschütteten Dividende zum Aktienkurs eines Unternehmens.
- Konsumgüter des täglichen Bedarfs: Waren, die Verbraucher unabhängig von der Konjunktur regelmäßig nachfragen.
