SK Hynix überholt Samsung beim Jahresgewinn dank KI-Chips
Südkoreanischer Chipkonzern profitiert von Marktführerschaft bei High-Bandwidth Memory für künstliche Intelligenz.

SK Hynix hat im Jahr 2025 erstmals den südkoreanischen Rivalen Samsung Electronics beim operativen Gewinn übertroffen. Der Speicherchip-Hersteller erzielte einen Rekordgewinn von 47,2 Billionen Won (umgerechnet rund 33 Milliarden Euro), während Samsung auf 43,6 Billionen Won kam. Der historische Erfolg unterstreicht den rasanten Aufstieg von SK Hynix seit der Übernahme durch SK Telecom im Jahr 2012 für etwa 3 Milliarden US-Dollar.
Der Durchbruch gelang SK Hynix durch seine dominante Stellung bei High-Bandwidth Memory (HBM), einem Spezialchip für KI-Anwendungen. Diese Hochleistungsspeicher werden in KI-Prozessoren und Servern verbaut, wie sie beispielsweise der US-Konzern Nvidia herstellt. Die starke Nachfrage nach KI-Technologie hat den HBM-Markt zu einem der profitabelsten Segmente der Halbleiterindustrie gemacht.
Während SK Hynix sich fast ausschließlich auf Speicherchips konzentriert, ist Samsung in mehreren Geschäftsbereichen aktiv, darunter Unterhaltungselektronik und Chip-Auftragsfertigung. Samsungs Speichersparte erwirtschaftete 2025 einen operativen Gewinn von etwa 24,9 Billionen Won. Trotz dieser Zahlen konnte Samsung im vierten Quartal 2025 die Spitzenposition bei den Umsatzrankings für Speicherchips zurückerobern.
Marktführerschaft bei HBM bleibt umkämpft
SK Hynix sicherte sich nach Angaben lokaler Medien über zwei Drittel der HBM-Lieferaufträge für Nvidias Produkte der nächsten Generation. Das Marktforschungsunternehmen Counterpoint schätzte im Dezember, dass SK Hynix im dritten Quartal 2025 einen Marktanteil von 57 Prozent am HBM-Markt hielt, während Samsung bei 22 Prozent lag.
Dennoch holen die Konkurrenten auf. Samsung hat seine HBM-Verkäufe ausgeweitet und plant, noch in diesem Jahr mit der Auslieferung von HBM4-Produkten zu beginnen – der neuesten, sechsten Generation der HBM-Technologie. Auch der US-Konzern Micron konnte einige Durchbrüche erzielen und drängt in den lukrativen Markt.
Analysten erwarten jedoch, dass SK Hynix seine dominante Position verteidigen kann. Das Unternehmen setzte sich auch im breiteren DRAM-Markt gegen Samsung durch. DRAM-Chips (Dynamic Random Access Memory) werden zur temporären Datenspeicherung in Computern, Servern und Rechenzentren eingesetzt und bilden das Kerngeschäft beider Konzerne.
Für Anleger zeigt die Entwicklung, wie schnell sich Machtverhältnisse in der Halbleiterindustrie verschieben können. Der Boom bei künstlicher Intelligenz hat SK Hynix einen entscheidenden Wettbewerbsvorteil verschafft, während Samsung trotz größerer Diversifikation im Speichergeschäft ins Hintertreffen geriet.
