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Singapurs Aktienmarkt: Rekordrally dank Goldilocks-Wirtschaft

Starkes Wachstum, kontrollierte Inflation und ein fester Singapur-Dollar treiben den Straits Times Index auf Rekordniveau.

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Singapurs Aktienmarkt: Rekordrally dank Goldilocks-Wirtschaft

Singapurs Aktienmarkt befindet sich in einer bemerkenswerten Hochphase. Der Straits Times Index hat in diesem Jahr bereits 23% zugelegt – nach einem ähnlich starken Anstieg im Jahr 2025. Damit steuert der Leitindex auf das fünfte Quartal mit Kursgewinnen in Folge zu, die längste Gewinnserie seit einem Jahrzehnt.

JPMorgan beschreibt das wirtschaftliche Umfeld Singapurs als klassisches „Goldilocks"-Szenario: Technologieexporte und Produktivitätsverbesserungen stützen das Wachstum, ohne eine übermäßige Inflation auszulösen. Die US-Großbank hob ihr Kursziel für den Straits Times Index am 11. August auf 6.500 Punkte an. Gegenüber dem Schlusskurs vom Freitag bei 5.743,59 Punkten entspricht das einem Aufwärtspotenzial von rund 13%.

Auch Fondsmanager von Jupiter Asset Management und Eastspring Investments zeigen sich optimistisch. Sie verweisen auf die expandierende Wirtschaft Singapurs, den erstarkten Singapur-Dollar, den wachsenden Wealth-Management-Sektor sowie Investitionen in die KI-Infrastruktur als tragende Säulen der weiteren Kursentwicklung.

Banken als Treiber der Rallye

Angeführt wird die Rallye von den drei großen singapurischen Banken: der DBS Group (SGX: D05), der Oversea-Chinese Banking Corp. (SGX: O39) und der United Overseas Bank (SGX: U11). Alle drei Institute meldeten zuletzt Gewinne für das zweite Quartal, die über den Erwartungen der Analysten lagen. Besonders herausragend ist die Performance der OCBC: Das Institut hat in diesem Jahr 61% an Wert gewonnen und ist damit der stärkste Wert im 30 Titel umfassenden Benchmark-Index.

Ein weiterer Rückenwind kommt von der Währungsseite. Der Singapur-Dollar hat in den vergangenen drei Jahren gegenüber dem US-Dollar fast 6% an Wert gewonnen. In Zeiten geopolitischer Unsicherheit suchen Anleger weltweit nach sicheren Häfen – und Singapur profitiert von diesem Status als stabiler Finanzplatz Asiens.

Hohe Bewertungen und Konzentration als Risikofaktoren

Trotz der positiven Stimmung mehren sich auch kritische Stimmen. Der Straits Times Index wird derzeit mit mehr als dem 16-Fachen der erwarteten 12-Monats-Gewinne bewertet. Das liegt über zwei Standardabweichungen über dem Zehnjahresdurchschnitt und markiert die höchste Bewertung seit der globalen Finanzkrise – ein Warnsignal für bewertungsbewusste Investoren.

Fidelity International hat sein Engagement in Singapur bereits reduziert, nachdem die Kursgewinne das Gewinnwachstum der Unternehmen übertroffen hatten. Hinzu kommt eine strukturelle Besonderheit: DBS, OCBC und UOB machen mittlerweile fast 60% der Marktkapitalisierung des Index aus, verglichen mit lediglich 38% im Juli 2020. Diese starke Konzentration auf drei Bankwerte macht den Benchmark anfälliger für sektorspezifische Risiken und weniger repräsentativ für die breitere singapurische Wirtschaft.

Für deutsche Privatanleger, die eine Diversifikation in asiatische Märkte anstreben, bietet Singapur damit ein interessantes, aber zunehmend zweischneidiges Bild: starke Fundamentaldaten und eine stabile Währung auf der einen Seite – ambitionierte Bewertungen und hohe Indexkonzentration auf der anderen.

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