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Singapur klagt weitere Person wegen KI-Chip-Schmuggel an

Jenny Lim soll Dell über den wahren Endabnehmer von Servern mit Nvidia-Chips getäuscht haben.

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Singapur klagt weitere Person wegen KI-Chip-Schmuggel an

Singapur hat im Jahr 2024 eine weitere Person im Zusammenhang mit einem mutmaßlichen KI-Chip-Betrug angeklagt. Jenny Lim soll sich laut Anklageschrift mit Alan Wei Zhaolun und Aaron Woon Guo Jie verschworen haben, um den Computerhersteller Dell über den tatsächlichen Endabnehmer der erworbenen Server zu täuschen. Konkret soll sie Dell fälschlicherweise mitgeteilt haben, dass das Unternehmen Aperia International der eigentliche Endkunde sei.

Die Server wurden von Dell und dem KI-Server-Hersteller Super Micro Computer (SMCI) an Firmen in Singapur geliefert und anschließend nach Malaysia weitergeleitet. Ob Malaysia das endgültige Ziel der Geräte war, blieb dabei unklar. Singapurs Innenminister K. Shanmugam hatte bereits im März des Vorjahres erklärt, die betroffenen Server könnten Chips von Nvidia enthalten.

Hintergrund: US-Exportverbote für Nvidia-Chips

Die USA hatten 2022 den Export von leistungsstarken Nvidia-Chips nach China verboten, da die Technologie potenziell für militärische Zwecke genutzt werden könnte. Im Januar dieses Jahres erteilten die USA unter bestimmten Auflagen die Genehmigung für den Verkauf des Nvidia H200, dem zweitstärksten Chip des Unternehmens. Die Exportbeschränkungen machen Umgehungsversuche über Drittländer besonders attraktiv für Akteure, die Zugang zu der Technologie erlangen wollen.

Singapur spielt in diesem Kontext eine besondere Rolle: Im Geschäftsjahr 2024 war der Stadtstaat nach den USA der zweitgrößte Markt für Nvidia und erzielte 18 Prozent des Gesamtumsatzes des Chipherstellers. Gleichzeitig gab Singapur an, dass lediglich 1 Prozent der Nvidia-Chips physisch im Land verblieben und dort in Rechenzentren eingesetzt wurden. Diese Diskrepanz nährt den Verdacht, dass Singapur als Transitpunkt für Chip-Lieferungen in andere Länder genutzt wird.

In seinem aktuellen Bericht für das Geschäftsjahr 2026 ordnete Nvidia die Umsätze nach dem Hauptsitz seiner Kunden zu. Demnach entfielen 98 Prozent des Umsatzes auf Kunden in den USA, Taiwan und China.

Parallele Anklage in den USA gegen Super Micro

Unabhängig vom Singapur-Fall wurden im März in den USA drei Personen aus dem Umfeld von Super Micro angeklagt, darunter ein Mitgründer des Unternehmens. Ihnen wird vorgeworfen, beim Schmuggel von US-KI-Technologie im Wert von mindestens 2,5 Milliarden US-Dollar nach China geholfen zu haben – unter Verletzung von US-Exportgesetzen. Die Fälle verdeutlichen das wachsende globale Problem der illegalen Umgehung von Technologie-Exportkontrollen.

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