Sicher investieren mit defensiven Anlagestrategien
Experten erklären, wie Risiken minimiert und Renditen gesteigert werden können

Eine defensive Anlagestrategie gewinnt angesichts der aktuellen Marktlage an Bedeutung. Experten sind sich einig, dass eine sorgfältige Diversifikation und die Anpassung des Portfolios an die Marktrisiken entscheidend sind. Der Schwerpunkt liegt auf einer ausgewogenen Mischung aus Aktien und Anleihen, wobei Anleihen in defensiven Portfolios zunehmend an Gewicht gewinnen.
Jakob Tanzmeister von JP Morgan Asset Management empfiehlt ein Depot mit 18 Prozent Aktien und 72 Prozent Anleihen. Die Anleihen bieten jährliche Renditen von fünf bis sechs Prozent, was dem Portfolio Stabilität verleiht. Rohstoffaktien machen sieben Prozent des Aktienanteils aus, während vier Prozent in Barreserven gehalten werden. Alexander Wagner von Union Investment setzt zusätzlich auf Liquid Alternatives, um das Portfolio widerstandsfähiger gegenüber Inflationsrisiken zu gestalten. Mit diesem Ansatz strebt er eine Gesamtrendite von fünf bis sechs Prozent an. Gold und Cash machen jeweils fünf Prozent seines Portfolios aus.
Anja Hochberg von Swisscanto setzt in ihren defensiven Portfolios auf 50 Prozent Aktien und 50 Prozent Anleihen. Sie bevorzugt sichere Anleihen und ergänzt ihr Portfolio mit drei Prozent Gold. Ein Schwerpunkt liegt auf Schweizer Aktien und einer Liquiditätsreserve in Dollar. Mit einem diversifizierten Ansatz aus Rohstoffen und Aktien aus den Branchen Gesundheit und Nahrungsmittel strebt sie eine Rendite von etwa fünf Prozent an.
Die Experten sind sich einig, dass US-Aktien trotz hoher Bewertungen weiterhin attraktiv bleiben. Tanzmeister investiert 61 Prozent seines Aktienkapitals in den USA, wobei er die Technologiebranche und Unternehmen mit stabilen Finanzüberschüssen favorisiert. Hochberg reduziert den Anteil an Tech-Aktien und investiert verstärkt in traditionelle Sektoren wie Industrie und Immobilien. Europa wird hingegen als weniger vielversprechend angesehen, obwohl ausgewählte Branchen wie Pharma und Luxusgüter Potenzial bieten.
Im Bereich Anleihen legen die Strategen den Fokus auf Sicherheit und moderate Laufzeiten. Wagner bevorzugt US-Unternehmensanleihen mit guter Bonität, während Hochberg Staatsanleihen bevorzugt, um die Risiken ihres Aktienanteils auszugleichen. In Europa werden Hochzinsanleihen aufgrund besserer Renditechancen ebenfalls berücksichtigt.
China und andere Schwellenländer spielen in den Portfolios der Experten nur eine untergeordnete Rolle. In Asien investiert Wagner vor allem in Indien und Japan, während Tanzmeister die strukturellen Herausforderungen Chinas kritisch sieht. Insgesamt liegt der Fokus der Anlagestrategien auf einer ausgewogenen Balance zwischen Risiko und Ertrag, wobei Anleihen zunehmend zur Stabilisierung der Portfolios beitragen.
