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Deutsche Firmen suchen Chancen in den USA

Zolldrohungen und Bewertungsunterschiede treiben Übernahmen und strategische Anpassungen voran

2 Min
Deutsche Firmen suchen Chancen in den USA

Die deutsche Wirtschaft steht angesichts drohender Zollmaßnahmen durch den designierten US-Präsidenten Donald Trump unter Druck. Unternehmen, die bislang nicht in den USA produzieren, entwickeln Strategien, um mögliche Handelshemmnisse zu umgehen. Ein Mittelständler, der an der US-Ostküste bislang nur eine Niederlassung betreibt, zieht Übernahmen in den Vereinigten Staaten in Betracht. Ähnliche Überlegungen verfolgen auch andere deutsche Firmen, wie Investmentbanker bestätigen.

Die USA gelten aufgrund ihrer wirtschaftlichen Attraktivität als bevorzugtes Ziel für Fusionen und Übernahmen. In diesem Jahr investierten deutsche Unternehmen über 25 Milliarden Dollar in US-amerikanische Firmen, was den höchsten Wert seit vier Jahren darstellt. Zu den größten Transaktionen zählen die Übernahmen durch Siemens und Bosch, die jeweils milliardenschwere Investitionen tätigten. Beide Deals unterstreichen die strategische Bedeutung des US-Marktes.

Trumps geplante Zölle, die Einfuhren aus Ländern wie Kanada, Mexiko und China betreffen sollen, setzen Unternehmen weltweit unter Zugzwang. Europa bleibt von konkreten Ankündigungen bislang verschont, dennoch sehen viele Firmen Handlungsbedarf. Die Strategie, Produktion in die USA zu verlagern, gewinnt an Bedeutung. Gleichzeitig erschweren die hohen Bewertungen von US-Firmen Übernahmepläne. Laut Goldman Sachs liegt der durchschnittliche Firmenwert in den USA beim 16-Fachen des Jahresgewinns, während er in Europa etwa beim 13-Fachen liegt.

Ein weiterer Faktor, der deutsche Firmen zu verstärkten Aktivitäten in den USA treibt, ist die wachsende Diskrepanz zwischen der wirtschaftlichen Entwicklung der beiden Regionen. Experten prognostizieren, dass sich diese Unterschiede weiter vergrößern könnten. Für Unternehmen, die international wettbewerbsfähig bleiben wollen, steigt daher der Druck, ihre Präsenz in den USA auszubauen.

Die Finanzierung von Übernahmen gestaltet sich jedoch schwierig. Der Bewertungsunterschied zwischen europäischen und US-amerikanischen Firmen macht den Einsatz alternativer Finanzierungsinstrumente wie Aktientausch teuer. Unternehmen müssen Investoren von der langfristigen Rentabilität solcher Deals überzeugen. Synergien und ein positiver Effekt auf den Gewinn je Aktie spielen dabei eine entscheidende Rolle.

Die Risiken grenzüberschreitender Fusionen bleiben jedoch erheblich. Beispiele wie die Fehlschläge bei Bayer/Monsanto oder Daimler/Chrysler zeigen, dass solche Transaktionen nicht ohne Herausforderungen sind. Dennoch treibt die Aussicht auf Zölle viele Firmen dazu, diese Risiken einzugehen, um ihre Wettbewerbsfähigkeit zu sichern.

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