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Shell und Partner genehmigen Milliarden-Erweiterung von LNG Canada

Der Energiekonzern investiert mit Partnern C$33 Milliarden in die Verdopplung der Exportkapazität in Kitimat, British Columbia.

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Shell und Partner genehmigen Milliarden-Erweiterung von LNG Canada

Shell und seine Partner haben am Dienstag die Expansion von LNG Canada Phase 2 genehmigt. Damit wird die Produktionskapazität der Anlage in Kitimat in der kanadischen Provinz British Columbia verdoppelt. Das Investitionsvolumen beläuft sich auf 33 Milliarden kanadische Dollar (C$33 billion).

Die Erweiterung sieht den Bau von zwei zusätzlichen Verflüssigungsstraßen vor. Dadurch steigt die gesamte Exportkapazität von derzeit 14 Millionen Tonnen pro Jahr (mtpa) auf 28 mtpa. Shell hält einen Anteil von 40 Prozent an dem Joint Venture und erwartet, aus der Erweiterung nahezu 6 mtpa zusätzliches Flüssiggas (LNG) zu erhalten.

Der kommerzielle Betrieb der neuen Kapazitäten wird für die frühen 2030er Jahre angestrebt. Kanadas Premierminister Mark Carney erklärte, die Investition in Höhe von C$33 billion werde LNG Canada zur zweitgrößten Anlage dieser Art weltweit machen.

Die Details

An dem Joint Venture sind neben Shell mehrere internationale Energiekonzerne beteiligt. Dazu zählen Malaysia's Petronas Chemicals Group Bhd (KL: PCGB), PetroChina, Mitsubishi Corp. (TYO: 8058) und Korea Gas Corp. Shell ist mit 40 Prozent der größte Anteilseigner.

Die Anlage befindet sich in Kitimat in British Columbia. Mit der Verdopplung der Kapazität von 14 auf 28 mtpa verdoppelt sich auch das mögliche Exportvolumen. Shell selbst rechnet mit nahezu 6 mtpa zusätzlichem LNG aus seinem Anteil.

LNG Canada ist das erste große LNG-Exportterminal des Landes und zählt zu den größten privaten Investitionen Kanadas. Mit der Erweiterung positioniert sich Kanada als einer der größten LNG-Exporteure der Welt.

Candace Laing, Präsidentin und CEO der Canadian Chamber of Commerce, begrüßte die Entscheidung: „Die Entscheidung, mit LNG Canada Phase II fortzufahren, sendet eine wichtige Botschaft an Unternehmen, Investoren und Kunden hierzulande und auf der ganzen Welt: Kanada kann es leisten und wird es auch tun. Wir gehen von der Absicht zur Tat über. Mit Schritten wie diesem erhöhen wir unsere Wettbewerbsfähigkeit und erschließen unser wirtschaftliches Potenzial, um gute Arbeitsplätze zu schaffen, Gemeinschaften zu stärken und die wirtschaftliche Sicherheit zu festigen."

Hintergrund: Was bisher geschah

Bereits am 17.01.2026 berichtete aktien.news, dass Shell und der japanische Mischkonzern Mitsubishi Corporation den Verkauf ihrer Anteile am LNG-Canada-Projekt erwägen. Das berichtete die Nachrichtenagentur Reuters unter Berufung auf drei mit der Angelegenheit vertraute Quellen. Das Flüssigerdgas-Projekt in British Columbia hatte damals einen Gesamtwert von umgerechnet 28,8 Milliarden US-Dollar. Shell, der größte Anteilseigner mit 40 Prozent, hatte nach Informationen von Reuters die Investmentbank Rothschild & Co beauftragt, potenzielle Käufer zu sondieren. Der Konzern könnte bis zu drei Viertel seiner Beteiligung verkaufen, was 30 Prozent des Gesamtprojekts entsprechen würde.

Am 24.04.2026 berichtete aktien.news, dass Kanada grünes Licht für eine milliardenschwere Erweiterung des Westcoast-Erdgaspipelinesystems von Enbridge gegeben hat. Das sogenannte Sunrise-Erweiterungsprogramm umfasste ein Investitionsvolumen von rund 4 Milliarden US-Dollar. Die Kapazität des Netzes sollte dadurch um etwa 300 Millionen Kubikfuß Erdgas pro Tag erhöht werden. Das Westcoast-System erstreckt sich über 2.900 Kilometer vom Nordosten British Columbias bis zur kanadisch-amerikanischen Grenze und verfügte damals über eine Gesamtkapazität von 3,6 Milliarden Kubikfuß Erdgas pro Tag.

Am 25.04.2026 folgte ein weiterer Bericht von aktien.news zur Genehmigung derselben Pipeline-Erweiterung. Das Sunrise-Erweiterungsprogramm hat ein Gesamtvolumen von vier Milliarden US-Dollar und soll laut Unternehmensangaben mehr als drei Milliarden Dollar zur kanadischen Wirtschaft beitragen. Die Aktien von Enbridge reagierten positiv auf die Nachricht und stiegen im morgendlichen Handel um 1,5 Prozent. Während der Bauphase sollten rund 2.500 Arbeitskräfte aus lokalen Gemeinden und indigenen Gemeinschaften beschäftigt werden.

Am 28.04.2026 berichtete aktien.news, dass Shell das kanadische Energieunternehmen ARC Resources für insgesamt 16,4 Milliarden Dollar übernimmt. Mit dem Zukauf will der Konzern sinkende Fördermengen aus alternden Öl- und Gasfeldern kompensieren. Konkret sollte die Übernahme die tägliche Fördermenge um 370.000 Barrel Öläquivalent steigern. Zusätzlich sicherte sich Shell damit Reserven von zwei Milliarden Barrel Öläquivalent.

Was das für Anleger bedeutet

Für deutsche Privatanleger ist die Entscheidung vor allem ein Signal zur strategischen Ausrichtung von Shell. Der Konzern hält 40 Prozent an LNG Canada und erwartet nahezu 6 mtpa zusätzliches LNG aus der Erweiterung. Das unterstreicht die Bedeutung des Flüssiggases im Portfolio des britisch-niederländischen Energiekonzerns.

Bemerkenswert ist der zeitliche Zusammenhang: Noch im Januar 2026 wurde über einen möglichen Verkauf von Shells Anteil berichtet. Nun investiert der Konzern gemeinsam mit seinen Partnern in die Verdopplung der Kapazität. Die jüngsten Aktivitäten in Kanada — von der Enbridge-Pipeline-Erweiterung bis zur ARC-Resources-Übernahme — zeigen, dass Shell und andere Konzerne ihre Präsenz in der Region ausbauen.

Die Genehmigung von LNG Canada Phase 2 ist zudem ein Signal für die kanadische Energiepolitik. Premierminister Mark Carney und die Canadian Chamber of Commerce werten die Investition als Beleg für die Wettbewerbsfähigkeit des Standorts. Für Anleger, die in kanadische Energieinfrastruktur oder LNG-Projekte investiert sind, ist dies ein relevantes Datum.

Ausblick

Der kommerzielle Betrieb der erweiterten Anlage wird für die frühen 2030er Jahre angestrebt. Bis dahin müssen die zwei zusätzlichen Verflüssigungsstraßen gebaut werden. Mit der Erweiterung steigt die Gesamtkapazität von LNG Canada von 14 auf 28 mtpa.

Mit der Erweiterung positioniert sich Kanada als einer der größten LNG-Exporteure der Welt. Ob und wann weitere Ausbaustufen folgen, geht aus den vorliegenden Informationen nicht hervor.

Kurz erklärt

  • LNG: Flüssigerdgas, also auf sehr niedrige Temperaturen abgekühltes Erdgas, das sich so per Schiff transportieren lässt.
  • mtpa: Millionen Tonnen pro Jahr, die gängige Maßeinheit für die Kapazität von LNG-Anlagen.
  • Verflüssigungsstraße: Eine technische Anlage innerhalb eines LNG-Terminals, in der Erdgas verflüssigt wird.
  • Joint Venture: Ein Gemeinschaftsunternehmen, an dem mehrere Partner beteiligt sind.
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