ServiceNow-CEO warnt: KI treibt Akademiker-Arbeitslosigkeit auf 30 Prozent
Bill McDermott prognostiziert drastischen Stellenabbau für Hochschulabsolventen durch den massiven KI-Einsatz in Unternehmen.

Bill McDermott, CEO des Softwarekonzerns ServiceNow, schlägt Alarm: Künstliche Intelligenz könnte die Arbeitslosenquote unter Hochschulabsolventen in den nächsten Jahren auf über 30 Prozent treiben. Das erklärte McDermott am Freitag im US-Sender CNBC. Damit würde sich die Quote gegenüber dem aktuellen Stand nahezu versechsfachen.
Die Federal Reserve Bank of New York bezifferte die Arbeitslosenquote junger Hochschulabsolventen Ende 2025 auf rund 5,7 Prozent. Noch besorgniserregender ist die sogenannte Unterbeschäftigungsquote: Sie lag bei 42,5 Prozent – der höchste Wert seit 2020. Viele Absolventen finden demnach keine ihrer Qualifikation entsprechende Stelle.
McDermott betonte gegenüber CNBC, dass die Tools seines Unternehmens Firmen dabei helfen werden, Einstellungskosten drastisch zu senken. ServiceNow habe bereits 90 Prozent der Anwendungsfälle im Kundenservice automatisiert, die zuvor menschliche Arbeitskraft erforderten. Unternehmen könnten so ihren Personalbestand stabil halten und gleichzeitig Umsatz und freien Cashflow steigern.
Stellenabbau durch KI: Branchenübergreifender Trend
Die Entwicklung zeigt sich branchenübergreifend. Der Zahlungsdienstleister Block kündigte an, fast die Hälfte seiner Belegschaft abzubauen, da KI zunehmend Aufgaben automatisiert. Das australische Softwareunternehmen Atlassian – dessen Aktie in diesem Jahr bereits 54 Prozent verloren hat – entlässt rund 10 Prozent seiner Mitarbeiter, um Investitionen in KI zu finanzieren.
Auch Führungskräfte anderer Tech-Giganten machen keinen Hehl aus ihren Plänen. Palantir-CEO Alex Karp erklärte, den Umsatz verzehnfachen zu wollen – bei gleichzeitig sinkendem Personalbestand. Amazon-Chef Andy Jassy kündigte an, die Verwaltungsbelegschaft mithilfe von KI-Tools zu verkleinern.
Experten betonen, dass sich KI grundlegend von früheren technologischen Revolutionen unterscheidet. Während frühere Automatisierungswellen vor allem körperliche Arbeit ersetzten, verdrängt KI nun verstärkt sogenannte White-Collar-Jobs – also Büro- und Wissensarbeitsplätze in Bereichen wie Programmierung, Marketing oder Kundenservice. Gerade Berufseinsteiger, die noch keine spezialisierten Erfahrungen mitbringen, sind besonders gefährdet.
