Schwache Konjunkturdaten setzen China und Deutschland zu
Schwächelnde Wirtschaftsentwicklung: China und Deutschland kämpfen mit Konjunkturflaute

Die weltweiten Konjunkturdaten geben Anlass zur Sorge, da sowohl China als auch Deutschland mit einer schwachen Wirtschaftsentwicklung zu kämpfen haben. Die Exporte Chinas sind im Vergleich zum Vorjahr überraschend um 7,5 Prozent gesunken, wie die Zollbehörde berichtet. Auch die Importe nach China sind um 4,5 Prozent langsamer als erwartet zurückgegangen. Trotz der Aufhebung der strengen Corona-Beschränkungen im Dezember letzten Jahres scheint die chinesische Wirtschaft nicht richtig in Schwung zu kommen.
Die Abkühlung der globalen Wirtschaft und die schwache Inlandsnachfrage bremsen auch das Wachstum der deutschen Industrie. Obwohl das Jahr vielversprechend begonnen hatte, zeigen sich nun verschlechterte Aussichten für das Wachstum der zweitgrößten Volkswirtschaft. Wichtige konjunkturelle Frühindikatoren deuten bereits darauf hin, dass die Erholung nach der Pandemie nicht so schnell voranschreitet wie erhofft.
Die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) erwartet dennoch eine allmähliche Erholung der Weltwirtschaft. In ihrem aktuellen Konjunkturausblick prognostiziert die OECD für das Jahr 2023 ein globales Wachstum von 2,7 Prozent, das sich im Jahr 2024 voraussichtlich auf 2,9 Prozent leicht beschleunigen wird. Dennoch betont die OECD, dass der Weg zu einem starken und nachhaltigen Wachstum noch weit ist. Das globale Wachstum wird voraussichtlich noch deutlich unter dem Durchschnitt der zehn Jahre vor der Corona-Pandemie liegen.
In Deutschland wird die Wirtschaft laut OECD-Prognose voraussichtlich in diesem Jahr stagnieren und erst im Jahr 2024 ein Wachstum von 1,3 Prozent verzeichnen. Die hohe Inflation wirkt sich negativ auf Einkommen und Ersparnisse aus, was den privaten Konsum dämpft. Zudem hat die deutsche Industrie ihre Produktion zu Beginn des zweiten Quartals nur minimal gesteigert und blieb hinter den Erwartungen zurück. Die während der Corona-Pandemie liegengebliebenen Aufträge sind größtenteils abgearbeitet, und sowohl die Auftragseingänge als auch die Stimmungsindikatoren deuten auf einen rückläufigen Trend hin.
Ökonomen wie Jörg Krämer, Chefvolkswirt der Commerzbank, und Alexander Krüger, Chefökonom von Hauck Aufhäuser Lampe, äußern Bedenken hinsichtlich der Wachstumsprognosen. Sie halten eine weitere Schrumpfung der deutschen Wirtschaft für wahrscheinlich und senken ihre eigenen Prognosen entsprechend. Die aktuellen Konjunkturdaten lassen vermuten, dass die Aussichten noch zu optimistisch eingeschätzt werden.
