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Samsung-Aktie springt nach Streikabwendung – Boni sorgen für Diskussionen

Samsung Electronics verhindert in letzter Minute einen massiven Streik und begeistert damit die Börse – doch die Bonusregelung wirft Fragen auf.

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Samsung-Aktie springt nach Streikabwendung – Boni sorgen für Diskussionen

Die Aktien von Samsung Electronics haben am Donnerstag einen kräftigen Kurssprung verzeichnet, nachdem der südkoreanische Technologieriese in letzter Minute eine Einigung mit seiner Gewerkschaft erzielte und damit einen drohenden Streik abwenden konnte. Sowohl die Samsung-Aktie als auch der südkoreanische Leitindex KOSPI schossen im morgendlichen Handel um knapp 8 Prozent nach oben.

Ein geplanter 18-tägiger Streik von rund 48.000 Gewerkschaftsmitgliedern wurde vorerst ausgesetzt. Zwischen dem 22. und 27. Mai soll über die unter Vermittlung der südkoreanischen Regierung erzielte Vereinbarung abgestimmt werden. Der Gewerkschaftsvorsitzende zeigte sich zuversichtlich und erklärte, er rechne mit einer Ratifizierung durch die Mitglieder.

Die Einigung löste in ganz Südkorea spürbare Erleichterung aus. Samsung ist für das Land von enormer wirtschaftlicher Bedeutung: Das Unternehmen zeichnet für etwa ein Viertel der gesamten südkoreanischen Exporte verantwortlich. Ein tatsächlicher Streik hätte nach Einschätzung von Analysten nicht nur der heimischen Wirtschaft erheblichen Schaden zugefügt, sondern auch die weltweite Chipversorgung empfindlich gestört.

Sonderboni hauptsächlich in Aktien ausgezahlt

Die Bedingungen der Einigung sind jedoch nicht unumstritten. Ryu Young-ho, Senior Analyst bei NH Investment & Securities, erklärte, dass die Vereinbarung nicht durchweg positiv zu bewerten sei, da sie zu wesentlich höheren Personalkosten führe. Positiv für Samsung sei allerdings, dass die Leistungsprämien überwiegend in Aktien statt in bar ausgezahlt werden sollen – dies könnte die unmittelbare finanzielle Belastung für das Unternehmen abmildern.

Eine ursprüngliche Forderung der Gewerkschaft, 15 Prozent des Betriebsgewinns für Boni bereitzustellen, wurde im Zuge der Verhandlungen zurückgeschraubt. Im Rahmen der erzielten Vereinbarung wird Samsung voraussichtlich rund 10,5 Prozent des Betriebsgewinns der Chipsparte für Sonderboni zurückstellen. In dieser Sparte ist das Geschäft mit Speicher- und Logikchips angesiedelt.

Die Boni sollen über einen Zeitraum von mindestens zehn Jahren in Unternehmensaktien ausgezahlt werden. Sie sind an ambitionierte Gewinnziele geknüpft: Die Chipsparte muss von 2026 bis 2028 einen jährlichen Betriebsgewinn von mehr als 200 Billionen Won (umgerechnet rund 135 Milliarden US-Dollar) erzielen und von 2029 bis 2035 mindestens 100 Billionen Won pro Jahr erwirtschaften.

Einzelne Mitarbeiter könnten über 400.000 Dollar erhalten

Die konkreten Bonuszahlen für einzelne Mitarbeiter sind beachtlich. Laut einer Quelle aus der Gewerkschaft wird ein Mitarbeiter in der Speicherchipproduktion mit einem Grundgehalt von 80 Millionen Won in diesem Jahr voraussichtlich einen Bonus von rund 626 Millionen Won erhalten – das entspricht etwa 416.000 US-Dollar. Der Großteil dieser Summe wird in Aktien des Unternehmens ausgezahlt.

Jun Young-hyun, Chef der Chipsparte von Samsung Electronics, wandte sich in einem Brief direkt an die Belegschaft. Er forderte die Mitarbeiter auf, „diese Zeit des Konflikts hinter sich zu lassen" und sich gemeinsam dafür einzusetzen, die globale Wettbewerbsfähigkeit und das langfristige Wachstum des Unternehmens zu stärken.

Für Anleger bleibt die Lage damit zweischneidig: Die Abwendung des Streiks ist zweifellos eine positive Nachricht für die Stabilität des Unternehmens und die globale Chipversorgung. Die langfristigen Auswirkungen der deutlich gestiegenen Personalkosten auf die Profitabilität von Samsung werden jedoch in den kommenden Quartalen genau beobachtet werden müssen.

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