Roland Berger warnt vor Dauer-Stagnation trotz Reformversprechen
Wirtschaftsberater sieht Deutschland in Reformblockade – Koalition ringt um Veränderungen.

Die deutsche Wirtschaft steckt fest. Während Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) bereits im September 2025 einen umfassenden Reformherbst ankündigte, ist von konkreten Ergebnissen bislang wenig zu sehen. Nun warnt die Unternehmensberatung Roland Berger vor einer drohenden Dauer-Stagnation in Deutschland.
Der Reformstau betrifft zentrale Bereiche: das Steuer- und Rentensystem, das Gesundheitssystem, den Bürokratieabbau sowie die Flexibilisierung der Arbeitszeiten. Die schwarz-rote Koalition ringt seit Monaten um Veränderungen – doch wirklich beschlossen ist wenig, umgesetzt noch weniger.
Wachsende politische Unsicherheit
Die politische Großwetterlage trägt nicht zur Beschleunigung bei. Die Ergebnisse der jüngsten Landtagswahlen und die anhaltende Kanzler-Debatte sorgen für zusätzliche Verunsicherung. Ob sich an der Reformblockade rasch etwas ändern wird, ist aus heutiger Sicht fraglich.
Dabei hatte Merz selbst die Richtung vorgegeben: „Wir müssen Strukturen verändern. Wir müssen Dinge neu ordnen, damit sie auch künftig ihren Zweck erfüllen." Dieses Ziel scheint in der politischen Realität jedoch zunehmend in weite Ferne zu rücken.
Auswirkungen auf den Standort
Für Privatanleger ist die Entwicklung von großer Bedeutung. Eine anhaltende Stagnation in Deutschland belastet nicht nur die Konjunktur, sondern auch die Unternehmensgewinne und damit die Aktienkurse. Besonders betroffen wären Branchen, die stark vom Inlandskonsum und der heimischen Industrie abhängen.
Internationale Investoren beobachten die deutsche Reformunfähigkeit mit wachsender Skepsis. Während andere Volkswirtschaften Strukturreformen vorantreiben, droht Deutschland im internationalen Wettbewerb weiter zurückzufallen.
Handlungsdruck steigt
Die Warnung von Roland Berger kommt zu einem Zeitpunkt, an dem der wirtschaftliche Handlungsdruck kontinuierlich steigt. Ohne tiefgreifende Reformen droht Deutschland den Anschluss an die globale Wirtschaftsdynamik zu verlieren. Die Koalition ist gefordert, aus dem Ankündigungsmodus endlich in die Umsetzung zu kommen.
Ob der „Herbst der Reformen" noch kommt oder endgültig ausfällt, bleibt abzuwarten. Die Zeichen stehen derzeit jedoch eher auf Stagnation als auf Aufbruch.
