Rohstoffe im Fokus: Jefferies sieht Johnson Matthey gut aufgestellt
Marktkommentare zu Johnson Matthey, Glencore und Uran: Jefferies und Berenberg mit klaren Einschätzungen für den Grundstoffsektor.

Die aktuellen Marktkommentare zum Grundstoffsektor drehen sich um drei Schwerpunkte: die Aussichten des Chemiekonzerns Johnson Matthey, die Bewertung der Bergbauaktie Glencore sowie die Preisentwicklung von Uran. Die Einschätzungen stammen aus Analysen der Investmenthäuser Jefferies und Berenberg und wurden über Dow Jones Newswires verbreitet.
Jefferies: begrenztes Risiko für Johnson Matthey
Nach Einschätzung der Jefferies-Analysten Helena Xu und Marcus Dunford-Castro sollten die Auswirkungen höherer Energiekosten auf Johnson Matthey begrenzt bleiben. Das Unternehmen sei gut aufgestellt, um nachhaltige Renditen für die Aktionäre zu erzielen, schreiben die beiden Analysten. Der Chemiekonzern produziert Katalysatoren für Verbrennungsmotoren – ein Geschäft, das durch höhere Energiepreise unter Druck gerät, weil diese den Übergang zu Elektrofahrzeugen beschleunigen.
Dennoch schätzen die Analysten das Risiko für das Unternehmen als überschaubar ein. „Wir glauben, dass das Risiko für JMAT begrenzt ist, angesichts seiner untergewichtigen Exposition gegenüber China, wo die Beschleunigung wahrscheinlich am ausgeprägtesten ist", schreiben sie. Jefferies bekräftigt in diesem Zusammenhang seine Kaufempfehlung für die Aktie und hebt das Kursziel von 23,30 Pfund auf 26,60 Pfund an.
Die Aktie reagiert positiv auf die Einschätzung und notiert 1,7 Prozent höher bei 24,20 Pfund. Im Jahresverlauf hat das Papier jedoch 17 Prozent an Wert verloren. Für deutsche Anleger ist die Einschätzung vor allem deshalb interessant, weil die Bewertung des Katalysatorengeschäfts stark von der Geschwindigkeit des Wandels hin zur Elektromobilität abhängt.
Glencore bleibt Berenbergs Favorit im Bergbau
Unterdessen bleibt Glencore die bevorzugte große diversifizierte Bergbauaktie von Berenberg. Der in London notierte Rohstoffkonzern verfüge über die überzeugendste organische Kupferwachstumsgeschichte aller Peer-Unternehmen, schreiben die Analysten. Zusätzlich dürfte die Handelsabteilung des Konzerns in diesem Jahr von den volatilen Energiemärkten profitieren. Auch die hohen Steinkohlepreise spielen dem Unternehmen nach Einschätzung der Experten in die Karten. Die Aktie legt 1,5 Prozent zu und steht bei 559,60 Pence.
Uran: Preise könnten über 100 Dollar steigen
Ein dritter Schwerpunkt der aktuellen Marktkommentare ist der Uranmarkt. Die Berenberg-Analysten rechnen mittelfristig mit steigenden Uranpreisen und verweisen auf eine überzeugende Aussichtsprognose, die die Preise bis Ende des Jahres über 100 US-Dollar pro Unze treiben könnte. Derzeit liegen die Preise bei rund 90 US-Dollar pro Unze.
Kurzfristig sehen die Experten allerdings Risiken: Neue Projekte in Kasachstan und Kanada könnten zu einem langsameren Anlauf der Förderung führen. Gleichzeitig dürfte die Nachfrage wachsen, da neue Kernreaktoren in Betrieb genommen werden – ein Faktor, der die langfristige Preisentwicklung stützt. Uran bleibt damit ein Markt, der sowohl von Angebotsengpässen als auch von der wachsenden Nachfrage nach Kernenergie geprägt ist.
Fazit für Anleger
Die drei Einschätzungen zeigen, wie unterschiedlich die Treiber im Grundstoffsektor derzeit gelagert sind. Während Johnson Matthey vor allem vom Tempo der Elektromobilität abhängt, stützt bei Glencore die Kombination aus Kupferwachstum und Handelsgeschäft die positive Bewertung. Im Uranmarkt wiederum bestimmen Förderrisiken und der Ausbau der Kernkraft die Perspektiven. Anleger sollten die genannten Kursziele und Empfehlungen als Momentaufnahmen verstehen, die sich mit neuen Marktdaten schnell ändern können.
