Rechtsextreme Inhalte radikalisieren Jugendliche in Indonesien über Telegram
Ein Bombenanschlag in Jakarta könnte erst der Anfang einer neuen Bedrohung durch White-Supremacy-Ideologie in Südostasien sein.

Am 7. November erschütterte ein Bombenanschlag Jakarta und verletzte 96 Menschen. Die indonesische Polizei stuft diesen Angriff als möglicherweise ersten im Land ein, der von Anhängern der White-Supremacy-Ideologie inspiriert wurde. Besonders beunruhigend: Die Behörden befürchten, dass es nicht der letzte Anschlag dieser Art bleiben wird.
Mindestens 97 Jugendliche stehen derzeit unter polizeilicher Beobachtung, nachdem sie in Kontakt mit extremistischen Inhalten geraten sind. Der jüngste von ihnen ist gerade einmal 11 Jahre alt. Diese Inhalte verherrlichen massive Gewalt und die Überlegenheit der weißen Rasse – eine Ideologie, die bislang vor allem mit westlichen Ländern assoziiert wird.
Laut Angaben der indonesischen Polizei gegenüber der Nachrichtenagentur Reuters wurden die radikalisierenden Inhalte größtenteils über die Messaging-App Telegram verbreitet. Die Plattform steht seit Jahren in der Kritik, weil sie nur begrenzte Maßnahmen gegen extremistische Gruppen ergreift. Mindestens zwei der überwachten Jugendlichen sollen im Anschluss an den Bombenanschlag in Jakarta konkrete Gewalttaten geplant haben.
Neue Dimension des Extremismus in Südostasien
Die Entwicklung markiert eine neue und besorgniserregende Dimension des Terrorismus in der Region. Bislang war Indonesien vor allem von islamistisch motiviertem Extremismus betroffen – die Verbreitung rechtsextremer White-Supremacy-Ideologie unter Jugendlichen stellt die Sicherheitsbehörden vor völlig neue Herausforderungen.
Die Verbreitung solcher Inhalte über digitale Plattformen wie Telegram zeigt, wie schnell extremistische Ideologien globale Grenzen überwinden können. Für Sicherheitsbehörden weltweit – auch in Deutschland – ist dies ein bekanntes Phänomen: Radikalisierung findet zunehmend online statt, oft fernab der Kontrolle von Eltern und Lehrern.
Die indonesische Polizei hat keine weiteren Details zu den geplanten Maßnahmen gegen die betroffenen Jugendlichen oder zur Prävention weiterer Radikalisierung bekanntgegeben. Der Fall verdeutlicht jedoch den dringenden internationalen Handlungsbedarf bei der Regulierung extremistischer Online-Inhalte.
