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RBA hebt Zinsen an: Energiekosten bedrohen australische Preisstabilität

Die australische Zentralbank warnt vor schneller Inflation durch steigende Ölpreise – und hat die Leitzinsen erneut angehoben.

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RBA hebt Zinsen an: Energiekosten bedrohen australische Preisstabilität

Die Reserve Bank of Australia (RBA) hat die Leitzinsen in diesem Monat erneut erhöht – auf nun 4,35 Prozent. Es ist die dritte Zinsanhebung in diesem Jahr und macht die geldpolitische Lockerung aus dem Jahr 2025 vollständig rückgängig. Hintergrund ist die wachsende Sorge der Notenbank, dass steigende Energiekosten die Verbraucherpreise schnell und deutlich in die Höhe treiben könnten.

Sarah Hunter, stellvertretende Gouverneurin der RBA, erläuterte die Entscheidung am Dienstag in einer vorbereiteten Rede beim Bloomberg Forum for Investment Managers in Sydney. Sie betonte, dass der aktuelle Ölpreisanstieg besonders schwer zu steuern sei. „Höhere Ölpreise bedeuten kurzfristig höhere Kosten und höhere Verbraucherpreise – das ist eine Gegebenheit", sagte Hunter.

Besonders beunruhigend sei laut Hunter, dass dieser Preisschock auf ein Umfeld trifft, das bereits durch erhebliche Kapazitätsengpässe und inländischen Kostendruck belastet ist. „Unsere Untersuchungen deuten darauf hin, dass die Weitergabe schneller und umfassender erfolgen wird und das Risiko, dass die Inflationserwartungen nach oben driften, erhöht ist", erklärte sie.

Unternehmen reagieren bereits auf steigende Energiekosten

Erste Reaktionen aus der Wirtschaft sind bereits sichtbar: Hunter wies darauf hin, dass einige Unternehmen bereits Treibstoffzuschläge erhöht hätten. Zudem überprüften einige Bauunternehmen die Preise für neue Verträge. Dies zeigt, wie schnell sich höhere Energiekosten in der Breite der Wirtschaft niederschlagen können.

Am Rohölmarkt spiegelt sich die angespannte Lage wider: Die Futures für die Sorte Brent Crude erreichten am Montag erneut Zwei-Wochen-Hochs und notierten über 110 US-Dollar pro Barrel. Als wesentlicher Treiber gilt die anhaltende Sperrung der Straße von Hormus, einer der wichtigsten Schifffahrtsrouten für den globalen Ölhandel.

Iran-Krieg als zusätzliches Risiko für die Inflation

Hunter verwies auf erhebliche Unsicherheiten im weiteren Verlauf. Die Ölpreise könnten länger auf hohem Niveau verharren, und der Iran-Krieg könnte zu weitreichenderen und anhaltenderen Lieferunterbrechungen führen – mit entsprechend weiteren Inflationsrisiken. Diese geopolitischen Faktoren entziehen sich weitgehend dem Einfluss der Geldpolitik.

Gleichzeitig skizzierte Hunter auch ein Szenario, in dem die Inflation niedriger ausfallen könnte: Falls die Haushalte ihren Konsum einschränken und die Unternehmen ihre Investitionen stärker als erwartet zurückfahren, könnte der Preisdruck nachlassen. Die Notenbank beobachtet die Entwicklung daher genau und behält sich weitere geldpolitische Schritte vor.

Für deutsche Anleger und Beobachter ist die Situation in Australien ein relevantes Beispiel dafür, wie geopolitische Schocks – insbesondere im Energiebereich – Zentralbanken weltweit zu einer restriktiveren Geldpolitik zwingen können. Die RBA steht dabei vor der klassischen Herausforderung: Inflation bekämpfen, ohne das Wirtschaftswachstum abzuwürgen.

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