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Qiagen-Übernahme: EQT und KKR ringen um Dax-Konzern

Zwei Finanzinvestoren bieten für den Dax-Konzern Qiagen. Der Aufsichtsrat entscheidet noch diese Woche.

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Qiagen-Übernahme: EQT und KKR ringen um Dax-Konzern

Der Finanzinvestor EQT will Qiagen für mehr als neun Milliarden Euro übernehmen. Die Verhandlungen sind laut Bloomberg bereits fortgeschritten. EQT bietet verbindlich mehr als 50 Dollar je Aktie. Doch EQT ist offenbar nicht allein: Auch der Wettbewerber KKR hat wohl eine Offerte abgegeben.

Die Qiagen-Aktie legte nach der Meldung zu. Der Aufsichtsrat des Dax-Konzerns tagt noch diese Woche, um über die Angebote zu entscheiden. Für Anleger ist das ein entscheidender Moment: Ein Bieterwettstreit kann den Preis nach oben treiben, birgt aber auch Risiken, falls die Gespräche scheitern.

Qiagen ist ein Spezialist für Labortechnik. Die Geräte des Unternehmens diagnostizieren Infektionen, Krebs und Tuberkulose. Sie kommen auch in der Kriminalistik zum Einsatz. Mit einem Umsatz von rund zwei Milliarden US-Dollar im Jahr 2025 ist Qiagen deutlich kleiner als die Branchenriesen Thermo Fisher und Danaher, die den Markt dominieren.

Ein Konzern mit Übernahme-Vergangenheit

Qiagen stand schon häufiger vor einer Übernahme. Während der Corona-Pandemie erlebten die Laborspezialisten eine Blütezeit. Danach flaute das Geschäft ab, weil die Kundenlager voll waren. Inzwischen haben sich die Geschäfte der Laborspezialisten wieder erholt. Seit dem Frühjahr prüft Qiagen nach eigenen Angaben, "strategische Optionen auszuloten". Seit dem 1. September hat das Unternehmen mit Jonathan Pratt zudem einen neuen CEO.

Die Branche sortiert sich derzeit neu. Merck baut sein Laborgeschäft weiter aus und übernimmt BioTechne für etwa zehn Milliarden Euro. Die Laborsparte von Merck kommt auf einen Umsatz von etwa neun Milliarden. Sartorius setzt mehr als drei Milliarden Euro um. Auch Udit Batra startet mit der Waters Corporation in den USA durch.

Warum Finanzinvestoren anlocken

Für Finanzinvestoren wie EQT und KKR ist die Laborbranche attraktiv. Sie locken Wachstum und zweistellige Renditen. Der Markt für Laborprodukte wächst nach Einschätzung von Merck-Laborspartenchef Jean-Charles Wirth "im mittleren einstelligen Prozentbereich". Treiber sind viele neue Therapien: Zell- und Gentherapien, Antikörper und Behandlungen seltener Erkrankungen. Zu Zell- und Gentherapien laufen mehr als 3000 Studien.

Ein warnendes Beispiel gibt es allerdings: Thermo Fisher scheiterte früher an einem Corona-Nachschlag. Der Konzern setzt mit über 40 Milliarden Dollar Jahresumsatz dennoch die Maßstäbe. Danaher kommt auf mehr als 20 Milliarden Dollar. Beide Konzerne zeigen, wie groß die Skaleneffekte in der Branche sind – und warum kleinere Anbieter wie Qiagen für Käufer interessant sind.

Für Privatanleger bedeutet das Bieterduell vor allem eines: Die Aktie von Qiagen dürfte kurzfristig stark auf Nachrichten reagieren. Ob EQT oder KKR den Zuschlag erhält, entscheidet der Aufsichtsrat. Anleger sollten die weitere Berichterstattung aufmerksam verfolgen und sich bewusst sein, dass Übernahmeverhandlungen auch scheitern können. Ein Blick auf die konkreten Konditionen – etwa den gebotenen Preis je Aktie – hilft, die Chancen und Risiken realistisch einzuschätzen.

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